Um nachhaltiges Handeln geht es in der derzeit laufenden Ausstellung „zur nachahmung empfohlen!“ im alten Wasserwerk bzw. in der „Umgedrehten Kommode“ wie der Bremer zu sagen pflegt. Zweimal habe ich besonders aufgemerkt: einmal aus Schreck, einmal aus Faszination. Der Schreck fuhr mir durch die Glieder, als ein auf dem Boden liegender Laubhaufen plötzlich zu atmen begann. Er hob sich, er senkte sich. Als würde jemand darunter schlafen, dessen Brustkorb sich beim atmen auf und ab bewegt. Fasziniert war ich von folgender Idee einer Künstlerin: Sie erachtet familiären Zusammenhalt als Form von sozialer Nachhaltigkeit. Diesen außerordentlichen Familiensinn findet sie in Afrika und hat daher das Prinzip „Vermögender Westen tut etwas für den armen Süden“ umgedreht. Indem sie organisiert, dass afrikanische Familien familienlose Europäer adoptieren können. Diese Kunst-Idee wird inzwischen wirklich praktiziert und die Ausstellung zeigt Foto der afrikanischen Familien, die das Bild ihres „Adoptivkindes“ in der Hand halten, mit dem sie jetzt in erster Linie in schriftlichen Kontakt stehen.
Ansonsten gab es natürlich artistisch erhobene Zeigefinger in Blick auf unsere Müllproduktion und unsere Ressourcenverschwendung.
Ausstellungsbesuch empfohlen! Noch bis 28. August ist es möglich.





