Erster Halt: Schwäbische Alb

Jahrelang war ich einem orthographischen Mißverständnis aufgesessen, das sich dank meiner kleinen Süddeutschlandreise nun aufgeklärt hat: es heißt „Schwäbische Alb“ nicht „Schwäbische Alp„. Unreflektiert war ich immer davon ausgegangen, dass die Regionsbezeichnung irgendwas mit den Alpen zu tun hat. Weil´s da eben auch so hügelig ist und die wahren Alpen nicht mehr weit weg sind. Ähm, ja.

Viele meiner Studienfreunde sind im Süden geblieben. Es gibt also genügend Gründe, häufiger mal nach BaWü zu fahren. Aber wie das eben im Arbeitsalltag mit kurzen wertvollen Wochenenden so ist: man macht es so lange nicht, bis es einen unumstößlichen Anlass gibt. Der heißt immer häufiger „Wir laden zur Hochzeit ein!“. Ziemlich genau ein Jahr nach unserem Trip gen Ulm, wo eine Freundin heiratete, ging es daher für uns erneut über die A7 hinunter ins Ländle.

Zwischenübernachtung im Meteorkrater. Ja, richtig gelesen! Das Örtchen Steinheim liegt mitten in einem Meteoreinschlagsgebiet. Sah letztlich auch nicht wesentlich anders aus als andere Täler, aber wir glauben der Wissenschaft einfach mal. Am nächsten Tag dann ins feine Kleidchen geschlüpft, die tollen Landstraßen in Richtung Münsingen genossen und brav auf die Kirchenbank gesetzt. Das Brautpaar bestand aus zwei Lehrern, die zugleich noch ihre einjährige Tochter taufen ließen. Die Zeremonie war dementsprechend pädagogisch-didaktisch geprägt: mit Basteleien für die vielen anwesenden Kinder und einer Einführung in die Sprachgeschichte des Wortes „Licht“ durch den Bräutigam. (Einen Test, in dem die Inhalte noch mal abgefragt wurden, mussten wir am Festabend allerdings nicht schreiben.)

Gefeiert wurde auf dem „Hofgut Hopfenburg„. Einmalig, das muss man wirklich mal gesehen haben. Zwischen Eselstall und Sonnenblumenfeld steht eine modern umgebaute Festscheune. Genächtigt wurde in Zirkus- und Schäferwagen oder Tipi-Zelten. Wirklich schön und einzigartig. Für uns ging es in der Nacht den Schäferwagen – vorher habe ich wenigstens noch eine Sternschnuppe am sternenklaren Himmel entdecken können.

Die Hochzeit war auch ein Wiedersehen mit der Vergangenheit. Mit Menschen, mit denen ich rund sechs Studienjahre intensiv verbracht habe, zu denen die Verbindung aber jäh abgebrochen ist. Daher machten sich alte Wunden bemerkbar. Aber vielleicht müssen Pflaster an solch einem Tag einfach mal unsanft abgerissen werden. die Wunde wieder etwas Luft zum Heilen bekommen, damit die irgendwann Geschichte sind.

Am Sonntagvormittag ging es dann weiter nach Stuttgart. Fortsetzung folgt…

About Sandra

Ich schreibe hier über drei Dinge, die mich jeden Tag aufs Neue beschäftigen: meine Heimatstadt Bremen, meine berufliche Selbständigkeit und mein Alltag als Mutter eines Kleinkindes. Was mir am Herzen liegt: Euch anzustiften! Zu Unternehmungen an der Weser, zu Mut im Berufsleben und zu einem humorvoll-offenen Herzen für Eure Kinder. Allen Herausforderungen zum Trotz. Dass es nicht immer einfach ist, Familie und Job zu vereinbaren, darum geht es hier nämlich auch ab und zu.

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