Work is not a Kinderspiel #4. Oder auch: Interview mit Diana von Sktechnotes by Diana

Die ersten acht Arbeitswochen nach der Babypause, waren für mich wie ein berufliches Wochenbett. Was genau ich damit meine, habe ich Euch bereits berichtet. In dieser Zeit habe ich mich häufig gefragt, wie andere Mompreneurs den Wiedereinstieg wohl erlebt haben und welche Tipps sie rückblickend an selbständige Neu-Mamas geben. Fertig war die Idee zur Interview-Serie „Work is not a Kinderspiel“, in der heute die Vierfach-Powermutter und Bremerin Diana von Sketchnotes by Diana über ihr Arbeitsleben erzählt.

Diana, Du hast dich selbständig gemacht als bereits vier Kinder das Familienleben auf Tab hielten. In welcher  Situation hast Du Dich nach der ersten Babypause befunden?

Ehrlich gesagt hatte ich gar keine Babypause. Als mein erstes Kind – mein Sohn – zur Welt kam, befand ich mich mitten im Studium, kurz vor dem Vordiplom. Kurz davor war es etwas stressig, denn der Termin fiel genau in die Prüfungszeit. Ich habe mit den Professoren gesprochen, um Alternativen wie zum Beispiel Hausarbeiten oder Präsentationen abzuliefern. Sie hatten großes Verständnis und haben mir Alternativen zugesagt. Dass sich mein Sohn dann auch noch über 5 Wochen früher angemeldet hat, damit habe ich nicht gerechnet. Aber schlussendlich hat alles geklappt!

Wie gings dann weiter ?

Meine beiden ersten Kinder, die nächste war meine erste Tochter, sind im 3. und 7. Semester zur Welt gekommen. Da ich der letzte Diplomstudiengang war (danach kam Bachelor), konnte ich gar keine Pause machen, denn das Bewertungssystem war ein anderes und der Bachelor um zwei Semester verkürzt, wenn ich das richtig in Erinnerung habe. Insofern war gar keine Zeit, über einen Babypause nachzudenken. Während der zweiten Schwangerschaft war ich in mit meinem einjährigen Sohn in Südafrika, um mein Auslandsjahr zu absolvieren. Nach der Rückkehr kam Nummer 2. Ohne die Unterstützung meines Mannes wäre das nicht möglich gewesen. Meinen ersten Job habe ich danach angefangen. Das war Teilzeit, die Kinder waren noch klein und natürlich ist der Arbeitsmarkt bei einer Teilzeitstelle was völlig anderes. Trotz guter Ausbildung. Und ich stieß auf die Probleme jeder Mutter: Was ist, wenn das Kind krank ist? Oder beide? Eine große Herausforderung. Ohne ein Back up ist das sehr schwierig.

Heute nun bist Du selbständig. Wie sieht ein typischer Arbeitstag bei Dir aus?

Ja, das bin ich und ich möchte es nicht mehr missen. Ich kann mir die Zeit selber einteilen. Ich kann mir den Aufwand selber einteilen. Auch das ist ein Learning. Wieviel schaffe ich, bzw. wieviel kann ich überhaupt schaffen. Wie finde ich die Balance zwischen einem Traumberuf und einer Familie? Was kann ich annehmen? Was ist, wenn ich verreise?

Meine ersten Emails checke ich morgens, bevor ich die Kinder wecke. Von dem abgesehen habe ich ganz gerne noch etwas Zeit für mich, bevor es turbulent wird. Wenn die Kinder alle auf den Weg gebracht sind, kann ich mich meinen weiteren Aufgaben widmen. Das geschieht hauptsächlich vormittags. Abends arbeite ich nur, wenn mein Mann verreist ist. Viele Zeichnungen entstehen auch digital, da bin ich sehr mobil, das ist praktisch. In unserem digitalen Zeitalter ist diesbezüglich vieles einfacher geworden.

Du musst, genauso wie ich, manchmal für kurze Zeit dienstlich verreisen. Wie handhabt Ihr das als Familie? Übernimmt Dein Mann Deine Aufgaben? Erledigen die Kinder vieles allein? Wie muss man sich das konkret vorstellen?

Wir haben ein gutes Back-up. Wir sprechen uns ab: wenn ich verreist bin, ist mein Mann da. Hinzu kommt Kinderbetreuung sowie Großeltern.

Schaffst Du es, Deinem persönlichen Anspruch an Arbeitsergebnisse immer gerecht zu werden?

Meistens ja! Wenn auch gerne mal auf die letzte Minute.

Ein krankes Kind wirft den straffen Zeitplan als Selbständige meist vollkommen aus der Bahn. Wieviel Verständnis zeigen Deine Kunden und Geschäftspartner? Und wie gehst Du selbst mit solchen Situationen um – Aufträge mit anderen abwickeln, Arbeitspensum reduzieren oder Nachtschichten einschiebe?

Ich hatte bereits so eine Situation. Ich sollte für einen Sketchnotes-Workshop verreisen und habe ihn abgesagt. Die Dame, die mich gebucht hatte, hatte vollstes Verständis, sie ist selber Mutter…. Nachtschichten schiebe ich nicht ein. Ich bin keine Eule. Aber eine Lerche! Ich stehe einfach früher auf.

Gibt es Menschen, die Dir das Vereinbaren von Kind und Job erleichtern oder vielleicht sogar erst ermöglichen?

Sicherlich mein Mann. Er unterstützt mich und wir können uns Kinderbetreuung leisten. Auch die Schwiegermutter springt ein. Ohne Unterstützung ginge das alles nicht.

Welche Vorteile bietet Dir Deine Selbständigkeit mit Blick auf das Familienleben?

Meiner Meinung nach ein riesige Vorteil! Die Zeiteinteilung ist frei und mittlerweile kann ich sehr gut abschätzen, wieviel ich annehmen kann. Wichtig ist zu berücksichtigen, dass man immer noch alles schafft, obwohl die Dinge anders laufen als geplant. Und das tut es mit 4 Kindern auf jeden Fall.

Dein ultimativer Tipp, wie der Wiedereinstieg in den Job gut klappt?

Die Liebe zum Job, wenn man die hat, dann bekommt man auch alles hin. Weil man es will!

Danke Diana.

Die bisherigen Interviews verpasst? Kein Problem, hier geht´s zur Übersicht der Reihe #worksinotakinderspiel.

Sandra

Sandra

Seit 2008 blogge ich nordisch-frisch über meine Heimatstadt Bremen und alle Regionen, in denen eine steife Brise weht und man lieber in Strandkörben als auf Designermöbeln Platz nimmt. Für Nordseeinseln schlägt mein Herz dabei besonders laut. Noch lauter allerdings für den Lütten, der seit Februar 2016 mein Leben auf wunderbare Weise auf den Kopf stellt.

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