„Wir brauchen eine Straße zum Ende der Halbinsel“. Der Wunsch der nordfriesischen Dorfgemeinschaft war eindeutig, die Strandpromenade allein reichte nicht mehr als Transportstrecke aus. Wo heute Urlauber flanieren, mussten sie lange Zeit ihre Lieferungen voranbringen, das Vieh zur Weide treiben, die Post verteilen und vieles mehr. Doch der Weg wurde dafür zu eng, der Zeitverlust zu hoch. Eine Straße muss her. Doch da gab es noch Bauer Schmidt. Es war sein Land, durch das die Straße führen sollte. Doch Bauer Schmidt blieb störrisch. Wo lag sein Nutzen, wenn plötzlich alle Welt vor seinem Hoffenster vorbeitrudeln würde?
Doch irgendwann kam ihm ein entscheidender Gedanke: Die Straße sollte ihm einen unübertrefflichen Nutzen verschaffen. Ihm und seiner Familie. Insbesondere seinen schulpflichtigen Kindern.
Wenn man heute vor dem Hof der inzwischen überlebten Familie Schmidt steht, wundert man sich. Mitten auf dem Land eine Bushaltestelle. Mit dem Namen „Bauer Schmidt“. Der Landwirt hatte sein Land nur unter der Bedingung zur Verfügung gestellt, dass seine Familie eine eigene Bushaltestelle erhält, damit seine Kinder nicht mehr zur Schule laufen müssen. Das nenne ich Fürsorge.