Mit dem Lütten nach Föhr #2: Schlafen und leben im HOFTEL

Es ist schon spannend, was ein Perspektivenwechsel so mit sich bringt. Als ich zuletzt im Hoftel Föhr ein Wochenende verbrachte, war ich schwanger. Erkältet. Und umgeben von 25 BloggerInnen. Katja und ich hatten das Hoftel als Location für Bloggen mit Herz 2016 gemietet. Zu dieser Zeit zählten für uns Dinge wie die W-Lan-Verbindung, der Platz zum Getränkelagern und die Fotogenität der Räume. Was Bloggerherzen eben so begehren. Im April nun kehrte ich zurück. Als frischgebackene Mama mit einem neun Wochen alten Säugling. Ihr könnt Euch vorstellen, dass ich in dieser Situation völlig andere Bedürfnisse hatte als ein halbes Jahr zuvor. Das Hoftel bei Nieblum hat sie phantastisch befriedigt!

Zeit füreinander

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Es ist die Zeit, in der man gut daran tut, alles andere liegen zu lassen und sich nur auf das kleine Wunder zu konzentrieren, das gerade ins Leben gepurzelt ist: die ersten Wochen und Monate als Eltern. Die Sache mit dem Liegenlassen ist aber gar nicht immer so einfach. Viele Väter arbeiten schnell wieder, der Einkauf macht sich auch nicht von selbst und wer Kindergeld auf dem Kontoauszug sehen möchte, muss es erstmal beantragen. Rückbildung, Hebammenbesuche, U-Untersuchungen beim Kinderarzt und vieles mehr stehen außerdem auf dem Programm – und es ist kein Geheimnis, dass solche Termine mit Baby deutlich mehr Zeit und Organisation erfordern als wenn man mal eben allein irgendwo hinflitzt. Der erste Urlaub zu dritt schenkt einem daher etwas, das wohl zu keinem Zeitpunkt wertvoller ist: Zeit füreinander. Für das Kind. Aber auch für das Paar.

Der erste Urlaub zu dritt“ ist auch der Name des Reiseangebotes, das wir im Hoftel in Anspruch genommen haben. AnneClaire und Sjirk wollen frischgebackenen Eltern noch mehr bieten, als ein entspanntes Frühstück und ein aufgeräumtes Zimmer. Wir konnten bei diesem Arrangement noch zwei andere schöne Situationen teilen.

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Da wäre zum einen die von AnneClaire angeleitet Babymassage. In einem hellen warmen Raum wartete sie mit Yogamatten, Handtücher und Massageöl auf den Lütten und uns. Ich war sehr gespannt, was genau passieren würde. Jetzt weiß ich es: Das Baby wird komplett ausgezogen und auch wir selbst haben uns mal flugs unserer Hosen entledigt. Denn idealerweise liegt das Kind bei einer Babymassage auf den nackten Oberschenkeln des massierenden Elternteils.

Nachdem alles vorbereitet war, begann AnneClaire damit, uns Handgriffe und Massagetechniken an einer Puppe zu demonstrieren. Natürlich hatte ich den Lütten bereits zuhause nach dem Baden immer massiert – aber eine „professionelle“ Technik kannte ich bis dahin nicht.

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Der Lütte verstand leider erst sehr sehr spät, dass ihm in dieser Situation etwas Gutes widerfährt: Er weinte die erste Zeit ziemlich dolle, so dass wir uns überwiegend aufs Zugucken beschränken mussten. Was ich daher besonders hilfreich fand: Am Ende bekamen wir ein Heft, in dem nochmals alle Massagegriffe zusammengefasst sind. So können wir den Lütten nun zuhause entsprechend massieren. Und inzwischen weint er dabei auch nicht mehr.

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Unseren Tea for two haben wir uns dann am Sonntag schmecken lassen. Der Lütte pennte im Tragetuch und wir machten es uns in der Tenne gemütlich. Dort durften wir nicht nur aus einer abwechslungsreichen Auswahl an losem Tee auswählen, sondern bekamen auch selbstgemachte Leckereien. Mir hatte es das Shortbread besonders angetan. Lecker, sag ich Euch! AnneClaire berichtete, dass sie über Monate an dem Rezept gefeilt hatte. So sind die beiden Inhaber des Hoftels in vielen Dingen: Auch wenn etwas schon richtig gut ist, versuchen sie, es noch besser zu machen.

