Vintage-Klamotte und Kaffee-Cocktail: Eine Stippvisite im erweiterten PAPP

Sommer in Bremen und passend dazu ein neues Straßencafé an der Ecke Friedrich-Ebert-Straße/ Westerstraße. Naja, streng genommen ist es gar nicht neu, das PAPP. Die Macher vom Karton hatten bereits letztes Jahr einen Teil des Gebäudes, das im Erdgeschoss verwaist an der Kleinen Weser sein schmuddeliges Dasein fristete, kreatives und musikalisches Leben eingehaucht. Da, wo ich früher ein verranztes Döner-Bistro sah, wann immer ich von der Arbeit zu meiner Wohnung in der Neustadt radelte, zog 2015 eine kleine Bar mit noch kleinerer Bühne ein. Das PAPP eben. Genau, Wortspiel: Papp + Karton. Is klar ne?

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Inzwischen ist das PAPP nach links und in den Außenbereich gewachsen. Draußen gab es schon im Dezember einen Weihnachtsmarkt aus Paletten (Paletten sind hier in Bremen gerade beliebtes Baumaterial – und zwar nicht nur für Möbel, sondern für ganze Veranstaltungsorte – vgl. mein Interview auf LOVEBREMEN), jetzt flattern dort Wimpelketten im Sommerwind und relaxt angeordnete Sitzgelegenheiten laden zum Entspannen, Quatschen und Seele-baumeln-lassen ein.

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Was Leckeres für die trockene Kehle gibt es auch im neu hinzugekommenen linken Café-Bereich des PAPP. Eine fette Espressomaschine, ein klirrend kalter Kühlschrank und eine kleine, feine Eistruhe von snuten lekker halten alles bereit, was man für eine kleine Pause inmitten der urbanen Hektik braucht. Hektisch ist es drumherum tatsächlich: die vielbefahrene Kreuzung mit vorbeidonnernden LKWs und grell tönenden Krankenwagen muss man ignorieren oder lieben lernen. Ich persönlich finde den Kontrast von Chillen an der Ecke und Hasten auf der Straße manchmal sogar richtig gut. Aber das ist tagesformabhängig.

Ideale Alternative: Wer es ruhig und idyllisch mag, der dackelt einfach ein paar Schritte weiter zum Karton und setzt sich dort mit einem Getränk und mit Blick auf die Kleine Weser vor dessen Tür. Ich glaube, der Lütte würde die Variante auch favorisieren, der ist bei dem ein andere anderen Gas gebenden Motorrad doch etwas zusammengeschreckt…

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Was Ihr im PAPP aktuell auch genießen könnt: Berliner Vintage-Mode und einen trendverdächtige Kaffee-Cocktail. Dort, wo bei schlechter Witterung am Fenster gesessen und nach draußen geschaut werden kann – sprich im neuen Innenraum des PAPP – leuchten dem interessierten Passanten derzeit bunte Kleidungsstücke entgegen. Röcke, Leggings, Seidenblusen, Trainingsjacken… Alles retro. Alles second hand. Alles aus Berlin. Und alles nur noch bis spätestens Anfang August zu sehen und zu kaufen.

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Denn dann wird der kleine Raum freigeräumt für neue Projekte. Ausstellungen zu Beispiel. Gut zu wissen: Die Macher sind offen für Ideen, wie die Fläche bespiet werden kann. Wenn Ihr also ein kleines, ein klitzekleines Stück Neustadt braucht, um ein Projekt vorzustellen, etwas Kreatives zu realisieren oder oder oder, dann meldet Euch beim Karton/PAPP.

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Und abschließend noch zum MUST TRY für alle Kaffeeverrückten: der Cold Brew Tonic. Ich Spätzünderin hatte davon natürlich noch gar nicht gehört, aber Tobi war mal wieder voll im Bilder und wusste genau, was sich hinter diesem „neuen heißen Scheiß“ für Koffeeinjunkies verbirgt: Kalter Kaffee. Aber keiner, der irgendwann mal heiß war, nein.  Ich zitiere stern.de: „Cold Brew ist Kaffee, der im Wasser gelöst, bis zu 24 Stunden im Kühlschrank gelagert und erst dann durch ein Sieb gezogen wird. Das Besondere an diesem Verfahren ist, dass der Kaffee kalt extrahiert wird. Die Aromen sind verdichteter als bei aufgebrühten Kaffees. Säuren, die sogenannten Alkaloide, und Bitterstoffe, die manchen auf den Magen schlagen, werden nicht herausgefiltert. Dadurch bekommt man ein Kaffeekonzentrat, das fruchtig, aromatisch und auch süß ist.“ Jo, dann noch Tonic dazu und eine Zitrone. Fertig.

Ich hab dran genippt – gewöhnungsbedürftig. Probiert es aber an diesem sonnigen Wochenende einfach selbst mal aus!

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Das neue PAPP mit seinem kleinen Außenbereich zeigt auf phantastische Weise, wie lebendig und experimentierfreudig die Neustadt geworden ist. Und dass es wie immer nur die richtigen Leute braucht, die einfach ihre Ärmel hochkrempeln und machen. Blöd nur, dass solche Projekte fast nie kommunal gefördert werden. Und noch blöder, dass ich nicht mehr in der Neustadt wohne!

Also, raus in die sonnige Neustadt mit Euch. Und lasst mich wissen, wie Euch das neue lebendige „Entrée“ zur Neustadt gefällt!

Sandra

Sandra

Seit 2008 blogge ich nordisch-frisch über meine Heimatstadt Bremen und alle Regionen, in denen eine steife Brise weht und man lieber in Strandkörben als auf Designermöbeln Platz nimmt. Für Nordseeinseln schlägt mein Herz dabei besonders laut. Noch lauter allerdings für den Lütten, der seit Februar 2016 mein Leben auf wunderbare Weise auf den Kopf stellt.

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