Mit dem Lütten nach Föhr #1: Tipps für den ersten Urlaub mit Baby

Es ist kaum zu glauben, dass schon zwei Monate vergangen sind, seit wir unseren ersten Urlaub zu dritt auf Föhr erlebt haben. Neun Wochen war der Lütte zu diesem Zeitpunkt alt, die berühmt-berüchtigten ersten drei Baby-Monate waren also noch nicht vorüber. Wir haben sie trotzdem gewagt, eine Reise an die Nordsee mit einem noch nicht vollkommen sicher auf der Welt verankerten Neugeborenen. Und ich kann es nicht anders sagen: Es war ein gelungener Wochenend-Trip – auch wenn der Begriff „Urlaub“ eine ganz neue Bedeutung bekommen hat. Dazu gleich mehr. Außerdem auch noch ein paar kleine Tipps für alle, die auch einmal vorhaben, mit einem Winterbaby im Frühjahr an die Nordsee zu fahren.

Raus aus dem Wochenbett-Alltag

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Das Kind schläft selig und man selbst blättert bei einem üppigen gesunden Frühstück in ein paar Zeitschriften und Büchern – in den eigenen vier Wänden ist solch eine Szenerie in der Wochenbett-Zeit eher selten zu erleben. Beim Bäcker frische Brötchen holen? In Ruhe einen schönen Käseteller anrichten? Genüsslich ein paar Säfte zurechstellen und ein Müsli anrühren? Haha, wohl kaum!! Am Wochenende ist man als Mama happy, einmal in Ruhe zu duschen, weil der Mann in der Zeit das Kind wickelt und betreut. Ist man dann angezogen, übernimmt man den Sprößling und der Mann kümmert sich ums Frühstück. Ist das Kind dann zum Vormittagsnickerchen eingeschlafen, setzt man sich zwar gemeinsam an den Tisch, der ist dann aber eher pragmatisch als dekorativ gedeckt. Zu wenig Kraft, zu wenig Zeit für die i-Tüpfelchen des Alltags. Das ist mit Baby einfach häufig so.

Umso schöner ist es, wenn man urplötzlich nicht selbst für ein tolles Frühstück und ein aufgeräumtes Zuhause sorgen muss. Wenn statt Waschmaschine die Nordsee und statt Supermarkt ein Restaurant wartet. Kurz gesagt: Wenn der erste Urlaub zu dritt beginnt.

Der Weg dorthin war für uns ein abwechslungsreicher: Mit dem Zug nach Hamburg, mit dem Auto nach Dagebüll, mit der Fähre nach Wyk – der Lütte hat gleich drei Verkehrsmittel auf seiner ersten langen Fahrt erlebt. Und ich die Vor- und Nachteile jedes einzelnen. Mit dem PKW auf der Autobahn ist es zum Beispiel nur so lange prima, bis das Baby Hunger bekommt, man selbst aber gerade im stockenden Verkehr feststeckt und kein Parkplatz in den nächsten Kilometern zu erwarten ist. Während man in der Bahn zu jeder Zeit stillen kann, muss man bei einer Autobahnfahrt schon einen guten Instinkt haben, wann eine rechtzeitige Pause vonnöten ist. In Sachen Gepäcktransport liegt das Auto natürlich klar vorn. Seid ihr schon mal mit Rucksack, Kinderwagen und Handgepäck in das Kleinkindabteil eines ICs geklettert? Dann wisst Ihr, was ich meine…

Eine neue Definition von Urlaub

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Ausschlafen, ohne Blick auf die Uhr in einem Café sitzen, spontan zu einem Ausflugsziel aufbrechen, Händchen haltend kilometerlange Strandspaziergänge machen – so was fällt einem zum Stichwort Urlaub ein. Sofern man ein Paar ist! Wenn man eine kleine Familie geworden ist, ändert sich einiges. Urlaub bedeutet nicht mehr „gemeinsam faulenzen“, sondern deutlich mehr als vorher „gemeinsam erleben“. Wer mit einem Baby verreist, für den gilt im Urlaub das Gleiche wie auch zuhause: Es klappt nicht, alles so zu machen wie vorher und das Kind in diese Rituale hineinzuquetschen. Verabschiedet Euch von der Idee, in gewohnter Weise erholt nach Haus zurückzukehren.

Klingt schrecklich? Ist es aber trotz all der Anstrengung nicht. Urlaub mit Baby ist trotzdem toll – wenn man sich auf diese neue Situation einlässt. Denn zum einem zwingt Euch das Kind in jedem Fall: Entschleunigung. Ihr habt Euch vorgestellt, nach dem Frühstück an den Strand aufzubrechen?  Wenn das Baby noch schlummert, werdet Ihr Euch daneben legen. Oder Zeitung lesen. Oder Euch mit dem Liebsten unterhalten. Ihr wolltet Euren Spaziergang eigentlich schon längst mit einem Abstecher ins Café abgeschlossen haben, sitzt aber nun doch noch stillend hinterm Deich? Dann genießt die Aussicht auf die vielen Schafe, die es bei Euch zuhause nicht gibt. Unfreiwillige Pausen können sich als echt wohltuend erweisen.

Zum anderen ist abseits des Alltags automatisch noch mehr Zeit und Ruhe, den kleinen Mini-Mensch mit all seinen Wesenszügen noch bewusster wahrzunehmen. Eine großartige Gelegenheit vor allem für den arbeitende Elternteil. Der Mann konnte so viel mehr Zeit am Stück mit dem Lütten verbringen als sonst – das war wichtig für beide.

