Amed – Bali #2

 amed bali reisebericht

Von Amsterdam nach Amed – huch, startet Frau Wortkonfetti jetzt vor lauter Buchstabenliebe schon alphabetisch in den Urlaub? Zufall, reiner Zufall, macht Euch keine Sorgen um meinen Zurechnungsfähigkeit. Im Falle meiner Bali-Reise startete ich aber tatsächlich mit dem A: Vom Flughafen Amsterdam-Schipohl (ganz schön groß, wie ich jetzt weiß) aus ging der Direktflug nach Denpasar / Bali und der Fischerort Amed an der Ostküste war meine erste Station auf Bali.

Ich hatte mich für einen Direktflug von Amsterdam entschieden, weil ich keine Lust auf sinnloses Rumhängen auf Flughäfen hatte. Denn mir war klar, dass Müdigkeit mein treuer Begleiter auf dem Flug sein würde, weil ich während eines Fluges nicht schlafen kann – da wollte ich mich dann nicht noch zombiemäßig zwischen Duty-Free-Shops und Starbucks-Filialen rumdrücken. Daher war ich recht froh, dass KLM einen Direktflug anbietet. Zuzüglich dem Mini-Flug von Bremen nach Amsterdam war ich insgesamt 19 Stunden unterwegs. Doch das reichte mir scheinbar noch nicht. Von Denpasar aus bin ich nochmal drei Stunden nach Amed weitergereist. Glücklicherweise erwartet mich am Flughafen bereits ein Fahrer, mit dem ich auf dem Weg noch eben bei einer Geldwechsel-Stube und einer kleinen Bude, wo ich eine Telefonkarte kaufen konnte, hielt.

An dieser Stelle einen ganz praktischen Tipp für alle, die in die Ferne reisen und nach Hause telefonieren bzw. angerufen werden möchte: Nehmt ein altes Handy mit und kauft auch eine Prepaidkarte des jeweiligen Landes. Das ist wirklich perfekt, denn ihr könnte im Land spottbillig telefonisch oder per SMS Dinge organisieren (Unterkunft reservieren, für Tagestouren anmelden etc.) und außerdem günstig SMS nach Deutschland schicken. Außerdem zahlt Ihr nichts, wenn Ihr angerufen werdet oder eine SMS bekommt. Ich habe für umgerechnet ungefähr 5 Euro eine Prepaidkarte gehabt und bin damit die gesamten 3 Wochen hingekommen. Tipp für Eure Lieben zuhause: Die sollen sich ebenfalls ein altes Handy schnappen, in einen Asia-Shop gehen und sich eine Prepaidkarte besorgen, die für Anrufe nach Asien vorgesehen sind. Kriegt ihr schon für 10 Euro und hält ungefähr für 60 Gesprächsminuten.

 amed bali reisebericht geria giri shanti bungalow

Gegen Mitternacht bin ich dann in Amed angekommen. Untergebracht war ich auf Empfehlung in einem Bungalow der Anlage „Geria giri shanti„. Und diese Empfehlung war Gold wert. Mein Bungalow und die Anlage drumherum waren superschön und gepflegt. Die Inhaber Lisa und David sind ganz frische moderne Menschen, die darum bemüht sind,d ass man sich wohl fühlt. Als Unterkunft für die ersten Tage, in denen ich mich hier und da durchaus etwas allein fühlte, war es perfekt dort. Wenn Lisa mich mit strahlendem Lächeln empfang oder mir einen Restaurant-Tipp gab, fühlte ich mich gleich besser und weniger verloren. Ich kann Euch Übernachtungen dort wirklich ans Herz legen. Ungerechnet kostet eine Nacht rund 20 Euro. Gerade wenn Ihr gern taucht, seid Ihr dort richtig, denn die beiden führen auch eine Tauschschule. Menschen wie ich, die in Sachen Unterwassersport völlig unerfahren sind, bekommen eine Schnorchelset in die Hand und schlappen die wenigen Meter zum Strand, wo bereits ein Schnorchel-Hot-Spot wartet.

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Die ersten Schnorchelmomente waren für sich ziemlich spannend: „Huch, was bewegt sich dort?-Schrecksekunden inklusive. Am Ende meines Bali-Urlaubs konnte ich über mein memmiges Anfänger-Verhalten nur noch müde lächeln, aber zu Beginn war mir das alles nur wenig geheuer. Gleichzeitig war ich beeindruckt, so nah am Strand bereits so schöne Unterwasserwelten und Fische zu sehen. Ich konnte natürlich nicht ahnen, dass ich zum Ende meiner Ferien noch viel überwältigendere Eindrücke unter Wasser sammeln würde….

