„Kein Blog ist auch keine Lösung“: Mein Blogger-Workshop in Bremen

Im letzten Herbst plagte mich eine gewisse Blogging-Sinnkrise. Zwei Phänomene brachten mich ins Grübeln:

1. Die starke Kommerzialisierung der Blogosphäre, die manchmal so weit geht, dass man sich dafür rechtfertigen muss, warum man Beiträge über Startups oder Reiseziele schreibt, ohne dafür eine Gegenleistung zu bekommen. (Meine banale Antwortet lautet übrigens: Weil ich als Hobby über das blogge, was mich begeistert. So eindimensional ist das.)

2. Der zunehmende Einheitsbrei. Fotomotive und -stile ähneln sich oft sehr und auch die Themenvielfalt hat abgenommen. Und auch ich bemerkte an mir selbst, dass das Bloggen mehr Nachahmung als individuelle Leistung zu werden drohte. Diese Beobachtung gefiel mir gar nicht. Denn war das Tolle an der Blogosphäre nicht ursprünglich mal, dass es so viel unterschiedliche Darstellungsgarten und Schwerpunkte gab? Nicest Thing hat es vor einiger Zeit in einem Blogpost schön auf den Punkt gebracht: „In letzter Zeit bin ich oft ein wenig blogmüde. Dann denke ich, willst du jetzt wirklich zum 742sten Mal Pies, Cakes oder Tartelettes backen, sie auf einem ranzigen Holzuntergrund mit einem Sabre-Löffelchen anrichten und ne dekorative Teedose ins Bokeh packen? Come on. Hat man schon tausendmal gesehen, allein schon auf meinem eigenen Blog. Es kommt mir alles so langweilig und beliebig vor, so austauschbar, so überall gleich.“ Und auch in Facebook-Gruppen wurde diese allgemeine Blogmüdigkeit besprochen. Was dabei herauskam: Viele überlegen, ihren Blog zu schließen.

Aber das ist doch wirklich schade, findet Ihr nicht auch? Bevor man aufgibt, lohnt sich die Frage „Was wollte ich eigentlich mit meinem Blog und wie könnte ich mich von diesen beiden Phänomenen frei machen?“. Denn kein Blog ist auch keine Lösung! Dachte ich so bei mir und rief unter meinem PR-Label „Blogland“ einen kleinen Workshop unter diesem Titel ins Lebenmit jeder Blogger ausreichend Zeit bekommt, seinen Blog mit den anderen zu besprechen und konkrete Handlungsempfehlungen für Layout, Inhalte und Verbreitung zu bekommen.

Und was soll ich sagen? Es hat genau so geklappt, wie ich mir das vorgestellt habe. Wir haben uns erst sehr intensiv über die Blogosphäre 2014 ausgetauscht und uns dann wirklich alle Blogs unter die Lupe genommen. Und zwar  diese hier:

Ein bisschen vegan

Wo geht´s zum Gemüseregal?

Pralinenwahnsinn

Friesi kocht, backt und schnackt

Mädchen mit Herz

Ein zweiter Blick

Fotos: Flügelschläge Fotografie

Das Ganze haben wir in gemütlicher Amts-Atmosphäre erledigt – eh wir uns versahen, war der Tag auch schon rum. Das für mich größte Lob ist es, dass einige der Teilnehmerinnen die Anregungen, die wir gemeinsam gesammelt und besprochen haben, bereits in die Tat umgesetzt haben. Ob Anpassen der Twitternamens oder Überarbeitung der Seitenleiste – es ist hier und da schon etwas erledigt worden. Und das zeigt mir, dass der Workshop ein echter Motivationsschub war, weiterzumachen. Auf die eigene Art und Weise. Ohne sich an anderen zu orientieren oder sich gar von ihnen beeinflussen zu lassen!

Merci an alle Teilnehmerinnen – es war ein toller Tag mit Euch. Ein dickes Dankeschön auch an drei Bremer Labels, die ich gefragt habe, ob sie den Nicht-Bremerinnen (bis auf Friesi ;–)) etwas von sich zeigen wollen. Denn als Bremen-Lobbyisten nutze ich die Chance natürlich allzu gern, auch mal auf die jungen Unternehmen der Hansestadt hinzuweisen. Die drei haben direkt „Ja“ gesagt. Danke an Daily Marmelade, Reishunger und Binenschmiede! Ihr habt ermöglicht, dass  jetzt ein Stück Bremen in Aurich, Berlin, Mölln und Braunschweig zuhause ist.

Weitere Berichte zum Workshop lest Ihr auch bei Kathrin, Kerstin und Katja.

Happy sunday, Ihr Lieben!

Sandra

Sandra

Seit 2008 blogge ich nordisch-frisch über meine Heimatstadt Bremen und alle Regionen, in denen eine steife Brise weht und man lieber in Strandkörben als auf Designermöbeln Platz nimmt. Für Nordseeinseln schlägt mein Herz dabei besonders laut. Noch lauter allerdings für den Lütten, der seit Februar 2016 mein Leben auf wunderbare Weise auf den Kopf stellt.

4 thoughts on “„Kein Blog ist auch keine Lösung“: Mein Blogger-Workshop in Bremen

  1. Klingt spannend, wäre ich gerne dabei gewesen. 😀

    Ich habe auch schon einige Blogpausen und -krisen hinter mir. Ich blogge seit ca. vier Jahren. Zuerst nur über Oper, dann auch über Kunst, Kultur und Stadtgeschichte. – Und irgendwann auch noch über’s Kochen. Hatte zwischenzeitlich drei verschiedene Blogs. Die habe ich jetzt zu einem einzigen zusammengefasst. Und seitdem, seit ich mir keine Themeneinschränkung/ Richtung mehr gebe, sondern einfach nur über mich, was mich interessiert, beschäftigt und begeistert schreibe, seitdem macht es mir wieder richtig Spaß……

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