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| Foto: tvspielfilm.de |
An und für sich mag ich keine Zweiteiler. Es sei denn, es geht um Bikinis. Beim Fernsehkonsum hingegen möchte ich mich frei fühlen und nicht vom Programmchef verordnet bekommen, an welchen zwei (oder gar drei) Abenden ich um 20:15 Uhr einschalten muss. Nichts anderes bedeutet es aber, wenn Historienstreifen oder Megablockbuster als Zwei- oder Mehrteiler daherkommen. Gut… vier, fünf Stunden am Stück einen Film zu schauen ist keine allzu attraktive Alternative – ich scheine also so oder so kein Mensch für Langstreckenfilme zu sein. Ob an einem oder mehreren Abenden. Und so habe ich mich bisher auch um alle Furtwängler-Kriegsdarstellungen und Käthe Steiffs-Weihnachtsgeschichten der Öffentlich-Rechtliche gedrückt und mich lieber auf 90-minütigen TATORT-Umfang eingeschossen.
Bis gestern.
Denn gestern lief der erste Teil von „Der Turm“, die Verfilmung des gleichnamigen Buches von Uwe Tellkamp. Sowohl die Darsteller als auch der Jubel um das Buch, das ich noch nicht gelesen habe, waren Motivation, meine Zweiteiler-Aversion zu überwinden und einzuschalten. Ich hab es nicht bereut und freue mich auf die heutige Fortsetzung.
Der Film macht eingängig deutlich, wie das sozialistische System der DDR ganz unterschiedliche Menschen in die gleiche Bredouille bringt. Dass es kaum gelingen kann, sich selbst treu zu bleiben, will man das aufgebaute Leben in der Familie und/ oder mit dem Job nicht gefährde. Dafür braucht der Film keine Überzeichnungen oder Lehrmeistersprüche. Er schafft all das, indem er einfach feinsinnig abbildet, was einer gutbürgerlichen Familie so alles widerfährt. Erinnert an „Das Leben der Anderen“.
Absolute Mediathek-Empfehlung für alle, die gestern nicht eingeschaltet haben!
