Eine Idee zu haben ist das eine. Sie zu verwirklichen das andere. Oder auch: Das Yoga Quartett ist da

Vergangene Woche Morgen war ich doch tatsächlich ein bißchen hibbelig. Dabei gab es für mich gar keinen Grund nervös zu sein. Ich war es trotzdem. Vermutlich ist das normal, wenn eine gute Freundin nach monatelangem Sinnieren, Gestalten, Planen, Probieren, Verändern, Hadern, Kolorieren und Produzieren plötzlich ihr Herzensprojekt an die Öffentlichkeit bringt – und man sie bei all diesen Schritten beobachtet und manchmal auch begleitet hat. Es ist endlich auf dem Markt und erhältlich: Das Yoga Quartett von Bine.

Ja, genau: eine neue Form des klassischen Kartenspiels, das wir alle vermutlich noch in der Version „Autos“ aus Kindheitstagen kennen. Nur eben jetzt mit Yoga-Haltungen statt PKWs. Und: deutlich schöner. Bine hat jede Karte elfengleich illustriert und zart koloriert.

Die Farbwelt, für die sie sich entschieden hat, gefällt mir ungemein. Material und Verpackung sind achtsam gewählt und natürlich nachhaltig. Außerdem hat das Quartett für leidenschaftliche Yogis einen tollen Mehrwert: Die einzelnen Asanas lassen sich zu Übungsreihen legen. Drei Vorschläge sind bereits in der Spielanleitung enthalten. Fachliche Schützenhilfe bekam Bine für die Vorschläge und die Zusatzinformationen zu den Asanas der Spielkarten übrigens von Felix, einem der Lehrer in Bines und meinem (hust, ich bin gerade eher selten da) Yogastudio urban yoga lounge.

Als ich vergangene Woche, am Tag des Erscheinen des Quartettes, am Osterdeich entlangradelte, fragte ich mich, warum mich das freie Projekt so fasziniert und begeistert. Ist es die freundschaftliche Verbundenheit zu Bine? Das Wissen um die positiven Effekte von Yoga? Ja natürlich, das sind Gründe. Aber ein weiterer und zentraler ist noch ein ganz anderer: Ich habe Hochachtung, wenn Menschen  an ihre Idee glauben. Und nicht nur daran glauben, sondern sie tatsächlich anpacken. Wenn Menschen Macher sind. Dann ist es für mich manchmal auch egal, was sie da genau machen. DASS sie etwas machen zählt. Ideen haben nämlich viele, aber beiweitem nicht alle realisieren sie. Manchmal hat das triftige Gründe, oft sind es aber vorgeschobene Hindernisse.

Ich weiß aus eigener Erfahrung mit Bloggen mit Herz und LOVEBREMEN, dass es bei freien Projekte in der Entstehungsphase nach dem euphorischen Start immer wieder Durststrecken gibt. Wo die Zeit knapp und die Zuversicht am Ende ist. Wen interessiert das denn überhaupt? Warum mache ich das – es kostet mich meine Freizeit und bringt vielleicht niemals nur einen Pfennig ein. Warum tauchen denn jetzt plötzlich blöde technische oder juristische Probleme auf? Es gibt immer Phasen, in denen alles zu stagnieren scheint. Bei dem Sprung in die Selbständigkeit ist es ähnlich.

Aber irgendwann, wenn man selbst das Gefühl hat, gerade erst Ordnung in den Prozess gebracht zu haben, ist man dann am Ziel. Hat – wie in Bines Fall – ein gedrucktes und verpacktes Quartett in der Hand, die ersten Bestellungen im Mailfach und sieht sich selbst sogar noch in der Zeitung. Und warum? Weil man es einfach gemacht hat. Nicht nur gedacht, sondern gemacht!

Bine ist eine dieser Macherinnen. Auch als Freundin. Wenn ich krank bin, dann hadert sie nicht lange mit ihrem Zeitplan, sondern setzt sich aufs Rad und bringt mir Obst vorbei. Wenn ich mit ihr phantasiere, ein paar Yoga-Tage in St. Peter-Ording zu verbringen, dann machen wir das am Ende tatsächlich. Und wenn ich kurz vor eine Konferenz feststelle, dass ich keine aktuellen Visitenkarten habe, dann macht sie mir welche. Auch das alles ist keine Selbstverständlichkeit.

Umso mehr freue ich mich, dass ich ihr aktuelles Projekt ein ganz klein bißchen unterstützen konnte. Zuversicht spenden, Texte überarbeiten, Päckchen packen. Das Wichtigste hat aber Bine immer selbst erledigt: geduldig weitergemacht!

Also, solltet Ihr ein großes Herz für anpackende Menschen haben, zarte Illustrationen mögen, ein Geschenk für einen Yogi suchen oder oder oder… dann schnappt Euch eines der auf 500 Stück limitierten Kartenspiele. Vielleicht habe ich es sogar gepackt. In jedem Fall aber werdet Ihr etwas in den Händen haben, dass es so bislang kein zweites Mal gibt und das durch echte Leidenschaft entstanden ist.

 

Fotos (ausgenommen das letzte):  Kathrin Truhart

Sandra

Sandra

Seit 2008 blogge ich nordisch-frisch über meine Heimatstadt Bremen und alle Regionen, in denen eine steife Brise weht und man lieber in Strandkörben als auf Designermöbeln Platz nimmt. Für Nordseeinseln schlägt mein Herz dabei besonders laut. Noch lauter allerdings für den Lütten, der seit Februar 2016 mein Leben auf wunderbare Weise auf den Kopf stellt.

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