Bauer Schmidt

„Wir brauchen eine Straße zum Ende der Halbinsel“. Der Wunsch der nordfriesischen Dorfgemeinschaft war eindeutig, die Strandpromenade allein reichte nicht mehr als Transportstrecke aus. Wo heute Urlauber flanieren, mussten sie lange Zeit ihre Lieferungen voranbringen, das Vieh zur Weide treiben, die Post verteilen und vieles mehr. Doch der Weg wurde dafür zu eng, der Zeitverlust zu hoch. Eine Straße muss her. Doch da gab es noch Bauer Schmidt. Es war sein Land, durch das die Straße führen sollte. Doch Bauer Schmidt blieb störrisch. Wo lag sein Nutzen, wenn plötzlich alle Welt vor seinem Hoffenster vorbeitrudeln würde?

Doch irgendwann kam ihm ein entscheidender Gedanke: Die Straße sollte ihm einen unübertrefflichen Nutzen verschaffen. Ihm und seiner Familie. Insbesondere seinen schulpflichtigen Kindern.

Wenn man heute vor dem Hof der inzwischen überlebten Familie Schmidt steht, wundert man sich. Mitten auf dem Land eine Bushaltestelle. Mit dem Namen „Bauer Schmidt“. Der Landwirt hatte sein Land nur unter der Bedingung zur Verfügung gestellt, dass seine Familie eine eigene Bushaltestelle erhält, damit seine Kinder nicht mehr zur Schule laufen müssen. Das nenne ich Fürsorge.

About Sandra

Ich schreibe hier über drei Dinge, die mich jeden Tag aufs Neue beschäftigen: meine Heimatstadt Bremen, meine berufliche Selbständigkeit und mein Alltag als Mutter eines Kleinkindes. Was mir am Herzen liegt: Euch anzustiften! Zu Unternehmungen an der Weser, zu Mut im Berufsleben und zu einem humorvoll-offenen Herzen für Eure Kinder. Allen Herausforderungen zum Trotz. Dass es nicht immer einfach ist, Familie und Job zu vereinbaren, darum geht es hier nämlich auch ab und zu.

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