"Die perfekte Ordnung der Dinge"

Woran erinnern wir uns wohl, wenn wir mit Mitte Sechzig auf unser Leben schauen? Welche Episoden können wir plastisch beschreiben? Welche Menschen und unsere Geschichte mit ihnen hat uns geprägt? Zitate welchen Buches haben wir niemals vergessen? David Gilmour hat darauf Antworten gefunden und sie in zehn (in sich geschlossenen und doch ineinander greifenden) Kapiteln unterhaltsam und empfindsam zusammengefasst. Von der ersten Trennung nach einer Riesenradfahrt bis zu dritten Ehe wird der Protagonist „Tourist im eigenen Leben„. Kehrt zurück an entscheidende Orte, versetzt sich zurück in die damalige Gefühlswelt und beurteilt das Erlebte mit dem Abstand vieler Jahre neu. Um die perfekte Ordnung zu schaffen, so denkt er zunächst. Doch eigentlich ist das nur Mittel zum Zweck:

Ich bereite mich darauf vor, zu sterben. Ich strukturiere meine psychischen und emotionalen Erfahrungen, ich schaffe Ordnung. Das ist das Ziel aller Philosophie, sagt Montaigne: zu lernen, wie man richtig stirbt. Und genau das mache ich. Es ist kein morbider Gedanke. Ich rede nicht von nächster Woche oder nächstem Jahr. Ich sage nur: Ich spüre, dass der Wind gedreht hat und dass mein Boot sich dem Hafen nähert.“

Und genau so – ohne morbiden Grundton, sondern mit dem wogenden Auf und Ab einer dahingleitenden Schiffes – durchquert Gilmour das Leben eines Schriftstellers, eines Machos, eines Vaters, eine Tolstoi-Libehabers, der viel erlebt, viel geliebt und viel gelernt hat.

Schöne Formulierungen. Schön Menschliches. Schöne Geschichten. Leseempfehlung!

About Sandra

Ich schreibe hier über drei Dinge, die mich jeden Tag aufs Neue beschäftigen: meine Heimatstadt Bremen, meine berufliche Selbständigkeit und mein Alltag als Mutter eines Kleinkindes. Was mir am Herzen liegt: Euch anzustiften! Zu Unternehmungen an der Weser, zu Mut im Berufsleben und zu einem humorvoll-offenen Herzen für Eure Kinder. Allen Herausforderungen zum Trotz. Dass es nicht immer einfach ist, Familie und Job zu vereinbaren, darum geht es hier nämlich auch ab und zu.

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