Mein Rad und ich werfen einen rollenden Schatten. Die Konturen zeichnen sich klar auf dem reflektierenden Asphalt ab. 8 Uhr früh, ich überquere die Weser. Auf der anderen Seite wartet der sonnige freie Tag. Hinter mir bleibt der wunderbare Abend und das lebenslustige Aufwachen zurück. Es wird warm, keinen Zweifel. Dieser Morgen ist einer von denen, die bereits alles geben, was das Gemüt braucht. Optimistische Gesichter, deren Inhaber die Freiheit des Radfahrens genießen. Kurzärmlige T-Shirts, die vom Sommer künden. Zwitschernde Vögel, bei denen ausnahmsweise mal nicht denkt „Ihr wollt mich wohl verarschen?“. Strahlendes Licht, das vergessen lässt, dass die Kontaktlinsen noch fehlen.
Mein Moment auf der Brücke ist perfekt. Frei. Glücklich. Ja, glücklich.
An meiner Hand blitzt es auf. Der Ring. Er ist es auch, der diesen Morgen so besonders schön macht. Bin ich Materialistin? Ich denke nicht. Ob aus dem Kaugummiautomat oder von Cartier – die Bedeutung liegt fernab von Material, Preis und Herkunft. Sie liegt in der Liebe.
