Weihnachtsgeschenke fürs Baby: Einfach mal locker bleiben!

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„Wir haben nur zwei Geschenke für die Kleine. Ich komme mir vor wie eine Rabenmutter.“ So tönte es mir jüngst aus einer WhatsApp-Nachricht einer anderen #mama2016 entgegen. Ich schmunzelte, hatte ich doch einige Tage zuvor einen ähnlichen Gedanken, als ich die Weihnachtsgaben für den Lütten verpackte. Denn auch bei uns gibt es fürs Baby nur zwei Kleinigkeiten. Gegenwert: Nicht mal zwanzig Euro.

Ob ich deswegen eine lieblose Mama bin? Einen kurzen Moment fragte ich mich das auch – verwarf diesen oberflächlichen Gedanken dann aber sofort wieder. Ganz das Gegenteil ist schließlich der Fall: Wie fast jede Mutter bin ich hochgradig verliebt in mein Kind. Genau deshalb überlege ich immer ganz genau, was ich tue oder eben lasse. Diese Entscheidungen hängen stets von einer zentralen Frage ab: Womit ergeht es dem Lütten am Besten? Und aus der Erfahrung der bisherigen zehneinhalb Monaten mit ihm komme ich zu einer klaren Überzeugung: unzählige Geschenke um ihn herum und wiederholte Appelle, diese doch auszupacken und bewusst wahrzunehmen – das würde ihm sicher nicht guttun. Zumal der Tag – so entspannt er uns Erwachsenen auch erscheinen mag – für die Kleinen an sich schon voller unbekannter und damit kräftezehrender Eindrücke sein wird.

Überforderung unterm Tannenbaum? Nein danke!

Babys spüren sehr genau, wenn Situationen von der alltäglichen Routine abweichen. Der Heilige Abend wird  viel Aufmerkamkeit von ihnen beanspruchen:

  • Warum steht da ein Baum im Zimmer – und warum verdammt darf ich an dem nicht hochklettern?
  • Was sind das für Pakete – und warum darf ich nicht permanent an deren Bändchen ziehen?
  • Seit wann sehen alle so chic aus am Nachmittag – und wieso hab ich heute  ein Hemd und keinen Gämmelpulli an?
  • Was sind das für warme lecker riechende Äpfel auf den Tellern meiner Familie – und warum darf ich den nur kleingemanscht und ohne Füllung probieren?
  • Wieso flitzt Mama heute noch mehr durchs Haus als sonst – und singt mit mir nicht das Tickitackituckihäuschen-Lied? Etcpp.

Bevor diese Eindrücke auch nur halbwegs verarbeitet sind, stehen und sitzen da dann plötzliche alle um das Kind herum und gucken erwartungsfroh zu, wie es wohl auf das Geschenkeauspacken und -bekommen reagiert. Na, wie wohl? Ich gebe mal einen sehr naheliegenden Tipp ab: Für den Inhalt wird sich der Zwerg erst einmal am allerwenigsten interessieren. Viel spannender wird das knisternde bunte Papier sein. Die permanent auslösende Kamera – man will das erste Weihnachten mit Kind ja schließlich im Foto-Erinnerungsalbum festhalten – wird auch nicht unbemerkt bleiben, sondern vielmehr vom eigentlichen Geschehen ablenken. Der Lütte ist nämlich stets (im wahrsten Sinne des Wortes) hin und weg vom Kameragurt und der Verschlusskappe. Da will er sofort ran, ganz egal, was er statt dessen gerade anderes entdecken könnte.

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Aufs Auspacken folgt im besten Falle das Ausprobieren und Anschauen. Auch hier kann es schnell zur Reizüberflutung kommen. Ist es nicht schöner, die Kleinen nehmen ein, zwei Sachen konzentriert für sich in Beschlag statt orientierungslos zwischen Schaukelpferd, Musikinstrumenten, Büchern, Anziehsachen und Bauklötzen hin- und herzueilen? Ich meine: JA! Ich verstehe zwar gut, dass man als Neu-Mama und Papa viel Freude dabei empfinden kann, Schönes für den Sprössling auszuwählen und die Sachen dann liebevoll mit allerlei Verzierung und Gebaumle zu verpacken – aber tut man das bei näherer, ehrlicher Betrachtung nicht mehr für sich als für das Kind? Weil das Kind es nun mal einfach noch nicht kapiert, was ein Geschenk ist?!

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Zwei Geschenke gibt es also von uns. Nein, drei, fällt mir gerade auf. Das dritte haben wir allerdings nicht gezielt gekauft, sondern kurz vor Weihnachten bei Julia gewonnen. Der Lütte bekommt ein kleines Baustein-Set, ein Möwengeschrei aus der Dose (das hat ihn beim Besuch im Laden Fette Beute vor Kurzem amüsiert) und das Fiete-Suchbuch*. That´s it!