In Amed erwarten Euch ein Vulkanstrand, viele bunte Fischerboote, einfaches einheimisches Leben, lackende Kindergesichter und gute Restaurants, in denen Ihr für wenig Geld hervorragend essen könnt. Zwei konkrete Schlemmer-Tipps: Warung Pantai und Warung Enak. Dort müsst Ihr unbedingt vorbeischauen und Fisch bestellen, wenn Ihr einmal hungrig in Amed herumspaziert.

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Das absolute Highlight ist aber der tägliche Sonnenuntergang am Fuße des Vulkans Batu. Ach was sage ich? Sonnenuntergang UND -aufgang. Es lohnt sich, früh am Strand zu sein und abends die gewaltigen Spiele aus Wolkenformationen und Sonnenstrahlen zu bestaunen.

Sonnenuntergang amed bali reisebericht

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Ich war in den ersten vier Tagen, die ich dort verbrachte, sehr damit beschäftigt, zu verstehen, dass auf Bali alles trotz fehlender strenger Organisation alles läuft. Dass man sich einfach mutig in die Mentalität fallen lassen muss. Zum Beispiel sah ich am ersten Tag ein Schild an einer „Touristeninformation“. Dazu muss man wissen, dass sich an jeder Ecke eine selbsternannte Touristeninformation befindet, wo man Fahrer, Tagestouren und sonstige Aktivitäten buchen kann. Hat nicht unbedingt den offiziellen Charakter wie in anderen Ländern. Ich las auf dem Schild das Stichwort „Yoga“ und ging hinein. Ich fand mich in einem T-Shirt-Shop wieder, wo ein ca. 15-jähriger Junge hinter der Theke stand. Der verstand erst spät, dass ich mich für Yoga interessiere und rief dann irgendjemanden an. Nach einigen Sätzen drückte er mir das Handy ans Ohr und ich versuchte, mich über den Yogakurs zu informieren. Hintergrundinformationen zu Angeboten bekommt man auf Bali aber eigentlich selten. Man kann eigentlich nur direkt einen Termin ausmachen. Da sich das alles am Telefon schwierig gestaltete, sagte der Typ am anderen Ende der Leitung „Warte, ich komm eben vorbei“. Fünf Minuten später kam er tatsächlich mit dem Roller angebraust (by the way: Ihr denkt, in Rom wird waghalsig Roller gefahren? Pah, dann kommt man nach Bali!) und irgendwann verabredeten wir, dass ich drei Tage später eine Yogastunde machen würde. Das schrieb er sich nicht auf, sondern sagte einfach „Ja, jemand holt Dich bei Deinem Hotel ab“. Aha? Interessant, hier wird man von der Yogaschule abgeholt? Eine Adresse kannte ich aber ohnehin nicht und es war auch keine rauszukriegen, daher nickte ich brav und dachte im Stillen „Naja, ob die das nicht in den nächsten Tagen wieder vergessen haben?“

Sie vergaßen es nicht. Zur verabredeten Zeit stand tatsächlich sein Cousin mit Roller vor der Tür. Wir fuhren los und als wir irgendwann in ein Reisfeld abbogen, wurde ich etwas unsicher, ob ich hier gerade das richtige tue. Das wirkte nicht gerade wie der Weg zu einer Yogaschule… Und das, was ich dann als vorfand, war auch keine. Es war besser. Eine große, nach allen Seiten offene Holzplattform, umgeben von hinduistischen Details und sattem Grün. Und so bog ich meinen Körper am Ende dem Sonnenuntergang hinter Palmen entgegen und war mehr als happy über diese improvisierte Verabredung.

yoga amed bali reisebericht

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Nach diesem speziellen Yogakurs ging es am nächsten Tag weiter nach Ubud. Dabei galt das Motto „Der Weg ist das Ziel“, denn ich habe zwei Stops eigelegt, von denen es vor allem einer in sich hatte. Wie ich 1700 Stufen bezwungen und mich mit zahlreichen Affen arrangieren musste, lest Ihr im dritten Teil meines Reisebericht. Bald.

Teil 1 des Reiseberichts verpasst? Gibt´s hier: U wie Urlaub allein – Bali #1

 

About Sandra

Ich schreibe hier über drei Dinge, die mich jeden Tag aufs Neue beschäftigen: meine Heimatstadt Bremen, meine berufliche Selbständigkeit und mein Alltag als Mutter eines Kleinkindes. Was mir am Herzen liegt: Euch anzustiften! Zu Unternehmungen an der Weser, zu Mut im Berufsleben und zu einem humorvoll-offenen Herzen für Eure Kinder. Allen Herausforderungen zum Trotz. Dass es nicht immer einfach ist, Familie und Job zu vereinbaren, darum geht es hier nämlich auch ab und zu.

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