Ich nahm vorhin zwei Versicherungsvertreter in Empfang. Sie waren nicht meinetwegen da, sondern es ging um des Liebsten Versorgung. Da dieser sich etwas verspätete, übernahm ich die „Wollen Sie etwas trinken – hier bitteschön“-Smalltalk-Versorgung. Uns musste dabei am Ende etwas klarstellen.
Versicherungsmensch: „Heute Abend ist ja Fußball. Wir werden uns also bemühen, dass wir schnell fertig sind.“
Ich: „Naja, bis dahin sind es ja noch fast drei Stunden, das dürfte passen.“
-Stille-
Ich: „Soweit ich weiß, ist der Grund, warum Sie hier sind, ja erstmal nur die Hausratversicherung.“
Versicherungsmensch (ehrlich verblüfft): „Sie sind aber gut informiert.“
Ich (ironisch-amüsiert): „Wir sprechen durchaus mal miteinander.“
So, und nun frage ich Euch: Ist Tatsache, dass mein Freund mir vor zwei, drei Wochen beim Frühstück (vielleicht war es auch das Abendessen) mal erzählte, dass sein Versicherungsvertreter ihn anrief, nachdem er seine Hausratversicherung gekündigt hat, und die beiden daraufhin einen Termin ausmachten, ein aussterbendes Phänomen? Nimmt das Sprechen über die Banalitäten des Alltags in Beziehung ab oder ist gar kaum noch vorhanden? Oder folgt dieser Typ einfach dem Motto „Zahlen und Geld, das ist Männersache. Darüber sollten Frauen am besten gar nicht erst etwas wissen!“?
Wie auch immer – es war skurril.
Ich nehme an, es liegt daran, dass er als Mann es sich nicht merken würde, wenn seine Holde ihm irgendetwas (Banales) erzählt. Wir (Holden) 😉 dagegen sind voll auf Details gepolt.
Ich stimme Rostkopp zu, denke aber auch, dass Geld und die Verantwortung traditionell immer eher noch den Männern zugeordnet wird. Und in vielen Beziehungen mit der typischen Rollenverteilung ist das sicherlich auch noch so.
Na, dann bin ich aber froh, dass ich demnach eine untraditionelle Beziehung führe 🙂