Ran an die Pinne, es geht aufs Meer!

Lange Wochenenden sind einfach wunderbar. Der dritte Tag ist immer der, der sonst fehlt. Einen braucht man nämlich für Haushalt, Einkauf, Erledigungen & Co., den zweiten zum planlosen Seele baumeln lassen. Ein regulärer dritter, wo man mal die Dinge anpackt oder unternimmt, die Zeit & Muße brauchen, wäre für jede Woche perfekt. Aber nun ja, es ist,  wie es ist, mit den zweitägigen Wochenenden – und wahrscheinlich weiß man genau deshalb lange Feiertagswochenenden so richtig zu schätzen.

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Bei uns hieß es am Wochenende „Leinen los“ – ich durfte auf einem 10-Meter-Segelboot mit hinausfahren auf die Nordsee. Premiere für mich. Hättet Ihr nicht gedacht? Oh doch! Ich bin zwar häufig am Wasser, aber normalerweise schaue ich vom Ufer aus AUF die Nordsee und die Schiffe. Dieses Mal war es andersherum.

Los ging´s an dem Hafen, der mir seit meiner Fährabfahrt nach Borkum bestens vertraut ist: am Außenhafen Emden. Gegenüber des Fähranlegers liegen schätzungsweisem die vierzig Segelboote am Steg und warten darauf, hinaus aufs Meer zu schippern. Eins davon gehört seit vielen vielen Jahren einem Bekannten, dorthin ging´s bei strahlendem Sonnenschein.

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Das im oberen Foto ist es übrigens nicht – hab leider kein Bild vom tatsächlichen Boot gemacht. Ein blaues war es, etwas kleiner. Unter Deck hinaus fotografiert sieht es so aus:

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Gar nicht allzu viel Platz also rechts und links von der Pinne. Wenn man dann, wie wir auf der Rückfahrt, ordentlich kreuzen muss, geht´s auf kleinstem Raum hin und her von rechts nach links. Auch irgendwie eine Form von sportlicher Betätigung. Unsere Strecke ging von Emden über die Ems auf die Nordsee in Richtung Borkum, und auf der Höhe von Emshaven wieder zurück gen Emden. Die Rückfahrt dauerte dabei etwas länger als die Hinfahrt.

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Proviant durfte natürlich nicht fehlen. Was schmeckt an Deck und Bord am leckersten? Genau, die einfachen handfesten Sachen: ein gekühltes Pils und heiße Würstchen mit Brötchen. Kennt ihr das? Dass die solidesten Sachen an manchen Plätzen einfach der Himmel auf Erden sind? Gerade wenn man draußen unterwegs ist? Dann braucht man manchmal nur ein Käsebrot oder eine Linsensuppe, um sich rundum wohl zu fühlen. Der Rest machen die Umgebung und die sauerstoffgetränkte Erschöpfung.

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Und ja: Ich durfte auch mal an die Pinne. Schon beeindruckend, wie sensibel so ein Segelschiff auf kleinste Steuerbewegungen reagiert. Und wie viel der Wind dann bewirkt (wir hatten Stärke 5). Segeln ist beim ersten Mal aber eine richtig komplexe Angelegenheit: Knoten über Grund, Steuerbord, Strom-Wind-Verhältnis, Tide, Gegenverkehr, Fahrrinne…. Eine eigene Wissenschaft. Und irgendwie auch nicht, denn letztlich kann man niemals alles vorhersehen und berechnen – der Natur sitzt immer am längeren Hebel.

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Wie ihr seht: es war ein schräges spannendes Abenteuer. Ein bissl flau im Bauch war mir hier und da schon, so dass ich davon ausgehe, dass ich bei höheren Windstärken nicht ganz seefest bin. Aber an ruhigeren Tagen würde ich das gern wiederholen.

Seid Ihr Segler? Habt Ihr Tipps, wie es sich am besten lernen lässt? Vielleicht ist es ja gar keine schlechte Geschichte, mal den Segelschein zu machen. Was denkt Ihr? Freue mich über Expertenhinweise meiner Leser-Crew!

