So war´s im Hotel „Am Leuchtturm“ | Ein Wochenende in Hörnum #4

Wie sich zweieinhalb Tage im Sylter Süden wunderbar bei Wind und Wetter füllen lassen, habe ich Euch in meinem Rückblick vor Kurzem zusammengefasst. Dass es mir in Hörnum erstaunlich gut gefallen hat, viel besser als noch Jahre davor, dürfte dabei rauszulesen gewesen sein…

Zu einem rundum gelungenen Wochenende gehört für mich aber auch ein Unterschlupf, in dem ich mich wohlfühle. Wo die Menschen freundlich, das Frühstück gut, die Lage passend und das Ambiente ansprechend sind. Die Lage (gern außerhalb des touristischen Trubels, aber nah am Strand oder anderen gern besuchten Plätzen) und das Frühstück würde ich dabei auf Platz 1 der Prio-Liste setzen. Danach am wichtigsten ist mir das Team: bodenständig, natürlich zugewandt und mit einem Blick für Details – das mag ich besonders. Ausstattung und Einrichtung kämen – wenn ich mich entscheiden müsste – tatsächlich erst an letzter Stelle. Es sei denn, ich habe es mit einer Eiche rustikal-Schrankwand oder Findet Nemo-Fensterbildern und unechten Rosensträußen zu tun. Aber da ich solche Unterkünfte von vornherein aussortiere und mich für die entscheide, die grundsätzlich in die Rubrik „ansprechend“ fallen, kann ich den Punkt getrost auf Platz 4 setzen. Was ich sagen will: Ob der Fön im Bad dann der teuerste auf dem Markt ist oder ein gewöhnlicher, ob die Kleiderbügel im Schrank von einem dänischen Label oder von IKEA sind – das ist mir ab einem gewissen Punkt egal. Natürlich nehme ich es wahr, wenn etwas bis ins letzte Detail stimmig ist, aber ich würde ein Zimmer in guter Lage mit IKEA-Bügeln immer einem dezentralen Zimmer mit allem Zipp und Zapp vorziehen.

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Es gibt allerdings Häuser, die machen es nicht nötig, nach meinen Prioritäten zu schauen. Weil sie in allen Punkten so überzeugen, dass man einfach nur rundum zufrieden ist. Nicht nur zufrieden, sondern auch ein klein bißchen begeistert. So ging es mir mit dem „Apartmenthotel Am Leuchtturm“ in Hörnum.

LAGE

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Es gibt Pensionen, Apartments und Hotels, die nennen sich „Am Schlosspark“, „Meerblick“, „Dünenweg“, „Am Zoo“ oder Ähnliches, führen damit aber in die Irre. Viele von ihnen sind vom benannten Ort derart weit entfernt wie vermeintlich gesunde Süßigkeiten von der Extraportion Vitamine. Das Hotel „Am Leuchtturm“ macht seinem Namen allerdings alles Ehre: Es liegt tatsächlich direkt neben dem Hörnumer Leuchtturm. Und damit sind es auch nur wenige Schritte bis zum Weststrand. Stellt man beim Kramen in der Strandtasche fest, dass man die Sonnenmilch zuhause vergessen hat, kann man sie im Nu noch holen. Und auch Kinder kann man getrost vom Strand ins Hotel oder umgekehrt vorausschicken, denn es gibt keine große Straße zu überqueren geschweige denn Möglichkeiten, sich zu verlaufen. Am Wesstrand sieht´s übrigens so aus:

Restaurants, Souvenirläden, der alteingesessene Bäcker, der kleine Supermarkt – alles in ein, zwei Minuten erreicht. Nun muss man dazu sagen, dass Hörnum ohnehin nicht wahnsinnig groß ist, aber die Straße „An der Düne“ ist wirklich eine schöne Position. Mittendrin, aber doch keine Route, auf der alle entlang spazieren. Öffentlich geparkt und zum Wasser marschiert wird durch die Parallelstraße.

