Vegane Kosmetik – eine Einführung von Kathrin | Vegan in Bremen #3

So, jetzt geht sie los, die Reise in das Thema „Vegane Kosmetik“. Gestern habe ich Euch ja berichtet, was ich vorhaben: Mir von einer Expertin mal sagen zu lassen, inwiefern ich meine „Schönheitsrituale“ komplett tierschützend durchführen kann.  Die Expertin ist Kathrin vom Blog einbisschenvegan. Und sie hat zum Einstieg mal das Wichtigste zusammengefasst, was man so wissen sollte. 

Als die liebe Sandra mich bat, ihr Beauty Case ein bisschen zu veganisieren war ich sofort Feuer und Flamme. Ich liebe es über eines meiner Lieblingsthemen – nämlich vegane Kosmetik – zu schreiben und konnte mir für meinen gersten Beauty-Gastbeitrag keinen besseren Ort wünschen.  Zwar mache ich das Ganze hier nun schon 5 Jahre, in anderen digitalen Wohnzimmern zu Besuch zu sein ist aber immer noch mal eine ganz andere Herausforderung. Immerhin will man nichts durcheinander bringen und keinen Dreck hinterlassen. Und so muss ich mir auch in Erinnerung rufen, dass ich mich nicht mehr in meiner kleinen veganen Blase befinde und euch, liebe Leser*innen, vielleicht erst einmal mit ein paar Infos versorgen.

Warum eigentlich vegan?

Tja, vegan ist gerade in aller Munde. Kochbücher, Blogs und Produkte sprießen aus dem Boden. Fast wöchentlich laufen Dokus über die oftmals miserable Tierhaltung in der Lebensmittelindustrie im Fernsehen und viele Menschen entscheiden sich – aus verschiedenen Gründen – dazu nun vegan zu leben. Bei vielen beginnt das mit dem Essen. Wer sich dann näher und vor allem aus tierrechtlichen Gründen mit der Materie befasst, merkt schnell, dass Ausbeutung auch in anderen Bereichen stattfindet. Und es mittlerweile einfach super easy ist Alternativen für tierliche Produkte zu finden. Sei es in der Mode, zuhause oder eben in der Kosmetik. Vorbei die Zeiten von farbloser Naturkosmetik, mit schlechtem Farbauftrag und nur kurzer Haltbarkeit. Vegan ist  bunt, vielseitig und fühlt sich gut an!

Als Sandra mir ihre Liste mit Produkten schickte, brauchte ich nicht lang, um im Geiste alles sofort zu ersetzen. Wenn man jahrelang nichts anderes macht, entwickelt man schnell einen Blick dafür, was vegan ist und was nicht. Doch worauf muss ich eigentlich achten? Woran erkenne ich vegane Kosmetik?

Die Basics

Ganz einfach ist es bei Produkten, die klar als „vegan“ gekennzeichnet werden. Das verlässlichste Zeichen ist dabei die „Veganblume“ der Vegan Society, eine Organisation, die sich für Tierrechte einsetzt und unter anderem auch Produkte offiziell zertifiziert. Einige Firmen kennzeichnen ihre Produkte mit Aussagen wie „vegan“ oder „ohne tierische Inhaltsstoffe“. Zu 90% kann man sich darauf verlassen. Da „tierische Inhaltsstoffe“ aber hin und wieder mal anderes definiert werden – beispielweise nur als solche, bei deren Gewinnung das Tier stirbt – lohnt sich ein Blick auf die Inhaltsstoffe, die sogenannte Inci-Liste.

Generell kann man sagen, dass Produkte in denen einer der folgenden Bestandteile vorkommt, nicht für Veganer*innen geeignet sind:

  • Seide (Silk, Hydrolized Silk)
    Keratin
    Honig u.ä. (Mel, Propolis, Gelee Royal)
    Bienenwachs (Cera Alba)
    Wollwachs (Lanolin)
    Kollagen
    Perlpuder (Pearl, Perlmutt)
    Schellack
    Karmin (roter Farbstoff aus zerstoßenen Läusen)

Darüber hinaus gibt es eine ganze Reihe von Inhaltsstoffen, die pflanzlichen oder synthetischen, aber auch tierischen Ursprungs sein können. Wer bei nicht deklarierten Produkten 100% sicher gehen will, sollte dann direkt mit der Firma in Kontakt treten. Eine gute Übersicht über potentiell nicht-vegane Incis findet ihr hier.

Da Ausbeutung für Tierrechtler*innen nicht nur bedeutet, Tieren ihre Rohstoffe und ihr Leben  zu nehmen, achten sie auch darauf, wer die von ihnen verwendeten Produkte herstellt. Grob gesagt gehören nämlich 2/3 der auf dem Markt befindlichen Waren – egal welcher Couleur – zu einigen wenigen multinationalen Konzernen, die allesamt Tierversuche durchführen. Wenn auf einem Produkt also Unilever, Procter&Gamble, Beiersdorf, Henkel, Estee Lauder, Johnson & Johson oder Coty steht: Stehen lassen! Trägt das Produkt jedoch eines dieser Label, werden für die Herstellung keine Tierversuche durchgeführt.

Vielen Dank Kathrin, für die Basics. Morgen geht´s dann in medias res: Ich lass Euch in mein Badezimmer gucken!

About Sandra

Ich schreibe hier über drei Dinge, die mich jeden Tag aufs Neue beschäftigen: meine Heimatstadt Bremen, meine berufliche Selbständigkeit und mein Alltag als Mutter eines Kleinkindes. Was mir am Herzen liegt: Euch anzustiften! Zu Unternehmungen an der Weser, zu Mut im Berufsleben und zu einem humorvoll-offenen Herzen für Eure Kinder. Allen Herausforderungen zum Trotz. Dass es nicht immer einfach ist, Familie und Job zu vereinbaren, darum geht es hier nämlich auch ab und zu.

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