Kleiner Marketing-Tipp für alle Supermärkte, die auf der Suche nach einem Alleinstellungsmerkmal sind: Gebt den Einkäufern Zeit an der Kasse. Ob REWE, netto, Aldi oder Penny – überall werden die Lebensmittel über den Scanner gezogen als würden sie anderenfalls innerhalb von zwei Sekunden explodieren und alles im Umkreis von 50 Kilometern in die Luft sprengen. Im Affenzahl rutschen mir Grapefruit, Milch, Marmelade und Eier entgegen, so dass mein Pul gar nicht anders kann, als Hektik zu signalisieren. Aber ich kann noch so schnell alles in die Fahrradtasche packen, es stellt sich einfach keine Ruhe ein. Denn während man noch am Einpacken ist, heißt es dann ja in eiliger Weise „Zweiundzwanzigdreiundachtzig“. Ich freue mich immer schon, wenn ich mit EC-Karte zahle, denn dieser Vorgang schafft einen kleinen Zeitpuffer. Währen das Gerät arbeitet, kann ich die letzten Dinge einräumen. Doch selbst dann ist der Stress noch nicht vorbei. Den Bon kriegt man mit dem Wort „Tschüß“ überreicht und ich wage dann kaum noch, mehr als eine Sekunde an der Kasse stehenzubleiben und den Bon samt Karte in meinen Geldbeutel zu schieben, denn es fliegen ja schon die Artikel vom Hintermann über den Scanner in Richtung meiner Tasche.
Slowshopping – das muss das neue Konzept werden. Bezahlt nicht die Angestellten gut, die an der Kasse möglichst viele Artikel pro Minute buchen, sondern lieber die, deren Kunden stressfrei und mit einem zufriedenen Gesicht den Supermarkt verlassen.
Deal?
Oh ja, du sprichst mir aus der Seele! Wg. der Hektik an der Kasse hasse ich einkaufen!