Tag der offenen Tür

„Und, hast Du schon Dein Türchen aufgemacht?“ Äh, bitte?

Erster Dezember. Beginn des öffentlichen Adventskalender-Zelebrierens. Nun hat man neben dem Wetter noch ein anderes dankbares Thema, mit dem man Small Talk füllen und Mails beginnen kann: den Inhalt des persönlichen Countdowns bis Heilig Abend. Besonders viel Hoffnung legt die Damenwelt derzeit in die Frage, ob Mann / freund/ Liebhaber denn wohl einen Kalender gebastelt hat. Und besonders viel Enttäuschung spiegelt sich dann in den Gesichtern wider, wenn man mit einem unromantischen „Nö“ antwortet. Non-verbal wird mit einem Schlag die Tragfähigkeit und Aufrichtigkeit von Beziehungen, die im Dezember frei von liebevoll verschnürte und dekorierten Nummernsäckchen sind, in Zweifel gezogen. Wer liebt, bastelt. Oder kauft wenigstens ein kommerziell hergestellte Kalendervariante. Eine teure natürlich. So die einhellige Meinung der keksebackenden Brigitte-Leserschaft.

Auch die Marketingabteilungen von Hundefutter, Tourismusbüro, Pharmaindustrie und allen erdenklich anderen Unternehmen scheinen nach dem Motto „Kein Jahr ohne Adventskalender“ zu leben. Jeden Herbst aufs Neue stecken sie ihre kreativen Köpfe zusammen und hecken unterhaltsame, tiefsinnige, sozial-verantwortliche oder aufwendig produzierte Versionen aus. Ich glaube, die Mehrheit der Webdesigner und -programmierer verdienen sich ihr Frühjahrsbudget mit der Umsetzung von Online-Kalendern.

Ich bin willens, noch deutlich mehr als 23 Türen bis Weihnachten zu öffnen. Denn wenn es tatsächlich nur noch 23 wären, würde ich wohl die nächsten drei Wochen zwölf Mal aufs Klo gehen, die Tür hinter mir schließen und später wieder aufmachen. Nur beim letzten mal nicht – da müßte ich sogar drinnen bleiben.

Persönliche Offenbarung in Daten und Fakten:
* einen Tee-Adventskalender von meinen Eltern bekommen
* sieben Mini-Adventskalender an Freunde verschickt, einen ins Büro des Liebsten
* keine Adventskalender an meinen Liebsten verschenkt, keinen bekommen
* die wichtigste Tür wird nach Weihnachten geöffnet, nämlich die zu unserem gemeinsamen Häuschen

About Sandra

Ich schreibe hier über drei Dinge, die mich jeden Tag aufs Neue beschäftigen: meine Heimatstadt Bremen, meine berufliche Selbständigkeit und mein Alltag als Mutter eines Kleinkindes. Was mir am Herzen liegt: Euch anzustiften! Zu Unternehmungen an der Weser, zu Mut im Berufsleben und zu einem humorvoll-offenen Herzen für Eure Kinder. Allen Herausforderungen zum Trotz. Dass es nicht immer einfach ist, Familie und Job zu vereinbaren, darum geht es hier nämlich auch ab und zu.

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