Neuentdeckung im Sylter Osten: „Salon 1900“ in Keitum | Sylt-Konfetti #3

Was macht man, wenn man mit Tom auf Sylt gesportelt hat? Genau – man isst erstmal gemeinsam einen Crêpe. Davon kann man auf der Insel ja nie genug bekommen. Wir steuerten die kleine Crêperie hinterm Westerländer Wilhelmine-Brunnen an und schlenderten damit hoch zur Strandpromenade. Dort angekommen, war der Crêpe schon längst verdrückt. Es wäre natürlich ein leichtes gewesen, direkt am Strandübergang den nächsten zu bekommen, aber nun ja… Frau von Welt zügelt sich und guckt lieber den Möwen beim Kreisen über die Strandkörbe zu.

Nach dieser kleinen, allzeit verfügbaren Meditationseinheit trennten sich Toms und mein Weg vorerst. Seiner führte zum Bahnhof, um Fussball-Promi-Gäste aufzugabeln, meiner führte zunächst unter die Dusche und dann radelnderweise in den Sylter Osten. Eine Radtour in Richtung Keitum oder noch weiter nach Morsum geht immer. Hört Ihr? IMMER! Selbst wenn dicke schwarze Wolken über den weidenden Kühen aufziehen. Im schlimmsten Fall wartet in Keitum schließlich die Kleine Teestube auf Euch. Oder – wenn es der Geldbeutel zulässt – der „Genuss-Shop“ von Sternekoch Johannes King. 

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Ich hatte an diesem Nachmittag weder auf Teestube noch Sterne-Happen Lust. Hunger hatte ich allerdings ordentlich. So ein klitzekleiner Crêpe hält ja auch nicht bis zum Abendessen bei Laune. Und so radelte ich also durch Keitum in der Hoffnung, noch eine Gastronomie zu entdecken, die um 16 Uhr warme Küche anbietet und Charme ausstrahlt. Ich bog von der Ortsdurchfahrt nach rechts in irgendeine Seitenstraße ab und widmete mich zunächst dem Ablichten der wunderbaren Keitumer Reetdachhäuser. Nicht, dass ich von ihnen gefühlt schon 800 Bilder hätte, aber sie begeistern eben immer aufs Neue. Dieses Mal war es dieses Schmuckstück, was mich in seinen Bann zog:

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Gibt es jemanden, der da nicht sofort einziehen möchte? Ja, bestimmt gibt es jemanden, aber ich, ja ICH würde da sofort einziehen und mich pudelwohl fühlen. Wunderschön ist das gemacht mit den Röschen und der mintfarbenen Eingangstür. Ganz toll. Ich sollte endlich mal Lotto spielen…

Aber da war ja noch was. Genau, der Hunger. Also ging es verliebt in das Häuschen weiter – und nicht weit davon wurde ich dann tatsächlich fündig. Ich kam am Salon 1900 vorbei.

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Ich lugte auf die Karte, auf den Außenbereich und schnell war klar: Hier bleib ich erstmal. Beim Anschließen des Rades fragte ich mich, wie mir das Restaurant bislang verborgen bleiben konnte. Ist es neu? Nein, ist es nicht. Im Gespräch mit der unfassbar höflichen Bedienung erfuhr ich, dass es schon 37 Jahre geöffnet hat. Tja, man findet eben immer noch Neues auf Sylt.

Und so bestellte ich im Salon 1900, das einen antik-maritimen Mix an Interieur (guckt Euch unbedingt die Waschbecken auf den Toiletten an!) bietet, erstmal was Gutes zu essen: ein Kapitänsfrühstück! Dahinter verbergen sich Krabben mit Spiegelei auf Schwarzbrot. Mhmmm, lecker! Die selbst gemachte Erdbeerschorle macht das Glück perfekt.

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Wohlgenährt und bester Dinge stieg ich dann wieder aufs Rad und machte mich auf den Weg nach Munkmarsch. Dahin gelangt Ihr, wenn ihr zunächst Kurs auf St. Severin, die Kirche von Keitum, haltet. Dort angekommen, lief ich ein paar Schritte am kleinen Sandstrand und machte es mir dann zum Abschluss des Nachmittags mit Getränk in der Sonne gemütlich. Ganz still war es dort. Krebse huschten durchs ruhige flache Wasser und nur selten kamen Passanten vorbei. Ein großer Unterschied zum Trubel, der sich zeitgleich am Strand von Westerland abspielte.

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Aber als wäre das alles noch nicht genug für einen gelungenen Samstag, hab ich auf Toms Einladung hin ein nicht neues Restaurant von seiner ganz neuen Seite kennengelernt. Und den schönsten Sonnenuntergang, den ich seit Langem gesehen habe, gab´s zum Dessert noch obendrauf. Davon dann aber mehr im nächsten Beitrag.

Ich wünsche Euch ein schönes Wochenende! Vielleicht ist jemand von Euch dieses Wochenende auf Sylt beim Surf Cup?

About Sandra

Ich schreibe hier über drei Dinge, die mich jeden Tag aufs Neue beschäftigen: meine Heimatstadt Bremen, meine berufliche Selbständigkeit und mein Alltag als Mutter eines Kleinkindes. Was mir am Herzen liegt: Euch anzustiften! Zu Unternehmungen an der Weser, zu Mut im Berufsleben und zu einem humorvoll-offenen Herzen für Eure Kinder. Allen Herausforderungen zum Trotz. Dass es nicht immer einfach ist, Familie und Job zu vereinbaren, darum geht es hier nämlich auch ab und zu.

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