Überlebenshilfe für Neu-Mamas. Oder auch: Drei unverzichtbare Anschaffungen für den Alltag mit Baby

Es gab im ersten Jahr mit dem Lütten drei Produkte, die ich rückblickend noch derart abfeiere, dass ich mich entschlossen habe, sie an Euch weiterzuempfehlen – obwohl sich dieser Blog ja sonst nicht so sehr ums Kaufen dreht. Aber weil uns diese drei Dinge den Alltag so derart erleichtert haben, dass ich sie am liebsten jedem schenken würde, der ein Kind erwartet, animiere ich die werdenden Eltern unter Euch ausnahmsweise mal zum Geldausgeben.

Die ersten beiden Tipps sind vermutlich eher Bestärkung als Geheimtipp, denn sie tauchen in ziemlich vielen Schwangerschafts-Recherchen auf. Den dritten hat man hingegen nicht unbedingt auf dem Schirm – jedenfalls erfuhr ich erst von diesem Produkt, als ich völlig verzweifelt an einem Abend im dritten Monat als Mama verheult in unserer Küche stand.

Stokke Tripp Trapp Newborn Set*

Der Hochstuhl von Stokke ist wahrlich alles andere als ein Geheimtipp, und auch der Babyaufsatz ist immer wieder auf Bildern zu sehen. Ich möchte an dieser Stelle einfach sagen: Ja, das Ding ist wirklich jeden seiner rund 130 Euro wert. Denn er hat gleich zwei wohltuende Mehrwerte: Ihr habt die Hände frei und Euer Kind ist mittendrin im Familiengeschehen.

Solange ein Baby noch nicht selbst sitzen kann, und das ist ja geraume Zeit so, habt ihr ohne solch einen Platz am Tisch nur zwei Möglichkeiten: Ihr nehmt das Kind auf den Schoss/ Arm oder Ihr legt es irgendwo auf dem Boden/ einem Sessel / der Couch… in der Nähe ab. Beides ist unbefriedigend, denn man möchte sein Kleines ja gern direkt bei sich haben, wenn man beispielsweise frühstückt, man möchte sich aber auch mal mit beiden Händen ein Brot schmieren. Ich hatte das große Glück, mir den Aufsatz ausleihen zu können – und bin rückblickend unglaublich froh, ihn gehabt zu haben. Von Geburt an war er bei uns im Einsatz und wir haben uns jeden Tag aufs Neue über ihn gefreut. Wie schwierig es ohne ihn ist, haben wir im Urlaub oder bei Besuchen in anderen Haushalten gemerkt. Wenn Ihr mich fragen würdet, ob sich die Anschaffung lohnt, könnte ich nichts anderes antworten als „Um Himmels willen Ja! Holt ihn Euch! Unbedingt!!!“

Tragetuch Manduca Sling*

Trepprauf, trepprunter. Trepprauf, trepprunter. Im zweiten Lebensmonat hat mein Mann ziemlich viele Stufen in unserem Haus bewältigt. An seiner Brust im Tragetuch: Der Lütte. Abends war der häufig sehr unruhig, im Tragetuch beim Treppensteigen hat sich die Situation dann spürbar verbessert und er ist häufig eingeschlafen.

Und auch sonst war das Tragetuch immer mit dabei. Im Urlaub am Strand, wo ein Kinderwagen ohnehin keine Chance hat. Beim Staubsaugen. Auf der Osterwiese. Und so weiter und so fort. In Kanada sind wir auf ein Tragesystem umgestiegen, weil der Lütte fürs Tuch einfach zu groß geworden war. Aber im ersten halben Jahr waren wir mit dem Tuch von Manduca rundum zufrieden. Qualität war wunderbar und das Tuch passte sich den Konturen des Kindes optimal an. Letztlich geht es mir aber weniger um die Marke als um die Erkenntnis, dass so ein Tragetuch eine echt praktische Sache ist. Und eine bindungsfördernde obendrein. Auch auf dieses Utensil hätte ich nicht verzichten mögen.

 

Fläschchenwasser-Kühler Cool Twister*

Ich habe in einem anderen Artikel ja bereits über das Stillen des Lütten und seine fehlende Gewichtszunahme geschrieben. Im dritten Monat mussten wir mit Fläschchen als Ergänzung beginnen. Ich erinnere mich noch genau an den Nachmittag, an dem ich ihm das erste Mal das Fläschchen anbot. Er verweigerte es. Schrie, als ginge es um sein Leben. Es war einer der niederschmetterndsten Momente im ersten Jahr mit ihm. Ich fühlte mich so verdammt hilflos und verzweifelt, während ich mein Kind im Arm hielt, es nähren wollte, es aber nicht klappte.

