Tausendsiebenhundert: Bali #3

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Bali ist keine kleine Insel, wo man mal eben von einer Seite zur anderen düst. Es gibt auch keine Bahn oder andere öffentliche Verkehrsmittel, mit denen man unabhängig von A nach B kommt. Wer von einem Ort in den anderen möchte, organisiert sich einen Fahrer. Hört sich dekadent an? Ist es aber überhaupt nicht. Im Gegenteil: Es ist absolut normal, sich chauffieren zu lassen. Und allzu teuer auch nicht. An meinem vierten Tag in der Ferne stieg also auch ich bei einem vorher georderten Balinesen ins Auto und macht mich auf Richtung Ubud.

Zuvor hatte ich auf der Karte geschaut, ob es Orte an der Strecke gibt, bei denen ich stoppen sollte. Nichts wäre doch blöder, als direkt an etwas vorbeizufahren, was ich wohl kein zweites Mal zu Gesicht bekommen könnte. Und tatsächlich gab zwei Highlights: den Tempel Pura Luhur Lempuyang und den Water Palace.

Blog Bremen Bali LempuyangDer Lempuyang-Tempel zählt zu einem der wichtigsten auf Bali und der Fußweg zu ihm gehört wohl zu einem der beschwerlichsten. Hoch oben thront er, über sechs anderen heiligen Stätten, an denen man beim Aufstieg vorbeikommt – wenn man den langen Weg nimmt. Es gibt nämlich noch einen kürzeren, der an nur drei Tempeln vorbeiführt. Welchen ich genommen habe? Den kurzen. War das faul? Nein, ganz und gar nicht. Ich würde behaupten, dass meine Kondition und meine Fitness nicht schlecht sind, aber in den knapp zwei Stunden, die ich schnurstracks über 1.700 Stufen und dazwischenliegende Wege nach oben gewandert bin, kam ich ordentlich ins Schwitzen und Schnaufen. Als ich gerade mal in Mitleid über die Anstrengung verfallen wollte, kreuzten allerdings kleine zierliche Frauen meinen Weg, die Körbe voller Pflastersteine auf dem Kopf balancierten und an den Füßen nur billige Flip Flops trugen. Eine Herausforderung bei den verfallenen und kaputten Pflasterungen! Ich habe trotz Trekkingsandalen immer aufmerksam nach unten geschaut. Pflastersteine musste ich auch nicht nach oben hieven – und dennoch war ich ganz schön k.o. als ich dann oben ankam. Viele Touristen sind mir an dem Vormittag nicht begegnet, dafür einige Affen. Die können ganz schön giftig werden, wenn sie etwas zu essen haben wollen. Da mussten einige Balinesen auf dem Weg zur Zeremonie sogar den Stock hervorholen, um vorbeizukommen

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Blog Bremen Bali Lempuyang aufstiegBlog Bremen Bali Lempuyang AussichtOben angekommen war ich im ersten Moment etwas verblüfft: Im Vergleich zum ersten Tempel am Fuße des Berges, wo ich gestartet war, wirkte der Tempel architektonisch sehr einfach und unspektakulär. Vielleicht ist es die Höhe, die ihm seine Bedeutung gibt, denn es heißt ja, dass oben auf den Bergen die Götter wohnen, während das Meer der Ort der bösen Mächte ist. Umso beeindruckender ist der Blick über Bali, den man auch schon auf dem Weg hinauf genießen konnte. Ich bin am Ende länger als geplant oben geblieben, weil sich gerade eine kleine Zeremonie formierte, als ich wieder gehen wollte. Und da ich am Meer natürlich noch keine gesehen hatte, wollte ich ein wenig zuschauen. Die Entscheidung fiel mir aber gar nicht so leicht, schließlich wartete unten der Fahrer. Den hatte ich zwar für den ganzen Tag gebucht, aber irgendwie erschien es mir unhöflich, ihn länger als nötig warten zu lassen. Doch sollte ich mir die Gelegenheit entgehen lassen? Nein, natürlich nicht. Daher blieb ich.

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Nach insgesamt vier Stunden, gegen 14 Uhr stieg ich vollkommen erschöpft, aber inspiriert und zufrieden in den Wagen, der auf mich gewartet hatte und es ging weiter in Richtung Ubud. Das war gar nicht so einfach, denn durch die Paraden zum Unabhängigkeitstag, der über Tage hinweg auf Bali gefeiert wird, waren die engen Straßen belegt und es staute sich ordentlich. Daher war es ganz gut, dass es noch einen zweiten Zwischenstopp gab: beim Water Palace „Tirta Gangga. Für ihn muss man deutlich weniger Zeit und Anstrengung einplanen, jedoch eine Horde an Touristen. Vor allem Japaner bewegten sich durch die Statuen, die die Wasserbecken säumen. Ebenso hoch wie die Zahl an kamerabewaffneten Menschen war auch die Zahl an fetten Koys, die im Wasser umherstreiften. Möchte nicht wissen, wie viele Euros da insgesamt in Fischform versammelt waren. Viele!

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Es war eine gute Entscheidung, nicht direkt zum nächsten Ziel zu fahren, sondern auf dem Weg etwas zu erleben. Die Wanderung zum Tempel Lempuyang war rückblickend eine der tollsten Unternehmungen meiner Reise. Der Fahrer hat mich übrigens ca. 50 Euro gekostet. Gut investiertes Geld.

Abends strandete ich dann in Ubud. Was ich dort unternommen habe, berichte ich beim nächsten Mal. Wer die ersten beiden Beiträge meiner Bali-Reise nachlesen möchte, findet sie hier:

Bali #1: Allein reisen auf Bali

Bali #2: Amed

About Sandra

Ich schreibe hier über drei Dinge, die mich jeden Tag aufs Neue beschäftigen: meine Heimatstadt Bremen, meine berufliche Selbständigkeit und mein Alltag als Mutter eines Kleinkindes. Was mir am Herzen liegt: Euch anzustiften! Zu Unternehmungen an der Weser, zu Mut im Berufsleben und zu einem humorvoll-offenen Herzen für Eure Kinder. Allen Herausforderungen zum Trotz. Dass es nicht immer einfach ist, Familie und Job zu vereinbaren, darum geht es hier nämlich auch ab und zu.

2 thoughts on “Tausendsiebenhundert: Bali #3

  1. hach bali, das war schon echt schön da. ich hatte ja leider nur 10 tage zeit.
    bin gespannt, was du über ubud berichtest!
    liebe grüße,
    holunder

  2. Oh mit Fahrer, aber das ist ein guter Tipp. Den werde ich wohl beherzigen. Dennoch schade, dass es keinen Bus- oder Zugsystem gibt.

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