„Chrissis Barbierstube“ in Oldenburg: Vintage-Look und Retro-Charme

Die einen haben Frisuren, die anderen haben Zopfgummis. Ich gehöre zu den anderen. Seit Jahren schon bin ich was meine Haare betrifft ratlose Gefangene der folgenden Rahmenbedingungen:

1. Ich habe nur zwei Hände. Wann immer ich mal zaghaft versucht habe, etwas mehr mit meinen Haaren zu machen, als sie nur zu kämmen, fehlte mir eine dritte helfende Hand. Rechts den Fön, links unbeholfen die Rundbürste – und welche Hand trennt bitte die Haarpartien ab oder greift zu anderen Utensilien?

2. Ich schlafe gern. Es soll ja Menschen, vor allem Frauen geben, die jeden Morgen eine halbe Stunde mit Glätteisen, Lockenstab und Styling-Gel verbringen. Bewundernswert. Die Beziehung zwischen mir und meinem Bett ist leider stärker als die zwischen mir und meinen Haaren. Ergo: Es muss morgens schnell gehen. In Anbetracht dessen, dass ich viele viele Haare habe und allein das Fönen immer schon lang dauert, bleibt einfach keine Sekunde mehr für Experimente oder fluchendes „Ach, das muss ich jetzt nochmal neu hochtüddeln“ übrig.

3. Ich verstehe nicht, was auf all den Tuben, Tigeln und Kuren geschrieben steht, die man in den meterlangen Haarkosmetik-Regalen findet. Und selbst wenn ich diese pseudo-chemischen Marketing-Worthülsen einigermaßen übersetzen kann, weiß ich noch immer nicht, was ich davon eigentlich brauchen könnte und zweifle auch ganz generell daran, dass überhaupt jemand all diese Sachen braucht.

4. Ich habe noch keinen Friseur in Bremen gefunden, bei dem ich mich richtig gut aufgehoben fühle (Tipps anyone?). Mit „gut aufgehoben“ meine ich nicht, dass Friseur/in und ich die ganze Zeit quasseln müssen, weil wir uns ach so gut verstehen, und dass der Chai Latte mir genau so gut gefällt wie die Hintergrundmusik im Salon. Ich meine damit, dass ich mich individuell beraten fühlen möchte. Nein, quatsch, ich möchte nicht nur das Gefühl eine guten Beratung haben, sondern wirklich gut beraten SEIN. Aber wann immer ich bislang die offene mutige Frage gestellt habe „Was denken Sie denn? Was würden Sie denn machen?“ habe ich eigentlich immer nur gehört, dass eigentlich alles gut ist und einfach nur mal frisch durchgestuft werden müsste. In Anbetracht dessen, dass ich aber regelmäßig das Gefühl habe, mein Gesicht sei hinter einem schweren dackelblonden Vorhang verschwunden, wenn ich die Haare offen trage, habe ich persönlich nicht das Gefühl, dass alles gut ist.

Was war ich daher froh, vor zehn Tagen auf diese drei Damen zu treffen, das Team von „Chrissis Barbierstube„.

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Jasmin, ganz rechts im Bild, hat es mal klar und deutlich ausgesprochen: „Man muss mehr von Deinem Gesicht sehen. Da sind nach unten hin einfach viel zu viele Haare.“ Ja ja ja, zu viele Strippen, das finde ich auch! Schade nur, dass wir an besagtem Sonntag nicht gleich mit Kamm und Schere loslegen konnten. Aber mein Bedauern darüber hält sich in Grenzen, denn a) wird das einfach ganz bald schon nachgeholt und b) ging es bei meinem ersten Besuch in „Chrissis Barbierstube“ um was ganz anderes. Eigentlich noch was viel Besseres. Um eine Vintage Tea Party mit Umstyling.

