Voll Kohl, ey!

„Handverlesener Palmkohl“. Handgeschrieben liegt das kleine Schildchen in der hölzernen Box, die mit dem grünen Gemüse gefüllt ist. Palmkohl? Was zum Teufel… Es ist wie so oft am Samstag: Ich laufe über den Wochenmarkt und damit vorbei an zig Grün- und Buntzeug, von dem ich keine Ahnung habe. Palmkohl, so so. Es wird Menschen geben, die nicht nur die Kaltschnäuzigkeit haben, den zu kennen, sondern sogar noch wissen, was sie damit machen können. Es ist die ökologische Form der Demütigung, der erhobene Zeigefinger der Bio-Verfechter, die hochgezogene Augenbraue der Naturverbundenheit! Es gibt sie scharenweise, lässig-bürgerlich gekleidete Mittvierziger – Männer wohlgemerkt – , die ihren umweltverträglichen Korb schon voll von mir unbekannten Stauden und Steinfrüchten haben, dann aber nochmal eben nach etwas fragen, dessen Namen ich noch nie gehört habe. In solchen Momenten wünsche ich mich zu REWE, wo die Lebensmittel noch die Höflichkeit besitzen, mir zu sagen, wie sie heißen, was in ihnen steckt und vielleicht sogar noch, was ich mich ihnen anstellen kann. Es stellt sich also die Frage: erkenntnisreicher Verpackungsmüll oder experimentierfreudiges Stolpern ins Ungewisse? Ich kaufe mal wieder Äpfel, Bananen und Ingwer. Das ess ich, damit kenn ich mich aus, das ist unverfänglich.

An der verlässlichen Seite des Marktstands, Juni 2008

About Sandra

Ich schreibe hier über drei Dinge, die mich jeden Tag aufs Neue beschäftigen: meine Heimatstadt Bremen, meine berufliche Selbständigkeit und mein Alltag als Mutter eines Kleinkindes. Was mir am Herzen liegt: Euch anzustiften! Zu Unternehmungen an der Weser, zu Mut im Berufsleben und zu einem humorvoll-offenen Herzen für Eure Kinder. Allen Herausforderungen zum Trotz. Dass es nicht immer einfach ist, Familie und Job zu vereinbaren, darum geht es hier nämlich auch ab und zu.

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