Ein perfekter Urlaubstag in Kühlungsborn: Die besten Strandabschnitte und weitere Tipps

Es gab ein Geschenk bei unserer Hochzeit, über das hatten wir uns außerordentlich gefreut: einen Gutschein für eine Urlaubswoche in Kühlungsborn. Ein Jahr später, im vergangenen Sommer, machten wir uns also auf gen Ostsee. Als Nordsee-Fan stellte ich mir die Ostsee immer recht unspektakulär vor: ohne rauschende Wellen, mit altmodischen Tourismus-Angeboten und einsamen Strände – eben sehr ruhig und vielleicht sogar etwas langweilig.

Aber eigentlich konnten wir schon ahnen, dass es anders sein muss, schließlich haben die Schenkenden nicht umsonst einen Ferienwohnung dort, in der wir sieben Tage Unterschlupf nehmen durften. Und was soll ich sagen?

Kühlungsborn hat mich umgehauen!

Ich hatte dort eine phantastische Zeit und fasse Euch deshalb heute einmal zusammen, wie ihr dort einen idealen Augusttag verbringen könntet. Vielleicht inspiriert es Euch ja zu einem Aufenthalt an diesem schönen Fleckchen Deutschlands. Spätestens jetzt beginnt man ja schließlich mit den Urlaubsüberlegungen für den Sommer 2016, oder?

Der perfekte Start in den Tag

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Mein perfekter Tag in Kühlungsborn beginnt früh, gegen 7 Uhr. Der Rest der Familie schläft noch, doch ich sehe durch einen Türspalt die helle August-Sonne und höre Möwen schreien. Barfuss tapse ich vom Schlafzimmer auf den riesigen Balkon der Ferienwohnung und bin schon in diesem Moment sehr glücklich. Vor mir steht ein Strandkorb, über mir kreisen Seevögel, nur einen Steinwurf entfernt schwappt das Wasser an den noch einsamen Strand. Keine Frage: Ich muss raus, ans Meer, Ich wasche mir nur schnell das Gesicht, putze die Zähne und werfe mir eine Strandhose, ein Top und einen Kapuzenpulli über. Es ist zwar August, aber morgens noch recht frisch. Ein bißchen Kleingeld stecke ich ein und ein Handtuch. Während aus dem Schlafzimmer noch tiefes Atmen dringt, ziehe ich die Tür hinter mir zu und laufe los. Noch ehe ich richtig in Bewegung gekommen bin, erreiche ich den Strand bereits. Nur gut 200 Meter liegen zwischen unserer Wohnung und dem Meer.

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Es ist nahezu menschenleer am Strand. Nur zwei, drei Jogger sind in der Ferne zu sehen. Und ein Mann mit Hund. Ich laufen in Richtung Wasser, lasse meine Tasche fallen und tauche meine Fußspitzen in die kalte Ostsee. Das Wasser schwappt bis zum Knöchel hinauf, breitet sich hinter mir aus und fließt dann sanft zurück, woher es gekommen ist. Ich atme tief ein. Blinzle der Morgensonne entgegen und kann es nicht fassen, wie schön dieser Moment ist.

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Ich setze mich nach ein paar Minuten neben meine Tasche in den Sand. Schaue eine halbe Stunde einfach vor mich hin. Mal nach vorn, mal nach links, mal nach rechts. Sehe die ersten Mutigen im Bademantel, die sich nur kurze Zeit später in die eiskalten Wellen werfen. Wellen, tatsächlich, es gibt sie auch an der Ostseeküste. Herbe schäumende Wellen, die sich an den noch bettwarmen Körpern in Badehose brechen. Ich bewundere diesen zielstrebigen frischen Start in den Tag – und wünschte, ich wäre nicht so eine große Frostbeule. Dann könnte ich morgens auch mal in die Ostsee springen. Und mit kalter Haut und bester Durchblutung euphorisch bejubeln, dass ich den Tag mit all seine schönen Naturgewalt schon erlebt habe, bevor es überhaupt 8 Uhr ist. Ich hadere mit mir. Schaffe ich nicht, oder?  (Zwei Tage späte werde ich die Antwort kennen: Ich schaffe es. Gemeinsam mit dem Mann werde ich noch im gleichen Urlaub vor dem Frühstück in der 17 Grad kalten Ostsee geschwommen sein.)

Ich raffe irgendwann meine Tasche, meine Schuhe und das Handtuch zusammen und laufe einen kurzen Schlenker zum Bäcker „Junge“. Hier ist schon deutlich mehr los als wenige Meter weiter am Strand: Schlangen bilden sich am Brötchen-Buffet. Aber die sind sind dort eben auch echt gut.