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Chrissis Salon ist leider nicht in Bremen, aber auch gar nicht solo weit entfernt. In Oldenburg nämlich. Mit der Nordwestbahn seid Ihr in 30 Minuten am Oldenburger Hauptbahnhof, der Bus in die Donnerschweerstraße 305 braucht nochmal rund 10 Minuten. Das kann man schon mal machen, wenn man – wie ich – maximal alle drei Monate zum Schneiden geht. Von außen recht unscheinbar in einem normalen Wohnhaus versteckt, öffnet sich mit der Tür zum Salon ein Fenster in vergangene Zeiten. Nostalgie der 30er – 50 er Jahre trifft auf Rockabilly. Die Augen können auf wunderbare Zeitreise entlang von alten Emaille-Büchsen, Vintage-Schildern und Retro-Fotografien gehen. Einen gemütlichen Hauch Wohnzimmerflair versprüht der kleine Raum, ehrliche Freude an ihren Kunden Chrissi und ihre Mädels. Ein Ort, an dem man sich sofort wohl fühlt.

Aber Sarah, die mich und einige andere Bloggerfreundinnen eingeladen hatte, setzte mit Christi noch einen drauf: Wir selbst wurden auch verwandelt. Eine Kleiderstange voller wunderbarer Kleider, die das Fashion Café Hella&Hermann für diesen Nachmittag zur Verfügung stellten, wartete darauf, von uns durchstöbert zu werden. Und was soll ich sagen: Bei mir war es Liebe auf den ersten Blick! Das grün-weißes Kleid von people tree und ich waren füreinander gemacht. Jasmin zauberte mir eine verspielte Retro-Frisur, dann gab es noch ein kleines Make-up – zack, fertig war die Vintage-Sandra.

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Verblüffend, oder? Fotograf Damien Thorn hat uns alle dann noch Vintags-Teaparty-like in Szene gerückt – wat sind wir fesch, oder?

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Hach, das war wirklich ein inspirierender Tag, der Lust gemacht hat, mal wieder nach was anderem Ausschau zu halten als dem, was man immer anzieht. Und nicht aufzugeben bei der Suche nach einer Frisur. So eine aufwendige Hochsteckgeschichte mit vorher herbeigezauberter Lockenpracht werde ich zwar nie hinbekommen, aber  einen Schnitt, der mich nicht immer zwingt, zum Zopfgummi zu greifen, wäre ja auch schon was, oder?

Liebe Chrissis Barbierstube-Crew, macht Euch bereit! Ich komme wieder!

Danke, Damien, für die zauberhaften Fotos.

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Liebe Sarah, danke für die tolle Organisation und die fabelhafte Idee!

Lieber Rest vom Fest, es war schön, gemeinsam mit Euch in die Vergangenheit zu reisen. Und Dich, Susanne, einmal persönlich kennenzulernen. Das müssen wir alles schnell wiederholen!

 

About Sandra

Ich schreibe hier über drei Dinge, die mich jeden Tag aufs Neue beschäftigen: meine Heimatstadt Bremen, meine berufliche Selbständigkeit und mein Alltag als Mutter eines Kleinkindes. Was mir am Herzen liegt: Euch anzustiften! Zu Unternehmungen an der Weser, zu Mut im Berufsleben und zu einem humorvoll-offenen Herzen für Eure Kinder. Allen Herausforderungen zum Trotz. Dass es nicht immer einfach ist, Familie und Job zu vereinbaren, darum geht es hier nämlich auch ab und zu.

12 thoughts on “„Chrissis Barbierstube“ in Oldenburg: Vintage-Look und Retro-Charme

  1. Das sieht aus, als hättet ihr jede Menge Spaß gehabt! Und eure Verwandlungen sind echt verblüffend.
    Eine echte kleine Zeitreise, aber jeweils sehr typgerecht! Klasse

    Liebe Grüße vom Deich
    Claudia

  2. Ich bin bei Abschnitt 77 – da fühle ich mich mit meinen Haaren, die völlig anders sind als deine gut beraten (Locken, dünnes Haar – das ich gar nicht so lang wachsen lassen kann, dass ich einen Zopf mache). Was ich dort auch gut finde: wenn ein Schnitt mal nicht so gelungen war, darf man die Kritik auch äußern.
    Liebe Grüße
    Nanne

    1. Da war ich auch zweimal. Nette Laden, aber so richtig gut beraten fühlte ich mich da auch nicht. Vielleicht liegts aber auch nicht an den Friseuren, sondern an meiner schwer zu bändigenden langweiligen Mähne ,-) Gebe aber nicht auf noch jemanden zu finden, der war zaubert!!

