workisnotajob: Liebe Deinen Montag

Weihnachten lag´s bei mir unterm Baum, inzwischen hab ich es es ausgelesen und gebe es an interessierte Freunde weiter: das Buch „workisnotajob. Was Arbeit ist, entscheidest Du“ von Catharina Bruns. Catharina kennen viele von Euch sicher durch supercraft: gemeinsam mit Sophie Pester sorgt sie mit diesem Projekt regelmäßig für die DIY-Kits, mit denen Ihr Euch kreativ austoben könnt. Aus dem zweiten gemeinsamen Projekt der Berlinerinnen ist nun eben ein gleichnamiges Buch hervorgegangen.

Worum geht´s? Um ein neues Verständnis von Arbeit. Um eine neue semantische Füllung dieses Begriffs und über eine mutige Haltung gegenüber eigenen Ideen. Die starre Aufteilung zwischen Freizeit und Arbeitszeit sei schon das erste Dilemma, das uns häufig zu unglücklichen Berufsmenschen macht, so beschreibt Catharina ihren Ansatz. Platt gesagt: Freizeit ist für uns die gute Zeit, in der wir tun können, worauf wir Lust haben, davon haben wir aber zu wenig. Arbeitszeit hingegen ist die missmutige Zeit, wo wir uns selten gut entfalten können, davon hat unser Tag aber deutlich mehr Stunden.

 

Doof also, wenn man sich wie der pawlowsche Hund ganz automatisch aufs Wochenende freut, den Montag aber verteufelt. Man muss ja nur in die eigen Facebooktimeline schauen: Da hagelt es „TGIF“-Einträge zum Ende der Woche, montags hingegen sehen wir regelmäßig Fotos von Kaffeebechern mit dem Zusatz „Gähn, schon wieder Montag. Ohne Kaffee geht nichts“. Ich stimme in diesen Chor oft auch ein, aber wenn man einmal innehält und sich das durch den Kopf gehen lässt, merkt man, wie sehr wir uns damit selbst ein Bein stellen. Ohne wirklich zu überlegen, was uns am Wochenende und in der er Arbeitswoche erwartet, haben wir unsere Generalurteil schon gefällt: Wochenende ist gut, der Montag ist böse. So kann man ja gar nicht gern ins Büro gehen, oder?

In den folgenden workisnotajob-Kapiteln geht es dann um die Frage, wie wir es schaffen können, diese Zweiteilung zu verlassen und auf unserer Uhr nur noch Lebenszeit abzulesen. Die These: Wir müssen uns die Berufe schaffen, die unseren Talenten und unserer Begeisterung entsprechen statt im Stellenmarkt nach einigermaßen passenden Ausschreibungen zu suchen. Dieser Gedanken wird aus unterschiedlichen Perspektiven beleuchtet – meiner Ansicht nach wiederholt sich die Quintessenz in den letzten Kapitel aber immer wieder. Zwei Drittel des Umfangs wären meiner Ansicht nach ausreichend gewesen. Weshalb ich aber noch nicht darauf verzichte, Euch dieses Buch zu empfehlen. Im Gegenteil! Vor allem Freiberufler und alle, die sich beruflich gerade neu orientieren, werden große Inspiration daraus ziehen können, für den zufriedenen Bankangestellten, den langjährigen Polizeipressesprecher oder den glücklichen Bademeister ist es wohl eher nichts.

Das Buch tummelt sich genau dort, wo auch Julia Engelmanns viel besprochener Auftritt oder der gerade bei arte ausgestrahlte Film „Speed – Auf der Suche nach der verlorenen Zeit“ (angucken!) zuhause sind: in der großen Entschleunigungswunschwolke, worin vor allem meine Generation umhertapst und die Frage diskutiert, wie Lebenszeit sinnvoll genutzt werden kann. In diesem Zuge möchte ich Euch noch auf ein neues Blogprojekt aus Bremen aufmerksam machen, das Menschen vorstellt, die aus gängigen Mustern ausgebrochen sind und nun den Job haben, der sie glücklich macht: Der Blog „What am I here for“? Ins Leben gerufen von Nicole, die selbst auf die Suche nach der für sie richtigen Arbeit ist. Arbeit mit Sinn, die vielleicht sogar die Welt ein Stück besser macht. Sie ist in die Welt hinausgezogen und hat Menschen gesprochen, die diese Suche bereits hinter sich haben. Was sie ihr erzählt haben und was sie selbst daraus gelernt hat, berichtet Nicole seit diesem Jahr auf ihrem Blog. Schaut doch mal rüber!

Wie sieht´s bei Euch aus? Sucht Ihr auch oder habt Ihr ihn schon gefunden bzw. ins Leben gerufen, den Job, der Euch glücklich macht? Und habt Ihr workisnotajob vielleicht auch gelesen? Dann freue ich mich über Eure Gedanken dazu.

Habt ein schönes Wochenende … aber hebt Euch auch noch ein bißchen Liebe für den Montag auf!

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About Sandra

Ich schreibe hier über drei Dinge, die mich jeden Tag aufs Neue beschäftigen: meine Heimatstadt Bremen, meine berufliche Selbständigkeit und mein Alltag als Mutter eines Kleinkindes. Was mir am Herzen liegt: Euch anzustiften! Zu Unternehmungen an der Weser, zu Mut im Berufsleben und zu einem humorvoll-offenen Herzen für Eure Kinder. Allen Herausforderungen zum Trotz. Dass es nicht immer einfach ist, Familie und Job zu vereinbaren, darum geht es hier nämlich auch ab und zu.

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