Rot und fruchtig? Will ich. Oder auch: Erdbeeren in Bremen selber pflücken.

Ich liebeliebeliebe die Zeit, in der die Bremer Straßen von den überdimensionalen Erdbeeren gesäumt sind, an denen man zunächst Spargel und Erdbeere, später dann auch Himbeeren, Brombeeren und Kirschen aus der Region kaufen kann. Den Spargel lasse ich zwar stets links liegen, aber beim Obst greife ich dafür meist doppelt zu. Der Juni ist daher auch in jedem Jahr mein vitaminreichster Monat, weil statt Schokolade Früchte in meinem Mund landen, wenn ich am Schreibtisch im Büro sitze. Und Schokolade kann ich ne ganze Menge verdrücken.

Im Juni vor zwei Jahren, ich war gerade erst wenige Wochen schwanger, war meine Gier auf Erdbeeren & Co. auffällig groß. Ich glaube, nie zuvor haben die Verkaufsstände einen solchen Umsatz mit mir gemacht. Täglich zwei Schalen Früchte, also oft 1 Kilo, waren Standard.

Erdbeeren pflücken in Bremen

Gestern schoss mir die Idee durch den Kopf, endlich mal selbst Erdbeeren pflücken zu gehen. Jedes Jahr aufs Neue nehme ich mir das vor – bislang blieb es bei einem unerfüllten Vorhaben. Aber das ist ja das Gute an Kindern: man ist täglich früh auf und sucht nach Ausflugszielen im Freien. Doch, echt, das  finde ich tatsächlich an den meisten Tagen super.

Via Instagram fragte ich deshalb in die Bremer Runde, welche Erdbeerfelder zum Selberpflücken denn in Bremen und Umzu  zu finden seien. Die häufigste Empfehlung: Hof Kaemena in Oberneuland. Und da waren wir dann heute Morgen direkt mal.

Erdbeere-Idylle in Oberneuland

Wir und schon einige andere Frühaufsteher. Es standen bereits ordentlich Fahrräder und Autos vor dem riesigen Feld, das wirklich idyllisch gelegen ist. Schon die hinführenden Straßen mit den schönen Baumbestand lassen das urbane Treiben vergessen und irgendwann öffnet sich dann der Blick auf die unzähligen Reihen von grünen buschigen Erdbeerpflanzen, die derzeit alle gut mit süßen Früchten bestückt sind. Am Anfang kauft Ihr Euch ein, zwei… so viele Körbchen, wie ihr tragen könnt bzw. lasst Eure mitgebrachten Gefäße wiegen. Dann wird Euch mitten auf dem Feld eine Reihe zugewiesen, die ihr plündern könnt, bis die Körbchen voll sind. Lange dauert das nicht, jedenfalls nicht hier, denn bei jedem Schritt findet ihr leckere unbeschädigte Erdbeeren.

Der Lütte hatte es nicht so mit der Erdbeersuche, sondern übernahm lieber die Rolle des Vorkosters, die er sehr gewissenhaft ausführte. Wir Eltern hockten pflückend im Grünen. Damit der Zwerg keinen Fruchtzuckerschock bekommt, ist der Mann schon einmal mit ihm auf den Spielplatz vorgegangen, der direkt am Eingang zum Feld zu finden ist. „Spielplatz“ ist allerdings nicht das richtige Wort, ähnlich wie beim Eis-Kaemena im Blockland gibt es hier viele Spieltrecker, Bobby- und Kettcars. Außerdem große Stämme zum Klettern, ein bissl Sand zum Buddeln und Sitzgelegenheiten für die Erwachsenen. Total gut.

Mit rund 4 Kilo Erdbeeren für 12 Euro (500 Gramm kosten 1,50 Euro; es gibt Mengenrabatt) sind wir dann nach gute einer Stunde wieder abgezischt. Ein wirklich netter kleiner Stadtausflug, der mit anschließendem Marmelade kochen und Törtchen backen zusätzlichen Mehrwert hat. Wenn Ihr das auch erleben wollt, solltet Ihr nicht zu lange warten: Eventuell geht die Pflücksaison bei Kaemena schon kommendes Wochenende zuende. Hab ich mit einem Ohr verlauten hören. Öffnungszeiten: täglich außer sonntags 8 Uhr bis 19 Uhr.

P.s. Ein Tipp, der mich ebenfalls mehrfach erreichte, waren die die Erdbeerfelder von Nüstedt in Varrel, Dören und Leeste.

Sandra

Sandra

Seit 2008 blogge ich nordisch-frisch über meine Heimatstadt Bremen und alle Regionen, in denen eine steife Brise weht und man lieber in Strandkörben als auf Designermöbeln Platz nimmt. Für Nordseeinseln schlägt mein Herz dabei besonders laut. Noch lauter allerdings für den Lütten, der seit Februar 2016 mein Leben auf wunderbare Weise auf den Kopf stellt.

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