Wie will ich mich fühlen? Oder auch: SOUL – vegan coffee bar

Ach Du meine Güte – was war mit mir heute bloß los? Noch bevor mir der heutige Samstag hätte etwas antun können, fand ich ihn schon doof. Es muss etwas mit diesem berühmten linken Bein zu tun habe, mit dem man besser nicht aufsteht. Davon hatte ich heute Morgen mindestens zwei. Nacht doof, Rücken doof, Wetter doof, Spiegelbild, Küchenrenovierungspläne doof, Frühstücksbrot doof, Kleiderschrankinhalt doof, Tagespläne doof… Selbst das Kind habe ich zum ersten Mal seit es auf der Welt ist angemotzt. Bei Verhaltensweisen, die ich sonst mit einem verliebten „Hach, er ist doch noch so klein und will nur spielen“ weglächle.

Erstaunlicherweise ist die erste Tageshälfte dennoch vorübergegangen, ohne dass ich Geschirr zu Bruch schmiss oder die Nachnbarschaft durch tarzanähnliche Wutschreie in Aufregung versetzte. Dass das Kind zum ersten Mal seit Monaten keinen Mittagsschlaf machen wollte – ach, wundert das überhaupt noch jemanden? Gegen 14 Uhr stellte ich mir nur noch die eine Frage: Halte ich an meinen geplanten Aktivitäten fest oder schnappe ich mir die im Schrank liegende Tüte Chips und verkrieche mich für den Rest des Tages unter der Bettdecke?

Früher habe ich dem inneren Schweinehund, der mir die kalorienreichen Gemütlichkeitsvorteile in solchen Situationen mantramäßig vorbellte, häufig nachgegeben. Das Ergebnis: Fettige Krümel im Bett, aber keine gute Stimmung. Ich wusste also genau, wofür ich mich entscheiden musste,  wenn es mir besser gehen sollte. Weitermachen und mir was Gutes tun.

Ich landete daher im SOUL, einem jüngst eröffneten veganen Coffeeshop am Dobben. Hier könnt Ihr nämlich nicht nur mit einem Getränk und etwas Leckerem darüber entscheiden, DASS es Euch besser geht, sondern wie genau ihr Euch fühlen wollt. Erfrischt? Dann bestellt am Tresen die hausgemachte Limo. Belebt? Dann die Goldene Milch. Glücklich? Dann ist die Chocolate Bowl der Frühstückskarte aus Sicht der Betreiber etwas für Dich.

Neben veganen Sandwiches bekommt Ihr tagsüber natürlich auch echtes Soulfood: bildschöne Tortenstücke und saftige Brownies zum Beispiel. Außerdem: yup yups. Kennt Ihr noch nicht? Na, dann habt Ihr aber was verpasst. Hinter der Bremer Marke „yup yup“ verstecken sich kleine raw cakes, Rohkosttorten also, die Roxanne Kagemann herstellt. Roxanne kennt Ihr vielleicht noch aus dem Green Bites. Sie ist vor einigen Jahren in England auf Rohkosttorten aufmerksam geworden und war vollkommen fasziniert von der gesunden Form des Naschens. Vor einigen Wochen durfte ich ihre Kreationen schon mal probieren – phantastisch!

Im Kühlschrank des SOUL habe ich heute die Weinschorlen von sechzisch vierzisch entdeckt. Die sind allein wegen ihrer tollen Flaschengestaltung im SOUL goldrichtig. Die Innengestaltung sieht nämlich aus wie das wahrgewordene Pinterestboard eines Interieur-Bloggers. Skandinavisch, pastellig, urban jungelig, geometrisch. Ist das Café (klein)kindgeeignet? Klares Nein.  Machte heute allerdings nichts, der Lütte war ohnehin nicht mit.

Da ich mich mal wieder gesund fühlen wollte, bestellte ich den Saft der Woche. Und ein Sandwich mit Frischkäse.  Die Laune nach dem Verzehr: irgendwie immer noch doof. Was allerdings an meiner großen Menge an Schlechtlaunigkeit lag, nicht am Geschmack der kredenzten Leckereien.

Einen Teil davon habe ich anschließend im Badehaus rausschwitzen können. Immerhin. Der Rest verschwindet ganz bestimmt über Nacht. Denn das ist ja das Faszinierende: Solche Sch***tage sind nach einer Mütze Schlaf tatsächlich Geschichte.

P.s. 22:37. Eigentlich soll dieser Artikel jetzt onlinegehen.  Aber: Internetverbindung hinüber. Dieser Tag ist einfach kaputt. Eineinhalb Stunden snd noch zu bewältigen. Ich tue das am Besten schlafend. Man weiß ja nie. In diesem Sinne: Wenn Ihr das lest, ist schon Sonntag.  Zum Glück!

Pp.s. Sonntag, 9:44 Uhr. Hatte ich etwas von „eine Nacht drüber schlafen“ geschrieben? Tja, da hatte der Lütte andere Pläne. Noch bevor ich selbst das Licht ausgemacht hatte, wurde er wach. Und blieb es. Bis 02:30 Uhr. More coffee please! Und einmal die pancakes aus dem SOUL. Ans Bett bitte!

Sandra

Sandra

Seit 2008 blogge ich nordisch-frisch über meine Heimatstadt Bremen und alle Regionen, in denen eine steife Brise weht und man lieber in Strandkörben als auf Designermöbeln Platz nimmt. Für Nordseeinseln schlägt mein Herz dabei besonders laut. Noch lauter allerdings für den Lütten, der seit Februar 2016 mein Leben auf wunderbare Weise auf den Kopf stellt.

One thought on “Wie will ich mich fühlen? Oder auch: SOUL – vegan coffee bar

  1. Hört sich anstrengend an (dein Tag), da hat das Cafe sicherlich gut geholfen. Das sieht einfach nur wunderschön aus. Mir gefallen vor allem die Pflanzen, welche von der Decke hängen. Da würde ich mich sicherlich wohl fühlen. Muss ich mal hin. Danke dir.
    Lg

    ps. Schöner Blog

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