FRÜHSTÜCK

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Phänomenal. So kann ich das Frühstück mit gutem Gewissen beschreiben. Mein Herz hüpft ja immer dann, wenn ich frisch aufgeschnittenes Obst bekommen. Im Hotel Am Leuchtturm gab es davon eine Menge. Aber ich Süßmäulchen bekam noch vieles mehr: viele Konfitüren, hausgemachten (!) warmen Rhabarber-Crumble, sehr guten losen Tee, Müsli und und und. Der Mann mag es hingegen herzhaft und konnte auch schlemmen: Diverse selbstgemachte Salate standen neben Wurst und Käse bereit. Rüherei? Na klar, auch! Die Brötchenauswahl war umfangreich und es waren viele gesunde Exemplare dabei. Besonders geschmeckt hat mir ein Vollkorn-Gemüsebrot. Wer sich vegan ernährt, bekommt auch genügend auf den Teller.

Da das Hotel am Leuchtturm ein Apartmenthotel ist, kann auch in der eigenen Ferienwohnung gefrühstückt werden. Dafür haben sich die Betreiber auch einen schönen Service einfallen lassen: die Brötchen-Bestellung. Wer am Tag vorher sagt, wie viele Brötchen er welcher Art bekommen möchte, hat sie am nächsten Tag vor der Tür. Es gibt eine Stammkundin, die diesen Service besonders gern nutzt: 12 helle Brötchen pro Tag bestellt sie täglich. Einige fürs Frühstück, andere für die Tagesverpflegung unterwegs.

TEAM

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Herr und Frau Trümper sind im Herzen echte Sylter, auch wenn sie ursprünglich aus Dortmund kommen. Von diversen Ferienaufenthalten auf der Insel vom Sylt-Fieber infiziert, nutzten die beiden Hoteliers die erstbeste Gelegenheit und zogen zunächst in ein kleines Haus in Tinnum. Ohne Job, aber mit fester Absicht, an der Nordsee Wurzeln zu schlagen. Das ist ihnen mehr als gelungen. Als ich am Freitagnachmittag im Hotel ankomme, sind die beiden aus gutem Grund nicht im Haus (was nicht weiter schlimm ist, weil ihr Mitarbeiter Juri mich großartig in Empfang nimmt): in Hörnum wird nämlich Hochzeit gefeiert und die Trümpers sind eingeladen. Das Ehepaar scheint fest in der Hörnumer Gemeinschaft integriert zu sein, anderenfalls würden sie wohl nicht mit den Einheimischen von der Hochzeitstorte naschen. Dass sie an der Sylter Südspitze eine Heimat gefunden haben, gefällt den beiden sehr: „Hörnum ist entschleunigt. Hier kann man besser zur Ruhe kommen als im Zentrum der Insel“. Recht haben sie.

Ihr Team zeichnet sich durch große Stabilität aus, worauf sie sehr stolz sind. „Familiengeführt“ beschreiben sie ihre Philosophie auf der Website – und tatsächlich hat man das Gefühl, dass Betreiber und Mitarbeiter eine kleine Familie sind. Schon eine ganze Weile mit dabei ist beispielsweise Juri. Hatte er zunächst als Reinigungskraft für Ordnung im Hotel gesorgt, macht er jetzt eine Ausbildung und betreut auch die Gäste. Ein unglaublich hilfsbereiter und aufmerksamer Mensch, der das Wort „Gastfreundschaft“ über alle Maßen ernst nimmt. Und mit dem ich sogar über Bremen schnacken konnte, denn er hat eine Zeit lang in der Nähe von Bremen gelebt. Und mag die Stadt sehr. Das macht ihn natürlich gleich doppelt sympathisch 😉

Kurz gesagt: im Hotel am Leuchtturm begegnen einem die ganze Zeit über die gleichen freundlichen Gesichter, es herrscht keine anonyme Atmosphäre. Die Betreiber kümmern sich hinter und vor den Kulissen Tag für Tag um das Gästewohl – mit hohem Anspruch, aber in keinem Fall abgehoben. Und genau solch ein Publikum ist ihnen umgekehrt auch besonders willkommen .

