Teestunde auf dem Land

Unter den großen Kastanien Schatten finden, die nackten Füße von der durch die Wipfel fallenden Sonne bräunen lassen, dem gleißenden Licht über den satten grünen Wiesen entgegenblinzeln, die Wespen von der kühle Limo vertreiben – das war der Plan. Den hatten wir aber ohne den Sommer 2012 gemacht und so wurde aus der soeben entworfenen Vorstellung eines Sommertages eine Teestunde in der Wohnstube, während draußen der Regen prasselte. Schon mal in einer alten Schule aus dem Jahr 1870 gewohnt? Mit schrägen Türen und abblätternden Badezimmerwänden? Nein? Ich auch nicht.Wäre auch nichts für mich. Aber einem Kollegen und seiner Familie gefällt es da seit 21 Jahren ziemlich prima. Selbst Apfelsaft pressen, mal eben Kekse für den Besuch backen, dafür ein Ei untern Huhn hervorziehen und ab und an in der selbstgebauten Werkstatt ein Fahrrad zusammenbauen. Auf der Toilette sitzen und durch das geöffnete Fenster gleichzeitig mit der Katze sprechen. Ländlichen Charme hat das ja. Improvisierte Idylle, die man einen Urlaub lang zum Erholen nutzen möchte. Aber auf Jahre mit undichten Fenstern und der vielen Arbeit, die Haus und Hof machen, leben? Ad hoc für mich Städterin unvorstellbar. Schön gemütlich war es aber. Draußen auf dem Land.

About Sandra

Ich schreibe hier über drei Dinge, die mich jeden Tag aufs Neue beschäftigen: meine Heimatstadt Bremen, meine berufliche Selbständigkeit und mein Alltag als Mutter eines Kleinkindes. Was mir am Herzen liegt: Euch anzustiften! Zu Unternehmungen an der Weser, zu Mut im Berufsleben und zu einem humorvoll-offenen Herzen für Eure Kinder. Allen Herausforderungen zum Trotz. Dass es nicht immer einfach ist, Familie und Job zu vereinbaren, darum geht es hier nämlich auch ab und zu.

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