      1. Kennst du nicht im Freundeskreis oder Bekanntenkreis jemanden mit ähnlichen Haaren, deren Frisur dir gefällt? Nach dem Friseur fragen. Eine Freundin hat bei Henrich Hair eine super Frisur bekommen. Die hat ganz glattes „langweiliges“ Haar.
        Liebe Grüße
        Nanne

  3. Hach, was für wunderbare Fotos! Ich bin etwas betrübt, dass Oldenburg so weit weg ist von mir! 😉 Ihr seht alle wunderbar aus!

    Ich habe die gleichen Probleme wie du, aber ich habe jetzt endlich eine Frisörin getroffen, mit der ich halbwegs zufrieden bin. Das Beratungsproblem habe ich zwar immer noch, aber diese versteht wenigstens mal, was ich sagen will! 😉 Bei meiner aktuellen Haarlänge kann man aber auch nicht sooo viel beraten, denke ich.

    Liebe Grüße!
    Nele

  4. Hey,
    Das schaut echt nach jeder Menge Spaß aus.
    Und wieder einmal eine Sache, die für Männer leider so wohl nicht richtig möglich ist.

    Andererseits sind wir ja meist auch „pflegeleichter“ was Friseure angeht.

  5. Vintage Tea Party! Wundervolle Idee, und Ihr saht ja allesamt ganz zauberhaft aus 🙂 Aus Bremen höre ich von meiner besten Freundin auch immer nur, dass es „den“ Frisuer dort einfach nicht gibt – den Tip mit Chrissi im schönen Oldenburg gebe ich direkt weiter.

    lieben Gruß
    Verena

  6. Fantastische Idee!
    Eine Reise in die Vergangenheit, eine toll gezauberte Frisur und ein wunderschönes Make Up lassen unsere Herzen doch höher schlagen!
    Ich kann mir sehr gut vorstellen, wie ihr euch gefallen, vor dem Spiegel und dem Fotografen gedreht und die Kaffeetassen samt gespreiztem kleinem Finger in die Höhe gestreckt habt!
    TolltollToll!!!!! Und das Vintage- Geschirr erst! Hach…ein Traum! Ich bin verliebt in eure tolle Aktion!

  7. Liebe Sandra,

    erst mal herzlichen Dank für das wunderbare Intro!! Selten habe ich mich so wiedergefunden.. 😉
    Ich kam aus dem Nicken nicht mehr hinaus..

    Und Ihr saht alle zauberhaft aus!! Ebenfalls klasse umgesetzt sind die Motive.

    Falls Ihr mal Lust auf noch mehr Retro-Styling habt: auf der Insel Södermalm in Stockholm ist dies bereits seit einigen Jahren sehr trendy und man stolpert alle paar Meter über einen 30-50er-Jahre-Shop, sei es Kleidung, Frisör oder Barbier. Das würde Euch allen sicher Freude machen!

    1. Liebe Pia, das ist ja ein spannender Hinweis. Zumal ich noch nie in Stockholm war und mich gerade frage, ob ich das nicht mal dringend nachholen sollte…

      Herzliche Grüße an Dich und den Frisierspiegel 😉

      1. Liebe Sandra,

        ABSOLUT!!!! (Gut, was soll eine Stockholm-Fetischistin hier auch anderes sagen? 😉 )
        Stockholm ist und bleibt für mich eine der schönsten Städte auf diesem Planeten und ich vermisse die Stadt jeden Tag, den ich nicht dort bin.

        Wenn Du mal Tips brauchst, kannst Du mir gerne mailen. Oder ein wenig auf meinem Blog rechts in der Spalte bei „Stockholm“ stöbern. Ist zur Zeit teilweise etwas falsch geclustert, aber ich räume bald mal auf.. 😉

        Und zu meiner Frisör“leidenschaft“

        gibt es hier einiges.. 😉

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