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Aber es gibt ja auch noch Großeltern (die beispielsweise noch Bauklötze* und eine Strickjacke unter den Tannenbaum legen). Freunde. Bonusbrüder. Aus unseren Geschenken werden noch mehr. Auch das ist Grund genug, es als Eltern nicht schon von Vornherein zu übertreiben.

Innehalten beim Weihnachtshopping? Ja bitte!

Last but not least ist das Jahr 2016 eines gewesen, das es mit der Welt nicht besonders gut gemeint hat. Wenn ich Bilder davon sehe, wie Kinder ums Überleben kämpfen, in Kriegstrümmern spielen oder mit leerem Blick nach ihren Eltern suchen, dann bin ich umso beschämter über die Komsumorientiertheit, die in unserer Gesellschaft zu Weihnachten regelmäßig um sich greift – und da nehme ich mich gar nicht aus, denn ich schenke auch gern und kaufe auch gern mal teure Geschenke, wenn sie meiner Ansicht nach das richtige sind. In diesem Jahr habe ich das aber mehr als sonst infrage gestellt.

Weihnachten nach Maß

Ich bin froh, meinem Kind ein sicheres Zuhause, Nestwärme, leckeres Essen, fröhliche Weihnachtstage und eine gesunde Entwicklung bieten zu können. Kein Geschenk der Welt könnte all das ersetzen. Weihnachtsgaben darf und soll es natürlich trotzdem geben – aber bitte in Maßen. Gerade bei einem Baby. Mein Appell und Ratschlag an alle liebenden Eltern: Macht Euch mal locker und kauft nicht jeden Schnickschnack, nur weil ihr in dreimal auf Instagram gesehen habt – auch wenn es verlockend ist. Woran sich Kinder erinnern werden, sind Rituale. Die vorfreudige Spannung. Die glänzenden Christbaumkugeln. An Geschenke unterm Baum, klar. Aber wie viele das waren, was genau darin gefunden wurde und ob sie teuer oder nicht waren – das ist zweitrangig. Gute Eltern sind nicht die, die ihre Kinder mit Geschenken überhäufen, sondern mit Fürsorge!

Wenn also auch ihr Euch gefragt habt „Ui, ist das nicht viiiiiel zu wenig für mein Baby“, dann sag ich Euch: Nein, ganz bestimmt nicht!

Ich wünsche Euch – ob mit oder ohne Kind – zauberhafte Festtage und einen erholsamen Ausklang des Jahres. Lasst es Euch so gut gehen, wie es nur möglich ist. Esst, lacht, schlaft und genießt!

Alles Liebe, Sandra

P.s. Das oben zu sehende Buch „Weihnachten nach Maß*“ habe ich in der Stadtbiblithek Bremen entdeckt. Eine wirklich süße Geschichte, die sehr schön deutlich macht, dass es nicht auf die Größe eines Geschenkes ankommt, sondern darauf, dass es dem Beschenkten nützt.

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About Sandra

Ich schreibe hier über drei Dinge, die mich jeden Tag aufs Neue beschäftigen: meine Heimatstadt Bremen, meine berufliche Selbständigkeit und mein Alltag als Mutter eines Kleinkindes. Was mir am Herzen liegt: Euch anzustiften! Zu Unternehmungen an der Weser, zu Mut im Berufsleben und zu einem humorvoll-offenen Herzen für Eure Kinder. Allen Herausforderungen zum Trotz. Dass es nicht immer einfach ist, Familie und Job zu vereinbaren, darum geht es hier nämlich auch ab und zu.

2 thoughts on “Weihnachtsgeschenke fürs Baby: Einfach mal locker bleiben!

  1. Ach… Tolle Gedanke, ich bin da sehr bei dir! Froh über den Reichtum den wir einfach so haben (ohne finanziell wirklich reich zu sein, aber auch ohne jeden Cent hinterfragen zu müssen) und ich wünsch mir eigentlich nur Frieden auf der Welt, auch wenns kitschig klingt.
    Bei uns gibts nur ein Geschenk, was längere Zeit bespielt werden wird, dann noch was von der Patentante und die Oma schenkt was Sinnvolles von duplo. Das reicht. Selbst wenn unser Lütte größer ist, werden wir es begrenzt halten. Zuviel Spielzeug ist eher überfordernd.

    Dir auch ein schönes Weihnachtsfest mit deinem ganz persönlichen Christkind!
    Ein gutes 2017!

  2. Als die andere Mama (^^) kann ich nur sagen: wie wahr! Hier war nämlich kurz vorm Schlafengehen die Überforderung sehr spürbar. Auch, dass die Zuckerschnute nicht richtig Zeit hatte, ihre insgesamt 7 (Großeltern waren ja auch alle da) Geschenke zu untersuchen, tat mir irgendwie leid. Dafür wurde heute alles bespielt und ausprobiert und für gut befunden. Wir sind froh, nur zwei Geschenke für sie gehabt zu haben. Zwei Bücher übrigens. Und die findet sie am tollsten! HA! 🙂

    Frohe Weihnachten, ihr Lieben! <3
    Katja

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