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About Sandra

Ich schreibe hier über drei Dinge, die mich jeden Tag aufs Neue beschäftigen: meine Heimatstadt Bremen, meine berufliche Selbständigkeit und mein Alltag als Mutter eines Kleinkindes. Was mir am Herzen liegt: Euch anzustiften! Zu Unternehmungen an der Weser, zu Mut im Berufsleben und zu einem humorvoll-offenen Herzen für Eure Kinder. Allen Herausforderungen zum Trotz. Dass es nicht immer einfach ist, Familie und Job zu vereinbaren, darum geht es hier nämlich auch ab und zu.

8 thoughts on “Ran an die Pinne, es geht aufs Meer!

  1. Liebe Sandra,

    es ist wirklich schön, von dir zu hören und dich so glücklich zu sehen! 🙂

    Außerdem möchte ich dir meinen Respekt mitteilen: Wie du weißt, liebe ich das Meer auch, aber ich glaube, ich hätte mich das nicht getraut! Gerade auf dem schrägen Foto hätte ich die Buchse ganz schön voll gehabt 😀

    Liebe Grüße und fühl dich gedrückt!
    / Steffi

  2. Liebe Sandra,
    tolle Bilder und tolles Abenteuer… Vielen Dank für’s teilen!!!

    Während meiner Studienzeit in Konstanz bin ich mal auf dem Bodensee mitgesegelt. Ist bestimmt nicht vergleichbar mit der Nordsee, aber ein Spass war es dennoch.

    Jetzt hab ich mich endlich mal getraut hier einen Kommentar zu hinterlassen. Geschaut habe ich nämlich schon oft, das ist immer wie ein Kurztripp an die Nordsee. Das macht gute Laune und Lust auf die See, wenn das nur nicht soooo weit wäre von hier aus!!!

    Liebe Grüße aus dem wilden Süden =)
    Anja

    1. Moin Anja,

      wie schön, dass Du sich traust – denn als Schreiber ist es doch immer wieder schön zu erfahren, wer eigentlich so mitliest. In diesem Sinne: Willkommen in der nordischen Wortkonfetti-Welt. Ich husch jetzt erst einmal bei Dir vorbei…

      Alles Liebe aus dem heute seeehr regnerischen Bremen
      Sandra

  3. Moin Sandra,

    noch ein Mitleser – ein ganz frischer. Bin ja auch ein ausgewiesener Sylt-Fan und lebe im aufregenden Bremen. Deine Thesen haben meine volle Unterstützung! Allerdings ist da ein wenig Ruß auf meiner Nase und ich habe es wohl noch lange nicht verdient, mich als Bremer bezeichnen zu dürfen. Das dürfen dann vielleicht meine Urenkel? Auch bin ich kein Kaufmannssohn aber das Buch hat mich auf diesen Pfad gelockt. Ich muss es mir unbedingt noch besorgen.
    Aber vorerst genug geplaudert – was ich Dir noch sagen wollte: das Salz in Deinem Wort Konfetti sind für mich ja die schönen Fotos. Und da Du selbst ab und an auch mal abgelichtet bist, gibst Du sie vermutlich beizeiten aus der Hand. Da sind doch bestimmt nicht immer die Top-Fotografen zugegen? Die Kamera hätte ich auch gerne!?

    Ahoi!
    Endres

    1. Hallo Endres,

      willkommen in der Hansestadt – ich wünsche Dir, dass Du dich hier wohlfühlst. Dürfte aber kein Problem sein, Bremen meint es wirklich gut mit Zugezogenen.

      Was die Fotos betrifft: Eigentlich sind alle Bilder von mir geschossen. Die, auf denen ich abgelichtet bin, stammen entweder von begleitenden Freunden oder der Familie. Manchmal ist es auch schlicht der Selbstauslöser. Starfotografen sind nicht an Bord, aber die Canon macht zum Glück einen guten Job. Konkret ist es die EOS 600D, die ich derzeit dabei habe. Vielleicht ist die ja tatsächlich auch was für Dich?!

      Herzliche Grüße
      Sandra

      1. 🙂 ich muss schmunzeln …
        lebe jetzt im 14. Jahr in Bremen. Mann, wie die Zeit vergeht. Ich fühl´mich wohl und kann Deine Aussage bestätigen.

        Danke für Dein Willkommen – es tut auch jetzt noch gut
        Endres

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