Ich kehre zurück in die Wohnung, in den Schlafzimmern wird immer noch geatmet. Ich lege die Brötchentüte auf den Tisch des riesigen Balkons und beginne, Geschirr aus der Kühe, Käse und Marmelade hinauszutragen, Auf dem riesigen Balkon mit Strandkorb und großem Holztisch schmecken sie besonders gut. Vor allem, wenn man vorher schon Seeluft geschnuppert hat.

 Tagsüber unterwegs sein

Tuuuut-tuuuut! Der ächzende Schornstein der mehr als hundertjährigen Dampfeisenbahn Molli ist mehrmals am Tag durch den ganzen Ort zu hören. An einem bedeckten Tag unserer ansonsten sonnigen Woche machen wir uns auf, Mobilitätsnostalgie zu erleben und uns von der Mecklenburgischen Bäderbahn nach Bad Doberan ruckeln zu lassen. Ticket ziehen und aufsteigen- los geht´s!

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Wir finden keinen Sitzplatz mehr im Inneren, wir sind einfach zu spät dran. Das macht aber gar nichts, denn so können wir uns auf der Einstiegsplattform des Waggons stehend wie Molli selbst in die Kurven legen und erhaschen so einen hervorragenden Blick auf die Lok, die ordentlich dampft und qualmt. Unter uns wackelt es, rund um uns herum grüne Landschaft. Es geht über Heiligendamm bis nach Bad Doberan in gut 45 Minuten. Bei dieser historischen Fahrt gilt allerdings eindeutig: Der Weg ist das Ziel. Beide Orte, sowohl Bad Doberan als auch Heiligendamm, haben bei mir persönlich keinen bleibenden Eindruck hinterlassen.

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Ganz anders die Radtour gen Westen, die wir entlang der Steilküsten bis nach Rerik unternommen haben. Was für ein maritimer Augenschmaus, wenn man sich traut, den komfortablen Radweg gegen den huckeligen Küstenwanderweg zu tauschen, der mal durch Wäldchen, mal entlang von Weizenfeldern führt. Immer wieder öffnet sich der Blick auf raue, steinige Strandabschnitte und die Ostsee.

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Irgendwo auf halbe Strecke schließen wir die Räder an und kraxeln hinab ans Wasser.Werfen je ein Handtuch unter uns und genießen die Pause. Jetzt vielleicht ins kalte Wasser? Wir wagen es tatsächlich, nach langem langem Zaudern und Zögern. Warm ist das schillernde Nass nicht, zunächst. Doch werden wir nach einigen tapferen bibbernden Minuten belohnt – es ist herrlich. Einzie die Wasserschuhe fehlen, damit wäre es einfach gewesen, den Weg ins Meer über die vielen kleinen und großen Steine zu meistern. Ich flutsche und rutsche in einer Tour, so dass mir am Ende eigentlich gar nichts andere übrig bleibt, als mit einer großen Schwimmbewegung den ganzen Körper unter Wasser zu bringen. Ich frage mich, wie der rund 14-wöchige Nachwuchs im Bauch das erfrischende Erlebnis wahrnimmt….

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Abgekühlt und erholt geht es weiter zum Hafenort Rerik. Hier liegen die Leute eng an eng am Strand. Da hatten wir es rund 20 Minuten vorher wahrlich besser. Es gibt ein Fischbrötchen für uns alle und eine halbe Stunde Blinzeln auf den Hafen. Beim Aufbruch zurück nach Kühlungsborn freuen wir uns auf den Zwischenstopp am höchstgelgenen Leuchtturm Deutschland, dem Leuchtturm Buk, zu dessen Fuße es ein exzellentes Kuchen- und Tortenbüffet geben soll.

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Und das haben wir uns am Ende wirklich verdient. Denn welcher Anstieg uns auf dem Rad vorher erwarten würde, hatten wir nicht geahnt. Ist es gerade wirklich so heftig oder führt die Schwangerschaft einfach schneller zu Kraftlosigkeit? Ich weiß es nicht – schaffe die letzten Meter allerdings nur, indem ich das Rad schiebe. Belohnt werde ich mit einer Schokoladen-Sanddorn-Torte, die tatsächlich phantastisch schmeckt. Leckermäulchen müssen diesen Abstecher unbedingt machen, Leuchtturmliebhaber auch.

