Mit Briefmarke drauf

Wenn ich Urlaubskarten schreibe, kriege ich inzwischen Krämpfe in der Hand. Der Kuli krakelt nach einigen Zeilen recht orientierungslos umher und statt detailreicher Erlebnisberichte beschränke ich mich dann doch auf die wesentlichen Fakten und Gedanken. Das ständige Tippen auf Tastaturen und Touchpads hat meine Füller und Schreiber zu unbeachteten Schubladenleichen verkommen lassen. Lediglich der Einkaufszettel oder Telefonnummern werden noch mal eben zu Papier gebracht. Lange Briefe, Konzepte, Tagebücher – ach was, es gibt ja Mails, Excel und Blogs. Tja, aber so ist es eben. Das macht auch vor Germanistinnen respektive Historikerinnen nicht halt.

Umso schöner, wenn dann doch mal ein Relikt vergangener Kommunikationstraditionen im eigenen Briefkasten Asyl sucht und mir sagt „Sieh her, da hat sich jemand für Dich die Mühe gemacht. ordentlich zu schreiben, eine Briefmarke zu kaufen und sogar Deine Adresse zur Hand zu haben“. In den letzten vier Wochen kamen viele Postkarten bei mir an. Was vor allem damit zu tun hatte, dass beneidenswert viele Freunde und Bekannte Urlaub hatten. Aber es gab auch „Einfach mal so“-Exemplare (auch mal verbunden mit einer Erinnerung, dass ich doch mal wieder backen könnte). Ich habe mich über alle Varianten sehr gefreut.

About Sandra

Ich schreibe hier über drei Dinge, die mich jeden Tag aufs Neue beschäftigen: meine Heimatstadt Bremen, meine berufliche Selbständigkeit und mein Alltag als Mutter eines Kleinkindes. Was mir am Herzen liegt: Euch anzustiften! Zu Unternehmungen an der Weser, zu Mut im Berufsleben und zu einem humorvoll-offenen Herzen für Eure Kinder. Allen Herausforderungen zum Trotz. Dass es nicht immer einfach ist, Familie und Job zu vereinbaren, darum geht es hier nämlich auch ab und zu.

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