Fußgängerzonenüberfall von Radio Bremen Vier. Straßenumfrage „Wie war Dein erster Schultag?“. Ja, wie war der bloß? Ich grüble. In 80er-Jahre-Farben taucht in meiner Erinnerung mein verheultes Gesicht auf. Vor der Kirche. Damals gab es nämlich noch einen Einschulungsgottesdienst – heute auch noch? Vermutlich nicht. Die Schultüte war rot, mein Dirndl hellblau und weiß. Zwei süße Spangen im Haar. Vorzeige-Erstklässlerin, die auch wirklich gern zur Schule gegangen ist. Die Tränen an diesem Tag flossen nicht, weil ich vom Kindergarten in das Klassenzimmer übersiedeln musste. Ich wollte einfach keine verdammten Familienfotos machen müssen.
„Und sonst so? Wie war die Grundschulzeit?“ Hand in Hand standen wir nach dem Glockenschlag zur nächsten Stunde immer auf dem Schulhof und wurden dann klassenweise wieder reingelassen. Die Kniekehlen waren blau, von den ständigen Umdrehungen auf den Stangen der Spielgeräte. Lieblingsbeschäftigung während des Unterrichts: Flüssigkleber auf der Tischplatte leicht antrocknen lassen und im gummiartigen Zustand mit den Fingern weiterverarbeiten. Notendurchschnitt: gut bis sehr gut. Naivität: kindgerecht großartig.