Altbekannt und doch ganz neu. Oder auch: Holtorfs Heimathaven hat eröffnet.

 

Holtorf ist wieder da. Genauer gesagt: Holtorfs Heimathaven. So heißt das das Schmuckstück im Ostertorsteinweg nämlich seit seiner Neueröffnung in dieser Woche – und diese sanfte, erst auf den zweiten Blick erkennbare Umbenennung ist ziemlich passend. Denn wer vermutet, dass das einstige Kolonialwarengeschäft in den vergangenen acht Wochen ein komplettes Umstyling erfahren hat, der täuscht sich. Und trotzdem hat sich was getan.

Beim Eintreten kommt einem der wunderschöne Raum mit den alten dunklen Holzregalen und dem gekachelten Boden noch sehr vertraut vor. Immer noch stehen in die Regalen Produkte, die man nicht oder nur selten im Supermarkt bekommt. Noch immer warten kleine Naschereien in edler Optik in großen Drahtkörben. Noch immer wirkt alles sehr edel.

Der zweite Blick offenbart aber, dass Holtorf Heimathaven nun auch ein Ort zum Verweilen werden soll. Ein Ort, an dem man sich zu einem Kaffee verabredet. Ein Ort, an dem man mit dem Besitzer ins Schnacken kommt. Und eins habe ich bei meinem ersten Besuch gemerkt: Mit Sascha kann man wirklich prima schnacken. Ich habe mich herzlich willkommen gefühlt (und nein, ich hatte mich nicht als Bloggerin angemeldet, sondern bin da als normale koffeinbedürftige Kundin reinmarschiert).

 

Seit fast drei Jahren ist Sascha Mühlenbeck zusammen mit Nadine Niebank Inhaber des Heimathaven in Oldenburg, nun möchte er das Viertel erobern. Eine Dublette seines Geschäfts in Oldenburg soll Holtorf Heimathaven allerdings nicht sein: „In Oldenburg sind wir deutlich gastronomischer. Hier bei uns wird es nur Kleinigkeiten in überschaubarer Menge zu essen geben.“ Konkret: Ein paar kleine Küchlein, Macarons und (ab voraussichtlicher kommender Woche) drei Stullen: mit Humus, Tomate-Mozzarella oder Schinken.

Im Verkaufsraum stehen derzeit  zwei große Tische, an denen man bequem Platz nehmen kann. Sie werden demnächst durch kleine runde Tische ersetzt. „Große Tische lassen immer große Mahlzeiten vermuten“, meint Sascha. Er ist ein Typ, der nichts dem Zufall zu überlassen scheint. Dass er zum Kaffee, der übrigens von Cross Coffee kommt, keinen kleinen Keks reicht, ist beispielsweise eine klare Entscheidung. „Gutes Gebäck verkaufe ich. Weniger gutes am Kaffee? Nein.“

Ab Anfang nächsten Jahres wird es Tastings geben. Whiskey- und Gin-Kostproben zum Beispiel. Man darf gespannt sein – ich habe das Gefühl, Sascha und sein Team lassen sich noch so einiges in Kooperation mit den Produzenten seines Sortiments einfallen.

Mein Tipp: Schaut Euch das neueröffnete Geschäft doch an diesem Wochenende an – da hat es wie so vieles andere im Viertel nämlich sogar Sonntag geöffnet. Warum? „KunstWerk im Viertel 2017“ findet wieder statt. Da passt es gut, dass das Schaufenster von Holtorfs Heimathaven aktuell mit Bildern von Phil Porter augsgestattet ist (darunter mein Lieblingsfoto von ihm). Den könntet Ihr am Sonntag auch noch in seiner Basilika besuchen. Solltet Ihr sogar, denn auf Facebook hat er Folgendes angekündigt:  „Ich habe beschlossen, die Fotografie an den Nagel zu hängen, falls es zu KiV nicht brechend voll wird und unsere lieben Gäste uns nicht leerkaufen. “ Das wollen wir natürlich nicht. Also hin da.

Und vorher oder hinterher zu Holtorfs!

 

Sandra

Sandra

Seit 2008 blogge ich nordisch-frisch über meine Heimatstadt Bremen und alle Regionen, in denen eine steife Brise weht und man lieber in Strandkörben als auf Designermöbeln Platz nimmt. Für Nordseeinseln schlägt mein Herz dabei besonders laut. Noch lauter allerdings für den Lütten, der seit Februar 2016 mein Leben auf wunderbare Weise auf den Kopf stellt.

2 thoughts on “Altbekannt und doch ganz neu. Oder auch: Holtorfs Heimathaven hat eröffnet.

  1. Herrlich, ich liebe so Läden wo noch wert auf Qualität gelegt wird, wo man reinkommt und die Gemütlichkeit und die vielen Gerüche ein in ihren Bann ziehen. Ich weiß nicht wann ich mal nach Oldenburg komme, aber wenn ich denn dann irgendwann mal da bin, muss ich mich an diesen Laden erinnern.

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