AUSSTATTUNG

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Ihr gehört sicher auch zu denjenigen, die immer nach einer Unterkunft suchen, die nicht „Standard“ ist. Die nicht das typische Hotelzimmer-Mobiliar präsentiert, sondern einen eigenen Stil findet. Solche Häuser haben sich auf Sylt unter der Marke „Sehnsucht Sylt“ zusammengeschlossen. Das „Hotel Am Leuchtturm“ ist eines dieser Häuser.

Sandtöne im Kontrast zu intensiven Farben ziehen sich durchs Haus. Viel Beige und Grau, hier und da ein pompös-modernes Wandbild oder eine extravagante Lampe. Ich habe einige Details entdeckt, die ich so noch nicht kannte. Aber diese Details sind charmante Hingucker, kein überladener ChiChi.

Im Keller gibt es eine Wellness-Landschaft. Dort kann geschwommen und sauniert werden. Leider mischen sich Schwimmer und Saunagäste, was für etwas Unruhe sorgt, wenn recht viel los ist. Trotzdem war das Angebot am verregneten Samstagnachmittag ideal für uns Sauna-Liebhaber. Eine Tischtennisplatte gibt es im Untergeschoss außerdem.

Auf meiner Terrasse konnte ich mich über einen Strandkorb freuen. Im Haus gibt es außerdem eine Tiefgarage, so dass PKWs sicher und trocken abgestellt werden können. Was mir außerdem noch positiv ins Auge fiel, war die Familienecke im Frühstücksraum.

Die Preisspanne liegt aktuell zwischen 100 Euro und 280 Euro pro Nacht – je nach Termin und Apartment. Das Frühstück wird extra berechnet.

Falls Ihr noch Fragen zum Haus oder zu Hörnum habt, meldet Euch gern. Vielleicht checkt Ihr ja auch irgendwann einmal im „Hotel am Leuchtturm“ ein, dann lasst mich im Kommentar gern wissen, wie es Euch gefallen hat.

 

Sandra

Sandra

Seit 2008 blogge ich nordisch-frisch über meine Heimatstadt Bremen und alle Regionen, in denen eine steife Brise weht und man lieber in Strandkörben als auf Designermöbeln Platz nimmt. Für Nordseeinseln schlägt mein Herz dabei besonders laut. Noch lauter allerdings für den Lütten, der seit Februar 2016 mein Leben auf wunderbare Weise auf den Kopf stellt.

4 thoughts on “So war´s im Hotel „Am Leuchtturm“ | Ein Wochenende in Hörnum #4

  1. Oh, ich plane keinen Urlaub auf Sylt (und momentan auch keinen anderen), aber das hört sich alles so nett und gastfreundlich an! So mag ich es auch gerne… Und der Strand gleich um die Ecke…

  2. Ich kann alles nur bestätigen, was Du geschrieben hast. Ich bin von der Inneneinrichtung total fasziniert, der Wellnessbereich im Keller einfach ein Traum, alles liebevoll, Mitarbeiter stets freundlich, ich bin so gern dort. Und man darf sogar seinen Hund mitbringen in dieser Traumausstattung. 10 * für diese Anlage. Ein schöner Bericht von Dir.
    Liebe Grüße, Petra

    1. Stimmt, Petra, das wollte ich ja eigentlich auch erwähnen: Hunde sind nicht per se verboten. Wenn zum angedachten Reisezeitraum nicht mehr als ein, zwei andere Hunde im Haus sind, darf man seinen noch mitbringen. Was super ist, weil ich Hörnum auch für Hunde gut eignet.

  3. Uns hat das Haus auch „eingenommen“. Unsere Familie kommen im Januar wieder. (Fast) leere Insel. Tolle Spaziergänge ohne Publikum. So macht Sylt Spaß!

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