Eine Joggingrunde auf dem Rantumer Becken mit Tom und Henning | Sylt-Konfetti #2

Wer auch im Alltag gern eine kleine oder große Joggingrunde dreht, sollte seine Laufklamotten nicht vergessen, wenn es nach Sylt geht. Wohlgemerkt: Laufschuhe sind nicht zwangsläufig nötig, denn die wohl faszinierendste Laufstrecke der Insel, den mehr als 40 Kilometer langen Strand,  absolviert man ohnehin am besten barfuss – so hab ich es an meinem Sylt-Wochenende von Henning gelernt. Mit ihm und Tom war ich nämlich am Samstagnachmittag verabredet.

Tom kennen einige Syltfans von Euch ganz bestimmt: Wie in den vergangene  zwei Jahren ist er auch dieses Jahr einen Monat lang auf Sylt und berichtet bei Facebook tagein, tagaus von allem, was man auf der Insel im Sommer so entdecken, essen, erleben und besuchen kann. Aber Achtung: Das Folgen der Facebookseite „Tom auf Sylt“ wird Eure Sehnsucht nach Sylt ziemlich anheizen. Sagt also nicht, ich hätte Euch nicht gewarnt. Als ich Tom kurz vor meiner Reise nach Sylt anfunkte und ein Treffen vorschlug, wurde es plötzlich ganz sportlich: „Ja, gute Idee. Willst Du Samstag vielleicht mitlaufen? Übers Rantumer Becken?“

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Das Rantumer Becken ist der gebogene Wegestreifen, den ihr da oben aus der Luft fotografiert seht. Ein Stück Sylt, über das ich mehr als einmal mit dem Rad gefahren bin. Naturschutzgebiet und Paradies für Vogelkundler. Der ideale Beginn einer Fahrradtour in den Sylter Osten. Am Ende des Rantumer Becken könnt Ihr dann nämlich ausschwärmen in Richtung Keitum/ Morsum/ Braderup. Den Weg weisen bereits in Rantum handgefertigte Schilder und aufmunternde Sprüche.

Keitum Sylt

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Okay, Tom wollte also übers Rantumer Becken laufen. Als er mir dann noch sagte, dass das mit fachmännischer Begleitung eines personal trainers passieren sollte, wollte ich am liebsten einen Rückzieher machen. Meine Kondition ist nämlich aktuell… naja… sagen wir „bescheiden“. Anderseits: Wenn mir jemand Tipps geben kann, wie ich das ganz schnell trotz Bänderdehnung wieder ändern kann, dann wohl ein Experte. Ach, was soll´s, dachte ich. Steckte meine Laufschuhe ins Gepäck und war Samstag um 10 Uhr am vereinbarten Treffpunkt: dem Parkplatz am Hafen Rantum. Unverkennbare Erkennungszeichen: Traumhafter Blick auf einen Schiffsanleger, Gummistiefel als Wegweiser und ein Hafenkiosk, ganz nach meinem Geschmack.

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Da standen wir dann also, Tom und ich. Und sahen bald zwei sehr sehr sehr sportliche Menschen im professionellen Sportdress und mit freundlichem Gesicht auf uns zusteuern: Namensvetterin Sandra, die in der Woche zwischen 100 und 120 Kilometer über die Insel läuft, und Henning, seines Zeichens Physiotherapeut, personal trainer und ebenfalls Sportskanone. Ich fühlte mich bei diesem Anblick alles andere als eine Sportkanone,  eher wie eine Platzpatrone. Aber das Gefühl verflog nach wenigen Augenblicken, denn die beiden nehmen uns freundschaftlich und ohne „Waaaas? Mit den Couchpotatoes sollen wir nun über das Becken traben“-Blick in Empfang. Nett sind sie, die beiden. Und Tom und ich holen uns erst einmal ein paar Profi-Tipps und Kennwerte ab. Zum Beispiel rät Henning dies hier:

