Wenn ich Urlaubskarten schreibe, kriege ich inzwischen Krämpfe in der Hand. Der Kuli krakelt nach einigen Zeilen recht orientierungslos umher und statt detailreicher Erlebnisberichte beschränke ich mich dann doch auf die wesentlichen Fakten und Gedanken. Das ständige Tippen auf Tastaturen und Touchpads hat meine Füller und Schreiber zu unbeachteten Schubladenleichen verkommen lassen. Lediglich der Einkaufszettel oder Telefonnummern werden noch mal eben zu Papier gebracht. Lange Briefe, Konzepte, Tagebücher – ach was, es gibt ja Mails, Excel und Blogs. Tja, aber so ist es eben. Das macht auch vor Germanistinnen respektive Historikerinnen nicht halt.
Umso schöner, wenn dann doch mal ein Relikt vergangener Kommunikationstraditionen im eigenen Briefkasten Asyl sucht und mir sagt „Sieh her, da hat sich jemand für Dich die Mühe gemacht. ordentlich zu schreiben, eine Briefmarke zu kaufen und sogar Deine Adresse zur Hand zu haben“. In den letzten vier Wochen kamen viele Postkarten bei mir an. Was vor allem damit zu tun hatte, dass beneidenswert viele Freunde und Bekannte Urlaub hatten. Aber es gab auch „Einfach mal so“-Exemplare (auch mal verbunden mit einer Erinnerung, dass ich doch mal wieder backen könnte). Ich habe mich über alle Varianten sehr gefreut.


Ich bekomme sehr gerne Karten und daher schreibe ich auch slebst ganz viele 🙂