Goldene Zeiten brechen an im Bremer Europahafen, denn sie sind wieder da: Ramona, Egon und Ramon. Im Glanz der Abendsonne öffneten sie gestern zwei der unzähligen Türen, aus denen ihre temporäre Kneipe an der Hafenkante zusammengezimmert ist, und entführten sogleich in die Zeit, als Seefahrer nach langen Monaten auf See in Bremen vor Anker gingen und sich eigentlich nur nach zwei Dingen sehnten: Schnaps und leichte Mädchen.
In diesem Sinne: Alle Mann an Bord, es geht wieder los! Die Golden City Hafenbar ist zurück!
Rund sechzig Veranstaltungen haben Frauke Wilhelm und ihr Team für die kommenden Wochen vorbereitet. Ihr könnt im Sonnenuntergang zu Freddy Quinn-Liedern schunkeln, bei Kaffee und Kuchen Geschichten von der Küste lauschen, Seefahrer-Shows erleben, gespannt die entscheidenden WM-Spiele verfolgen und bei all dem ein bißchen über das nachdenken, was sich in der Überseestadt derzeit so tut. Denn bei all der unterhaltsamen maritimen Erinnerungskultur, die in der Golden City Hafenbar liebevoll zelebriert wird, geht es bei dem Projekt auch um eins: sich mit Bremens Stadtentwicklung auseinanderzusetzen. Bei der gestrigen Eröffnung klang es bereits an: „Der Überseestadt fehlt Herz“ (Ramon). Und genau deshalb steht die Hafenbar dort, wo es schön, aber doch recht blutleer ist: am Fuße der hippen Europahafen-Lofts. Denn anderenorts in Walle weiß man noch ganz genau, nach welchem Vorbild die Hafenbar entstanden ist: Das „Golden City“ gab es nämlich früher tatsächlich. Es war die populärste Kaschemme auf der Hafenkneipen-Meile von Bremen-Walle. Vom Flair dieser vergangenen verruchten Zeiten, in denen Seebären den Bedienungen keck an den Hintern fassten, verrauchte Stimmen von der Schifffahrt sangen und der Schnaps nächtelang floß, ist im neuen Teil der Überseestadt nichts mehr zu spüren. Muss vielleicht auch nicht sein, aber irgendwie ist auch nichts anderes zu spüren. Es ist wahr: dem neuen Stadtteil fehlt es noch an Herz. An maritimer Schönheit allerdings nicht, wie spätestens der gestrige Sonnenuntergang mal wieder bewiesen hat, den man vor der Golden City Bar sitzend mit einem Becks in der Hand wunderbar genießen kann.
Dass die Golden City Haftbar zum zweiten Mal als Sommerausflugsort an den Start gehen kann, verdankt Bremen nicht nur einigen Sponsoren, sondern vor allem den Bremerinnen und Bremern selbst. Denn die haben über 10.000 Euro per Crowdfounding gespendet. Chapeau!
Alles in allem kann ich Euch nur dringend ans Herzen legen, die Atmosphäre in und an der Hafenbar zu genießen. Vom Bremer Zentrum aus ist es wirklich nur ein Katzensprung – schon seid Ihr da. Schon heute könntet Ihr vorbeischauen, denn zum Europäischen Tag der Meere, der heute in Bremen gefeiert wird, hat sich die Hafenbar auch einiges einfallen lassen. Das begleitende Wetter könnte besser auch nicht sein. Also: hopp hopp, rauf aufs Rad. Wenn nicht heute, dann aber auf jeden Fall in den kommenden Wochen. Versprochen?
Ich würde übrigens besonders gern mit Anja mal ein Bierchen vorm Golden City zischen. Wenn sich da jemand genauso wohl fühlen würde wie ich, dann wohl sie. Auf Ihrem Blog vorbeizuschauen lohnt sind aktuell übrigens gleich doppelt – dort können maritim-verliebte Menschen Schönes gewinnen. Ich sag nur: Ankerliebe Ahoi!
Ich wünsche Euch einen tollen Sonntag und hoffe, wir sehen uns. Anner Hafenkante!
Hallo Sandra!
Ui, die Hafenbar kannte ich noch gar nicht, aber wenn ich mir deine Bilder so anschaue, muss (MUSS) ich ihr demnächst mal einen Besuch abstatten wenn ich mal wieder in der Heimat bin. Ich finde es super, wie mithilfe von Crowdfunding solch tolle Projekte gestaltet, finanziert und umgesetzt werden können. Denke ich mir immer wieder die letzte Zeit!
Liebe Grüße
Hanna
Da hast Du echt recht, Hanna. Vieles wird so erst möglich – und das ist toll!
Liebe Grüße
Sandra
Wow, das klingt richtig schön, vor allem beim guten Wetter! Ich muss mal vorbeischauen diesen Sommer. 🙂
Ich war letztes Jahr durch Zufall in der Golden City und obwohl ich mit Industrie-Romantik echt nicht viel anfangen kann, hat es mir super gut gefallen. Ein Besuch lohnt sich in der Tat 🙂