  • Dehnen, Recken und Strecken bevor man Losläuft ist eigentlich Quatsch. Bei jedem Sport gilt: Wärm Dich in der Bewegung auf, um die es anschließend geht. Heißt fürs Laufen: Trab ganz gemächlich los und starte irgendwann mit Deinem echten Tempo.
  • Nach dem Lauf ist Dehnen hingegen eine gute Idee. Aber bitte nicht nur ein paar halbherzige Minuten, sondern am besten eine halbe Stunde mit einem professionellen Dehnprogramm.
  • Deinen idealen Trainingsbereich kannst Du am besten mit Pulsuhr beobachten. Es gilt: Ziehe Dein Lebensalter von der Zahl 200 ab – das ist dann Deine obere Grenze. 60 Prozent der oberen Leistungsgrenze entspricht dann der Zahl, die Du nicht unterschreiten solltest. Fertig ist das perfekte Tempo.
  • Wer eine Woche auf Sylt verbringt und bislang noch nicht gelaufen ist, kann den Urlaub durchaus nutzen, um endlich anzufangen. Am besten alle zwei Tage ein Intervalltraining absolvieren – barfuss am Strand.

Das hab ich mir gleich mal für die post-Bänderdehnungs-Läufe im Bürgerpark hinter die Ohren geschrieben. In Sachen kaputter Fuß hatte Henning übrigens auch noch einen Hinweis für mich: „Das Band selbst wird nie mehr so belastbar, wie es mal war. Es gilt, die Muskulatur drumherum zu stärken, damit sie den Job des Bandes übernimmt. Am besten mit der Übung des Kurzen Fußes.“ Ach, was wäre das doch schön, wenn ich ständig auf Sylt wäre und Henning meinen inneren Schweinehund und meine Bänderdehnung unter seine Fittiche nehmen würde, denke ich in diesem Moment. Aber in den Genuss kommen eben andere, die ihn über die Hotelrezeption buchen. So arbeitet er nämlich: Freiberuflich für die Hotels, deren Gäste gern einen Trainer an der Seite hätten.

Ja, und nach all der Theorie düsten wir dann also los.3-2-1… Startschuss!

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Okay okay, es sei verraten: die ganzen 10 Kilometer haben Tom und ich nicht absolviert, sondern sind irgendwann umgekehrt. Aber auch die halbe Strecke hat mir eines gezeigt: Dort zu laufen, gerade vormittags, macht wirklich eine Menge guter Laune. Es ist so friedlich dort. Und 10 Kilometer sind ja für viele von uns eine wirklich gute Strecke – gerade, wenn es eine Rundstrecke ist wie dort. Wenn man es dann geschafft hat, wartet ja außerdem der Hafenkiosk mit gekühlten Getränken und man kann mit dem guten Gefühl, etwas für den Körper getan zu haben, und mit dem Blick auf den Schiffsanleger in Ruhe überlegen, was man nach der Dusche denn noch Schönes mit einem Samstag auf Sylt anfängt. Was ich gemacht habe, berichte ich Euch im dritten Teil des Sylt-Konfettis. Bis dahin könnt Ihr ja überlegen, ob Ihr nicht vielleicht im September am offiziellen  7. Run ums Rantumbecken teilnehmen wollt. Na, wie wär´s?

Ahoi!
Sandra

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About Sandra

Ich schreibe hier über drei Dinge, die mich jeden Tag aufs Neue beschäftigen: meine Heimatstadt Bremen, meine berufliche Selbständigkeit und mein Alltag als Mutter eines Kleinkindes. Was mir am Herzen liegt: Euch anzustiften! Zu Unternehmungen an der Weser, zu Mut im Berufsleben und zu einem humorvoll-offenen Herzen für Eure Kinder. Allen Herausforderungen zum Trotz. Dass es nicht immer einfach ist, Familie und Job zu vereinbaren, darum geht es hier nämlich auch ab und zu.

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