Zeitreise in den Sylter Süden: Ein Wochenende in Hörnum #3

„Och nö, ist echt schon Sonntag? Abreisetag? Aaach mann!!“ Mit diesen nöligen Gedanken drehte ich mich noch mal ausgiebig im Hotelbett hin und her. Und erinnerte mich in diesem schlafwarmen Moment zurück: Bislang hatte ich mir meine Kurztrips nach Sylt immer mit zahlreichen Aktivitäten zugeknallt. Frei nach dem Motto „Wenn ich nur kurz hier bin, will ich möglichst viel der schönen Insel sehen.“ Nicht, dass das noch nötig ist, denn nach rund 20 Besuchen kennt man die meisten Ecken und sieht sie zum wiederholten Male. Dennoch mahnte mich mein innerer Reiseantreiber jedes Mal, nicht zu sehr zu faulenzen, sondern viel zu erleben.

An diesem Hörnumer Wochenende ist es anders gewesen: Ich bin aus Hörnum eigentlich nicht rausgekommen. Ein Abendessen in Westerland war alles, was ich außerhalb des familienfreundlichen, bodenständigen Ortes erlebt habe. Und wißt Ihr was? Das war herrlich. Dachte ich bislang immer, man dürfe auf keinen Fall bei einem Sylt-Urlaub ohne Auto eine Unterkunft in Hörnum wählen, weil man dann recht unflexibel ist, denke ich jetzt, dass einem fast nichts besseres passieren kann – vorausgesetzt, man kennt Sylt schon und will einfach nur entspannen. Entschleunigung, das habe ich nun erlebt, klappt hier hervorragend. Alles, was man braucht, ist da. Die Wege sind kurz, die Straßen verkehrsberuhigt, die Leute auf angenehme Weise normal.

 

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Klingt langweilig? Nee! Denn wenn man etwas unternehmen möchte, gibt es genügend Angebote, beispielsweise diese hier:

– Yoga am Hörnumer Strand (Maren Schulz)

– eine Leuchtturm-Führung

– Schwitzen in der Strandsauna

– SUP und Surf-Unterricht (Südkap Surfing)

– Schippern nach Amrum, Pellworm oder zur Seehundbank (Adler Reederei)

Geocatching

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Mir reichten die Strandspaziergänge, das leckere Essen und ein Saunabesuch aber vollkommen aus, um zwei fabelhafte Tage im Sylter Süden zu verbringen. Da machte es auch gar nichts, dass mein ursprünglich geplanter Yoga-Segeltörn ins Wasser gefallen ist.

Gut, irgendwann müssen wir dann doch aufstehen. Der Gedanke an das bevorstehende Frühstück macht es uns deutlich leichter, denn sollte das Büffet des „Hotel am Leuchtturm“ nur annähernd so frisch und üppig sein wie am Tag zuvor, dann würde der Tag schon richtig gut beginnen. Ja! Der Tag beginnt gut. Mit ofenfrischem Rhabarber-Crumbel sogar ausgezeichnet.

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Wir genießen unser Frühstück ausgiebig, müssen uns dann aber irgendwann doch auf den Weg machen. Mit dem gemieten Elektroauto geht es in Richtung Westerland, von wo aus wir in rund zwei Stunden den Zug zurück aufs Festland nehmen werden. Zwei Stunden, die wir noch gut nutzen wollen. Es geht daher nach Morsum.

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Ans Morsumer Kliff, um genau zu sein. Für jeden, der geologisch interessiert ist, ein wahres Paradies: drei Erdschichten, jede mehrere Millionen Jahre alt, treffen hier unter Heidelandschaft zusammen. Botanische Raritäten gibt es ebenfalls zu sehen. Ich bin leider in all diesen Dingen ein Laie, aber der Blick aufs Wattenmeer, das Vogelgezwitscher rings um uns herum und die nahezu unberührte Naturlandschaft reichen mir zum Sylter Abschiedsglück. Ihr solltet Euch dieses Fleckchen Erde auf jeden Fall mal genauer anschauen. Auch wenn Ihr glaubt, dass Ihr ihn bei der Fahrt über den Hindenburgdamm und der Ankunft auf der Insel schon ausreichend gesehen habt. Nein, von der Bahn aus kann man die Schönheit nicht annähernd erfassen! Und meine Kamera konnte es an diesem Tag auch nicht – Ihr müsst also selber hin 😉

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Tja, so schnell geht ein Wochenende vorbei, aber es lohnt sich immer immer immer, Nordseeluft zu atmen und einfach mal für einige Stunden aufs offene Wasser zu schauen. Und Hörnum gebe ich künftig auch wieder eine Chance als Urlaubsort. Hätte nie gedacht, dass ich mich 19 Jahre nach meiner Sylt-Premiere dort mal wieder so wohl fühlen würde.

Im vierten und letzten Teil stelle ich Euch dann noch mein Hotel vor. Für alle, die die ersten zwei Teile verpasst ahben, geht´s bitte hier entlang:

Teil#1

Teil #2

 

 

About Sandra

Ich schreibe hier über drei Dinge, die mich jeden Tag aufs Neue beschäftigen: meine Heimatstadt Bremen, meine berufliche Selbständigkeit und mein Alltag als Mutter eines Kleinkindes. Was mir am Herzen liegt: Euch anzustiften! Zu Unternehmungen an der Weser, zu Mut im Berufsleben und zu einem humorvoll-offenen Herzen für Eure Kinder. Allen Herausforderungen zum Trotz. Dass es nicht immer einfach ist, Familie und Job zu vereinbaren, darum geht es hier nämlich auch ab und zu.

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