Was mich inmitten dieses Gefühlschaos aber noch zusätzlich überforderte war die Frage: „Wie zum Teufel soll ich das mit den angegebenen Temperaturangaben für das Wasser, das in die Pre-Nahrung muss, hinbekommen?“ Ich weiß noch genau, wie ich entkräftet vom Nachmittagsflaschenkampf abends wie ein hektisches Häufchen Elend am Wasserkocher stand und den Text auf der Packung immer und immer wieder gelesen hab. Ich habe darauf gestarrt, als wäre es nicht Deutsch, sondern Kyrilisch. Ich weiß nicht, was an diesem Abend mit meinem Gehirn los war, aber es funktioniert einfach gar nicht mehr. „Wenn mein Kind plötzlich schreit weil es Hunger hat und ich ein Fläschchen mache, kann ich es doch nicht erst langsam runterkühlen lassen. Soll ich kaltes und heißes Wasser mischen? Soll ich Fläschchen auf gut Glück und nach Gefühl schon vorher  zubereiten? Häää???“ Ich verstand die Elternwelt nicht mehr. Dazu muss man wissen: in den ersten sechs Lebensmonaten des ersten Kindes nimmt man Angaben auf Packungen immer sehr sehr sehr genau. Zu genau. Das lässt irgendwann nach. Aber ich wollte natürlich temperaturmäßig ALLES richtig machen.

Der Mann behielt natürlich die Nerven. Und er war es auch, der an diesem Abend noch auf den Cool Twister aufmerksam wurde und den direkt online bestellte. Eine der besten Bestellungen überhaupt. Wir haben das Ding täglich mehrmals benutzt und es war der Retter, wenn es mal wieder echt schnell gehen musste, weil der Lütte lauthals der Meinung war, er würde binnen der nächsten Sekunden sterben, wenn er nichts zu essen bekommt. Super Sache, dieser Cool Twister. Echt.

Falls Ihr mich übrigens fragen würdet, welche Anschaffung total überflüssig gewesen ist, so würde ich wohl folgende drei Antworten geben: das Laufgitter, der Nasensauger und die zwei fettgefütterten Schneeanzüge, die wir für ein Februarkind als dringend notwendig erachteten. Und bei Euch so? Welche Dinge waren für Euch unverzichtbar? Und welche völlig überflüssig?

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Sandra

Sandra

Seit 2008 blogge ich nordisch-frisch über meine Heimatstadt Bremen und alle Regionen, in denen eine steife Brise weht und man lieber in Strandkörben als auf Designermöbeln Platz nimmt. Für Nordseeinseln schlägt mein Herz dabei besonders laut. Noch lauter allerdings für den Lütten, der seit Februar 2016 mein Leben auf wunderbare Weise auf den Kopf stellt.

5 thoughts on “Überlebenshilfe für Neu-Mamas. Oder auch: Drei unverzichtbare Anschaffungen für den Alltag mit Baby

  1. So ein super hilfreicher Beitrag und wir scheinen zum Glück alles richtig zu machen, puh! 😉

    Den TrippTrapp hab ich gerade letzte Woche bestellt und die Babyschale können wir von meiner Schwester ausleihen. Auch eine Manduca, bzw. ein Tragesystem haben wir bereits, weil ich mich schon total aufs tragen freue! Und bei deinem dritten Tipp bin ich zum Glück schon so abgehärtet von meinem Neffen und meiner Nichte, dass ich solche Angaben nicht ganz so ernst nehme, haha. Wir kochen einfach täglich Wasser ab und lagern es dann in einer Thermosflasche und mischen das dann mit kaltem Wasser.

    Ach und deine „Antitipps“ sind auch Dinge, die wir so gar nicht auf unserer „das brauchen wir unbedingt“-Liste haben.

    Hach, ich fühl micjbbereit für unser kleines Wunder und freu mich, noch mehr von dir zu solchen Themen zu lesen und zu lernen!

    Liebe Grüße
    Anna

  2. Für uns war die Trageberatung hilfreich, um das passende Tragesystem zu finden. Da investiert man bisschen mehr, kauft aber ggf. nicht was, mit dem man später nicht zu Recht kommt. Und man kann sich auch erstmal was leihen. Für uns kamen z.B aufgrund des Kindergewichts gar keine Jerseytücher in Frage. Sowas weiß man ja nicht vorher und ich hatte z.b. Eins ner Freundin abgekauft.

    Das mit dem Fläschen zu bereiten ging mir echt genauso (hier am Tag des Krankenhausauszuges). Ich habe es einfach nicht verstanden und mir hat nachts um 23 uhr eine Freundin alles per Telefon erzählt, haargenau, jeden einzelnen Schritt. Da musste es nämlich sein, keine fertiggemischtes Fläschen und keine abgepumpte Milch mehr. Ich war einfach so fertig. Wir haben die Temperatur übrigens immer mit einem abgekochten Bratenthermometer kontrolliert. Ja, da gibt es Fotos von 🙂

    Wir hatten eine Wippe, eine relativ orthopädische, haben wir uns spontan über ebay gekauft, weil der Sohn das bei einer Freundin so gut fand.
    Und bei uns war tatsächlich der Kinderwagen Gold wert. Ohne den, wäre hier nichts gegangen.

  3. Hallo Sandra, ist bei mir schon etwas länger her (so 28 Jahre) , aber so ein Tragetuch war einfach phantastisch und das Kind immer dabei! Und ja, auch das mit dem Flaschenkühlen war nicht immer einfach. Schön zu lesen, wie Eltern ihre Kinder heute groß kriegen!

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