T wie Toskana

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Okay, das ist jetzt etwas verzwickt. Wie rechtfertige ich auf einem Blog mit dem Motto „Nordisch frisch“ eine Lobhudelei auf zwei Wochen dolce vita in der Toskana? Wie passen von der Sonne glühende historische Fassaden von San Gimignano und türkisfarbenes ligurisches Meer zu steifer Brise und Strandkorb? Eigentlich gar nicht.

Oder vielleicht doch?

Da muss es doch einen Zusammenhang geben… irgendeinen.. auch wenn er noch so abwegig… Moment mal! Es gibt da tatsächlich etwas, das eine inhaltliche Brücke schlägt: meine Urlaubslektüre. Die stelle ich Euch in einem anderem Beitrag noch genauer vor, aber ein Titel sei schon einmal verraten: „Das Meer in Gold und Grau“ von Veronika Peters. Und dieser empfehlenswerte Roman spielt nirgendwo sonst als an der Ostsee. In ihm geht es mehr als einmal um steife Brisen und Strandkörbe. Mehr noch: Auf der ersten Seite werden die Bremer Stadtmusikanten zitiert. Kein Scherz! Ohne dass ich es vorher gewusst habe, steckte also ein Stück Küstenatmosphäre und Bremen in meinem Reisekoffer. Zack! Da haben wir sie – die waghalsige Rechtfertigung, Euch mit Urlaubsschwärmereien für einen Trip in die Toskana begeistern zu wollen. Ecco!

Der diesjährige Sommerurlaub war mein zweiter Aufenthalt in der Toskana. 2000 setzte ich mich mit zwei Freundinnen in einen unklimatisierten Corsa ohne Navi und wir verbrachte auf dem Weg nach Rom zwei Wochen auf den Zeltplätzen in Pisa, Florenz, Lucca und Siena. Aber ich muss gestehen, dass meine Erinnerung an Natur und Eigentümlichkeiten der Region zwischenzeitlich verblasst war. Dass es mir gefallen hatte und das Eis phantastisch war – soviel wusste ich noch. An goldene Weizenfelder und schillernde Olivenplantagen soweit das Auge reicht dachte ich aber genausowenig ie an spektakulär-steile Aufstiege in historische Gassen und weiß gepuderten Panforte. Vielleicht ist es aber auch ein „erwachsenerer“ Blick bei Reisen. 2000 war ich vielleicht zu sehr mit der Musikauswahl fürs Auto und den Klamottenläden beschäftigt? Dreizehn Jahre später nun habe ich mich an der hügeligen Landschaft und ihren Farben nicht sattsehen können.

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Beim grandiosen Wetter war natürlich auch kein Sättingungsgefühl festzustellen. Im Gegenteil! Ich habe mich jederzeit in diesem vierzehn Tagen nahezu an der Sonne ergötzt. Das Lebensgefühl, das sich einstellt, morgens wie spät abends bei lauen Temperaturen in leichten kurzen Sommerklamotten auf der Terrasse an unserem Haus zu sitzen und tagsüber bei 28 Grad die Seele am Meer, vor einer Bar oder am Pool baumeln zu lassen, zelebriert. Gefeiert. Aufgesogen. Ehrlich! Denn das, was wir hier in den letzten Jahren – vor allem in Bremen – als Sommer erlebt habe, war meilenweit von dem entfernt, was ich in Italien genießen durfte. Das Gute an der Ecke, in der wir waren: Es gab immer angenehmen Wind. Es war niemals schwül, niemals zu heiß, sondern genau richtig. Warme Temperaturen plus Luftzug. Perfekt! In den nächsten Tagen verrate ich Euch mal, wo wir genau untergekommen sind, denn sowohl das Ferienhaus als auch die Lage sind eine Empfehlung wert.

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Aber es gab sie dann doch, die Momente in denen wir satt waren. In Sachen Genuss und Essen machen wissen die Italiener halt einfach, wie es geht. (In Sachen Verkehrsführung, Bürokratie und Bauvorhaben sieht´s anders aus, aber das ist ein anderes Thema.) Die beste Pizza gab´s in Livorno, den besten caffe bei Nannini in Siena, das beste Eis in Rosignano Marittimo und das beste nach einheimischen Gepflogenheiten dargebotene Abendessen in Pastina.

Und so verbrachten wir zu viert eine entspannte Urlaubszeit mit einem Mix aus Sightseeing, Kaffeebar-Plündern, Strand, Lesen, Essen, Schlafen, Naherholung und Abwesend-in-den-blauen-Himmel-Gucken. Hier und da stieß ich außerdem spitze Schreie der Entzückung aus, nämlich immer dann, wenn mal wieder eine türkisfarbene Vespa, ein alter kleiner Fiat oder ein dreirädriges Mini-Lieferfahrzeug an mir vorbeischoss. Die knatternden Fahrzeuge in Italien mag ich sehr. Und was auch großen Spaß gemacht hat: Endlich mal wieder Italienisch sprechen. Es ging erstaunlich gut. Am Ende bekam ich sogar großes Lob von Italienern. Vielleicht sagten sie es nur, um mir eine Freude zu machen, aber in diesem Moment ging es trotzdem runter wie frischgepresstes Olivenöl.

Soviel von mir, die seit Montag wieder mit hanseatischem Wetter und To Do-Listen „kämpft“. Sich dabei aber nicht beklagen möchte, denn der nächste Urlaub steht ja schon mehr als vor der Tür. Allen von Euch, die gerade Koffer packen oder schon unterwegs sind, wünsche ich tolle Reiseerlebnisse. Mit welchen Urlaubsabschnittsgefährten seid Ihr unterwegs?

Und allen, die erstmal keinen Urlaub haben, dem empfehle ich dieses wunderbare Wortkonfetti-Freebie von titatoni: Urlaub ToGo.

About Sandra

Ich schreibe hier über drei Dinge, die mich jeden Tag aufs Neue beschäftigen: meine Heimatstadt Bremen, meine berufliche Selbständigkeit und mein Alltag als Mutter eines Kleinkindes. Was mir am Herzen liegt: Euch anzustiften! Zu Unternehmungen an der Weser, zu Mut im Berufsleben und zu einem humorvoll-offenen Herzen für Eure Kinder. Allen Herausforderungen zum Trotz. Dass es nicht immer einfach ist, Familie und Job zu vereinbaren, darum geht es hier nämlich auch ab und zu.

2 thoughts on “T wie Toskana

  1. toll! ich muss auch dringend mal wieder in die toskana. ich war zuletzt 2002 in florenz. viel zu lange her für meinen geschmack!

    die landschaft, die wein- und olivenberge, konnte ich mir auch immer stundenlang ansehen. wollte sie immer ein wenig aufsaugen und für alle zeiten bei mir abspeichern: den blick, das licht, den geruch…. hach…. sehnsucht. 😉

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