Mit dem Eintritt in das Rentner-Dasein verringert sich die Lebendigkeit des Alltags und die Kraft für Neues schlagartig. Die ersten langjährigen Gefährten sterben, der Bewegungsradius beschränkt sich auf den Weg zum nächsten Supermarkt und zur hausärztlichen Praxis, sinnliches Erleben wird abgelöst durch das strenge Bilanzieren des Lebensweges. Melancholische Erinnerungen an das, was einmal war, mischen sich mit der Reue über das, was nicht war. Die näherrückende Endlichkeit des eigenen Daseins schwebt mahnend über jedweden Anflug von Experimentierfreude oder Unvernunft. Es riecht nach Eukalyptus und Desinfektionsmitteln. – So sieht gemeinhin unser Bild vom Älterwerden aus, nicht wahr?
Ein ganz anderes, viel optimistischeres und wunderschönes Bild entwirft der Film „Best Exotic Marigold Hotel“. Sieben Engländer, die unterschiedlicher nicht sein könnten, machen sich darin noch einmal auf, die Welt kennenzulernen. Die einen voller Euphorie, andere mit angsterfüllter Unfreiwilligkeit. Doch alle nehmen sie ihr Leben in Indien nochmal ganz von vorn in die Hand. Getragen von Träumen und Hoffnungen erkunden sie sich und das bunte fremde Land. Als Zuschauer hat man dabei viel zu lachen und zu lernen.
Großartige Besetzung, heitere Dialoge, sinnstiftende Momente. Ein Film, der nicht nur der Generation 50+ sagt, dass es nie zu spät ist, anzufangen.