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Raum für mich

Jeder Gast, so das Motto im Hoftel, soll aber auch Raum ganz für sich allein finden – im konkreten und im übertragenen Sinne. Im konkreten Sinne lässt sich zunächst einmal feststellen, dass der Lütte wahnsinnig viel Raum für sich hatte. Ihn erwartete nicht nur ein schönes Babybay mit hochwertigem Schlafsack, sondern auch ein großzügiger Wickeltisch im Badezimmer. So eine Ausstattung ist wirklich großartig. Ich war inzwischen mit dem Lütten in einem anderen Hotel in St. Peter-Ording, wo es keinen Wickeltisch gab – und da musste ich dann doch ziemlich improvisieren. Geht auch, keine Frage, aber die Situation im Hoftel war natürlich ideal und sehr sehr komfortabel.

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Etwas ältere Kinder haben mit der Spielecke in der Tenne, die vorwiegend Holzspielzeug und mit Bedacht ausgewählte Kinderbücher bereithält, noch einen weiteren Raum zum Wohlfühlen. Im sattgrünen Außenbereich mit Sandkiste können sie sich außerdem ausleben.

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Morgens, kurz vor sieben, hab ich mir an allen Tagen auf ganz andere Weise „Raum“ für mich genommen: indem ich einfach meinen Mantel über den Pyjama und eine Mütze über den Kopf gezogen habe, um draußen den Sonnenaufgang zu beobachten. Das geht nämlich vor Ort hervorragend – besonders auf der Außentreppe, die vom ersten Stock hinunter in den Außenbereich führt. Belohnt wird das Verlassen des bemerkenswert gemütlichen Bettes (auch sie sind eine Art Eigenkreation von AnneClaire und Sjirk, die an Boxspringbetten erinnern) dann mit solch farbenprächtigen Momenten:

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Kann ein Tag besser starten? Ja: wenn man danach schon mal in Ruhe den ersten Kaffee oder Tee trinkt, bevor man sich ins Familien-Urlaubs-Leben stürzt. Und auch das ist kein Problem im Hoftel. In der Gemeinschaftsküche steht – ganz unabhängig vom Frühstück in der Tenne – eine Kaffeemaschine und ein Wasserkocher parat. Und auch Teebeutel und ein paar Kaffeepads gibt es kostenfrei. Ich habe mir jeden Morgen einen Tee gemacht, dem Mann einen Kaffee mit auf Zimmer gebracht – und so hatten wir schon einen angenehmen Start in den Tag, bevor wir überhaupt am Frühstückstisch saßen. Auch für die Zubereitung von Fläschchen rund um die Uhr wäre die Tenne übrigens ideal.

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Beim reichhaltigen Frühstück in Bio-Qualität und mit einigen selbstgemachten Leckereien fanden wir dann endgültig unser kulinarisches Erholungsglück. Während wir an einem Morgen die Situation nutzen, um als Erwachsene mal in Ruhe über Dies und Das zu sprechen, steckten wir an einem anderen Morgen jeder für sich die Nase in bereitliegende Zeitschriften und Bücher. Dank des Babyphones, das man als Gast vor Ort ausleihen kann, konnten wir vollkommen entspannt sein. Wäre der Lütte wach geworden, hätten wir es mitbekommen – perfekt!

Fazit

Reisen mit Baby ist logistisch deutlich aufwendiger als ohne – darüber habe ich im letzten Beitrag ja sinniert. Daher ist es unglaublich wohltuend, an einem Ort einzuchecken, der es einem so leicht wie möglich macht. Im Hoftel ist das der Fall. Darüber hinaus hat man mit AnneClaire und Sjirk zwei Gastgeber, der trotz bereits erwachsener Kinder noch immer ein großes Interesse am Lebensalltag mit Baby und Kleinkind zeigen. Gespräche über Erziehungsmodelle, Schulsysteme und spannende Kinderbücher sind ihnen mehr als willkommen. Ich kann Euch das Haus daher nur wärmstens empfehlen! 

Was Ihr von dort aus tagsüber so anstellen könnt und welche Restaurants sich als besonders babytauglich herausgestellt haben, erfahrt Ihr im nächsten Teil der Föhr-Triologie.

Teil 1 der Föhr-Triologie hier>>

Sandra

Sandra

Seit 2008 blogge ich nordisch-frisch über meine Heimatstadt Bremen und alle Regionen, in denen eine steife Brise weht und man lieber in Strandkörben als auf Designermöbeln Platz nimmt. Für Nordseeinseln schlägt mein Herz dabei besonders laut. Noch lauter allerdings für den Lütten, der seit Februar 2016 mein Leben auf wunderbare Weise auf den Kopf stellt.

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