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Sonnenuntergänge und Strandkorbkino

Am späten Nachmittag trudeln wir wieder in der Ferienwohnung ein. Jeder sucht sich ein ruhiges Plätzchen, um sauerstoffdurchtränkt zu entspannen. Das Ausflugs-Ich zur Ruhe kommen zu lassen, um sich dann gemächlich auf den Abend vorzubereiten. Etwas ungewöhnlich Schönes ist geplant: Strandkorbkino. Als ich einige Tage zuvor dieses Stichwort auf einem Plakat gelesen hatte, war es um mich geschehen: einen Film vom Strandkorb aus schauen? Direkt am Meer? Wie großartig ist das denn bitte? Und warum gibt es das bislang auf keiner Nordseeinsel? Ich nutzte die telefonische Reservierung, um uns zwei Körbe zu sichern. Kein Schnäppchen, 48 Euro für zwei Körbe. Aber drauf gepfiffen, mache Gelegenheiten kommen nicht wieder.

Als ich das Strandkorbkino erreiche, bietet sich mir ein Anblick, der jeden Euro wert ist:

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Ich halte es nicht für möglich, dass dieser Anblick noch getoppt werden könnte, aber doch! Am letzten Abend erleben wir in fast schon klischeehafter Romantik einen Sonnenuntergang, den ich nie vergessen werde. Zwischen Kühlungsborn-West und Riedensee finden wir ein fast menschenleeres Strandplätzchen, überraschenderweise gesäumt von Dünen. Ich packe das kleine Picknick aus, das ich am Nachmittag noch im Supermarkt gekauft hatte, streife die Schuhe ab und mache es mir im Sand sitzend an der Schulter des Mannes gemütlich.

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Was für ein herrlicher Moment, was für ein famoser Abschluss des Tages. In der nächsten Stunde genießen wir den Farbenwechsel eines güldenen Ostsee-Sonnenunterganges. „Hier müssten wir mal mit Schlafsack herkommen“, sage ich. „Und einfach die ganze Nacht bleiben, um auh das Morgendlicht in dieser Kulisse erleben zu können.“ Wir schauen uns an und nicken.

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Fazit zu Kühlungsborn

Es ist nicht schwer, in Kühlungsborn einen wunderschönen Tag zu verbringen. Wir hatten davon in der Urlaubswoche zahlreiche! Die Lage der Ferienwohnung hat unser Glück dabei perfekt gemacht – so nah am Wasser und so ruhig, obwohl alles, was man braucht, direkt vor der Tür zu finden ist. Wir möchten auf jeden Fall noch einmal dort Urlaub machen!

Und Ihr? Wollt Ihr es auch mal ausprobieren? Oder wart schon längst mal da und habt noch weitere Tipps für diejenigen, die zum ersten Mal dort Urlaub machen?

About Sandra

Ich schreibe hier über drei Dinge, die mich jeden Tag aufs Neue beschäftigen: meine Heimatstadt Bremen, meine berufliche Selbständigkeit und mein Alltag als Mutter eines Kleinkindes. Was mir am Herzen liegt: Euch anzustiften! Zu Unternehmungen an der Weser, zu Mut im Berufsleben und zu einem humorvoll-offenen Herzen für Eure Kinder. Allen Herausforderungen zum Trotz. Dass es nicht immer einfach ist, Familie und Job zu vereinbaren, darum geht es hier nämlich auch ab und zu.

One thought on “Ein perfekter Urlaubstag in Kühlungsborn: Die besten Strandabschnitte und weitere Tipps

  1. Ein wunderbarer Artikel über dieses schöne Fleckchen Erde… Ich war im April 2015 das erste mal in Kühlungsborn und war auch der Ostsee gegenüber etwas skeptisch… Aber dieser Ort hat mit umgehauen, ich war außerhalb der Ferienzeit dort und es war eine tolle Ruhe die man genießen konnte.
    Ich wusste bis dato nicht das die Ostsee so schön sein kann inkl. Strand und Promenade.
    Wir sind auch mit dem Rad nach Rerik gefahren und sind abends ins „VielMeer“ im Hafengebiet und haben uns dort in das beheizte Zelt gesetzt und dem Meer gelauscht.
    Wunderbar essen kann man in der Sea Lounge, da kann man auch abends noch beheizt draußen sitzen und wunderbar essen.
    Wir wollen dieses Jahr auf jeden Fall wieder fahren, ein Ort an dem ich richtig toll abschalten kann!
    Danke für Deinen tollen Bericht und die Tips!
    Anne

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