Der Lütte goes Stadtbibliothek Bremen oder auch: Was von Hanni & Nanni bei mir übrig blieb

Eigentlich ist es ja eine wahre Doppelmoral: Ich selbst war seit Ewigkeiten nicht mehr in der Stadtbibliothek Bremen, um ein Buch auszuleihen, aber der Lütte hat jetzt seinen eigenen Stadtbibliotheks-Ausweis. Während ich selbst inzwischen (leider!) häufiger ins Smartphone als in einen Roman schaue, ist es mir unglaublich wichtig, dass der Zwerg mindestens einmal am Tag gemeinsam mit mir durch eines seiner Bilderbücher blättert. Viele Meldungen aus Bremen bekomme ich zuerst in meiner Facebook-Timeline statt im Weser Kurier zu sehen, beim Frühstück zeige ich dem Lütten hingegen demonstrativ, dass man auch Zeitung lesen kann. Ich weiß schließlich, wie wertvoll das gedruckte Wort ist, wie Phantasie anregend eine Geschichte und wie entschleunigend, abends zu lesen statt zu googlen. Und daher nehme ich jede Gelegenheit wahr, ihm die Welt des Lesens nahezubringen.

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Ich weiß noch, wie ich früher alle Hanni & Nanni-Folgen verschlungen habe. Irgendwann waren es dann Geschichten mit Pferden, klar. Und später dann, in der sinnsuchenden Pubertät, sämtliche Romane von Hermann Hesse. Los ging´ mit „Unterm Rad“ und „Narziß & Goldmund.“ Ach ja, das waren noch Bücherwurm-Zeiten…

Lange Rede, kurzer Sinn: Natürlich würde ich mich wahnsinnig freuen, wenn auch der Lütte eine Zeit lang leidenschaftlich in Büchern schmökert. Dabei halte ich es mit der Anschaffung selbiger wie mit dem Kauf von Klamotten: Es muss nicht immer alles neu sein. Gerade bei Büchern, die niemals zu eng werden und die man daher nicht aussortiert, wird das Ganze auch irgendwann ein Platzproblem. Das Kinderzimmer ist nicht riesig und ohnehin habe ich etwas gegen allzu viel Kram darin – zu viel Zeug macht unruhig.

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Daher sind wir vergangenen Montag nach einem sonnigen Spaziergang an der Weser in die Stadtbibliothek marschiert und haben uns den kostenfreien Kinder-Bibliotheksausweis (bis zum 18. Lebensjahr bleibt der Ausweis gebührenfrei) ausstellen lassen. Es ist mehr als einfach: Einfach ein paar Daten zum Kind (Name, Anschrift etc.) angeben, den eigenen Personalausweis vorlegen – fertig. Den Ausweis sowie ein Passwort bekommt man direkt ausgehändigt. Wir sind dann schnurstracks ins dritte Geschoss, wo Kinder- und Jugendliteratur zu finden ist, um uns einen ersten Überblick zu verschaffen, wann wir sinnvollerweise mit dem regelmäßigen Ausleihen beginnen können.  (Naja, „wir“ ist jetzt nicht ganz richtig, denn der Lütte hat seinen ersten Besuch in der Bibliothek verschlafen.)

Schon was für die ganz Kleinen dabei?

Fühlbücher und Bücher mit Tönen gibt es kaum. Verständlich, denn die nutzen sich auch sehr schnell ab. Aber Bilderbücher gibt es, die für die ganz Kleinen schon schön anzuschauen sind. Grundsätzlich würde ich aber sagen, dass es für die Zeit vor dem 1. Geburtstag wenig zum Ausleihen gibt – was vollkommen okay ist, denn eine Unmenge an Bücher gibt es ja auch noch nicht, womit sich die ganz Kleinen sinnvoll auseinander setzen können. Und das Interesse ist meiner Erfahrung nach in den ersten zwölf Monaten auch mal mehr, mal weniger groß.

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Dafür ist die Auswahl für die Kleinkind- und Schulzeit umso größer. Darüber hat Jessica ausführlich auf ihrem Blog geschrieben – klickt Euch mal rüber! Außerdem gibt es auf der Etage auch Sachbücher für (werdende) Eltern, die ihr mit dem Kinderausweis ausleihen könnt. Erziehungsratgeber, Breirezepte, Namensbücher und und und.

Perfekt für eine Pause mitten in der Stadt

Für mich bietet die Stadtbibliothek mit ihrem Kinderbereich aber auch noch einen ganz anderen Vorteil: es ist ein prima Ort, wenn man mit Kind in der Innenstadt ist und etwas Zeit überbrücken muss. (Oder einen Ort sucht, an dem ein Kleinkind außerhalb von Kursbetrieb und Spielplatz auf andere Kleinkinder trifft.) Es gibt eine Spielecke, ein Kasperletheater und genügend anderes, womit sie sich beschäftigen können, während man selbst etwas in einem Buch stöbert oder einfach mal entspannt durchatmet. Es muss nicht immer ein Café sein, wenn man mal ein Päuschen machen möchte: die Stadtbibliothek mit ihrer Lage zwischen Fußgängerzone und Viertel ist dafür noch viel besser!

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Wir haben jedenfalls Blut geleckt und waren heute gleich nochmal da, um nach einem Buch mit kurzen gute-Nacht-Gecshichten und etwas mit Weihnachtsinhalt zu suchen. Der Lütte ist quer durch die Etage gerobbt, hat sich mit einem Namenvetter (sehr sehr selten, wir Mütter waren beide ganz baff) angefreundet und fand das alles ganz prima. Kein Wunder, dass er hinterher beim sonnigen Spaziergang am Osterdeich sofort eingeschlafen ist…

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Also, probiert´s mal aus, wenn Ihr nicht ohnehin schon Stammgast seid. Seid Ihr?

P.s. Ich gelobe an dieser Stelle auch Besserung, was den eigenen Buch-Konsum angeht. Auch für diesen Motovationskick hat sich der Weg in eine Bibliothek gelohnt!

 

Sandra

Sandra

Seit 2008 blogge ich nordisch-frisch über meine Heimatstadt Bremen und alle Regionen, in denen eine steife Brise weht und man lieber in Strandkörben als auf Designermöbeln Platz nimmt. Für Nordseeinseln schlägt mein Herz dabei besonders laut. Noch lauter allerdings für den Lütten, der seit Februar 2016 mein Leben auf wunderbare Weise auf den Kopf stellt.

3 thoughts on “Der Lütte goes Stadtbibliothek Bremen oder auch: Was von Hanni & Nanni bei mir übrig blieb

  1. da bringst du mich auf eine idee! ich muss nächste woche doch glatt mal bei unserer bibo schauen, obs so etwas dort auch gibt. weißt ja, auf’m land isses etwas anders 😉 aber auf jeden fall ist das ein guter anreiz! 🙂 danke dir und ich hoffe doch sehr, dass du selbst auch bald wieder mehr liest!

    alles liebe,
    katja

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