Last but not least sorgten die vier Tage auf Föhr bei mir für die Erkenntnis, dass mit dem Lütten viel mehr möglich ist, als man zunächst glaubt. Dass ich die Füße in der Nordsee haben kann, während er friedlich an meiner Brust schläft. Dass er nicht beim ersten Windstoß krank umkippt, sondern Nordsee-Luft getränkt viel besser schläft als zuhause. Eine frühe altersgerechte Reise zu dritt ist daher auch gut, um Vertrauen zu fassen, dass sich der eigene Aktivitätsradius nicht radikal verändert hat. Dass man viele Dinge aus der babylosen Zeit durchaus fortsetzen kann. Anders eben. Aber das ist ja nicht unbedingt schlechter.

Tipps für den Trip an die Nordsee

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Ich habe ein paar erste Erfahrungen und Erkenntnisse gesammelt, woran man idealerweise denken sollte, wenn man im April mit einem Neugeborenen an die Nordsee fährt. Manches gilt ganz grundsätzlich, anderes hingegen wirklich nur für das konkrete Reiseziel und die konkrete Reisezeit.

Mützchen mit Schirm: Dass das Köpfchen des Lütten schön warm bleiben soll, wenn wir durch die Nordseeluft stapfen, war für mich eine Selbstverständlichkeit. Daher hatte ich auch zwei passende Mützen eingepackt. Das waren allerdings ganz normale ohne „Schirmchen“ über der Stirn, wie es die Sonnenhüte haben. Das war ein ziemliche faux pas! Denn die Sonne zeigte sich hell und freundlich, was der Lütte noch nicht häufig erlebt hatte und daher auch nicht so recht mochte. Sobald ihm Sonne ins Gesicht fiel, war es ihm viel viel zu hell. Daher steckt eine Mütze ein, die auch Schatten auf die Augen wirft. Gibt es auch aus dickem Baumwoll-Material, also nicht nur für den Sommer!

Kleiner Rucksack für die Baby-Klamotten: In diesem Punkt waren wir deutlich besser. Alle Sachen vom Lütten waren in einem eigenen Rucksack untergebracht. Von Kleidung über zwei, drei Spielzeuge bis hin zu Ersatzsspucktüchern. Alles, was ich auf der Fahrt vermeintlich brauchte, war zwar in der Wickeltasche, aber glaubt mir: irgendwas hat man dann doch nicht dort reingepackt und braucht es plötzlich, nachdem man mit dem Auto auf die Fähe gefahren ist. Und dann ist nichts blöder, als im großen Koffer wühlen zu müssen, in dem auch die Eltern ihren Kram untergebracht haben. So ein kleiner Rucksack ist auch schnell geschnappt, wenn man erstmal in Ruhe ohne sämtliches Gepäck im Hotel einchecken will, man das Baby aber schon mal schnell auf dem Zimmer versorgen/ umziehen/ schlafen legen möchte.

Lieblingsspielzeug: Versteht sich vermutlich von selbst, aber vergesst nicht, das Lieblings“spielzeug“ einzupacken. In dem jungen Alter wird zwar noch wenig gespielt, aber sicher habt ihr irgendetwas, dass Euer Baby zuhause immer auf dem Wickeltisch liegen hat und begeistert betrachtet. Genau das nehmt mit. Die kleinen Würmer brauchen etwas Vertrautes!

Stillfreundlicher Zwiebellook: Wenn Ihr voll stillt, werdet Ihr das überall tun. Hinterm Deich, im Strandkorb, auf dem Rastplatz, im Café. Am Urlaubsort wäre es einfach zu schade, immer wieder dafür ins Hotel oder die Ferienwohnung zurückzukehren. Daher achtet darauf, dass Ihr warm genug fürs nordisch-frische Wetter, aber auch stillfreundlich angezogen seid. Im April ist es noch nicht unbedingt warm genug, Jacke und Pullover auszuziehen und im Stilltop am Strand zu sitzen. Damit tut Ihr Euch jedenfalls keinen Gefallen. Lieber Stilltop, Hemdbluse, Cardigan und Jacke. Könnt Ihr alles aufmachen, müsst aber nichts ausziehen!

Jacke mit Stehkragen: Wir haben den Lütten häufig ins Tragetuch gesteckt, denn am Strand ist man mit einem normalen Kinderwagen in der Regel verloren. Ich weiß nicht, wie es Euch geht, aber ich trage gern und häufig ein Schal oder Tuch um den Hals, ansonsten friere ich schnell. Mit Baby vor der Brust lässt sich allerdings nur schwer noch ein Schal umlegen. Daher empfehle ich eine Jacke, die einen Stehkragen hat. Dann pfeift Euch der Wind nicht so sehr von hinten in den Nacken.

Babyphone-taugliches Zimmer reservieren:  Wenn Eure Unterkunft einen Frühstücksraum und/ oder ein Restaurant hat, dann steckt auf jeden Fall Euer Babyphone ein. Und erkundigt Euch bei der Buchung nach einem Zimmer, das nicht allzu abseits liegt, damit die Verbindung zwischen Eurem Zimmer und dem Speiseraum gewährleistet ist. Eventuell hat das Team vor Ort Erfahrungswerte und kann Euch genau das richtige Zimmer geben. Denkt auch unbedingt daran, dass in einigen Hotels die Schlüsselkarte als Strom-Starter dient. Oder anders formuliert: Wenn Ihr den Schlüssel mitnehmt, ist das Babyphone nicht mehr mit Strom versorgt. Ihr solltet also für den Fall der Fälle passende Batterien dabei haben und Euch nicht auf das Netzwerkkabel verlassen.

Familienfreundliche Unterkunft aussuchen: Lieber eine Ferienwohnung oder doch im Hotel einchecken? Wir haben uns anfangs genau diese Frage gestellt. Wie ich eingangs aber geschildert habe, sind es genau die Vorzüge eines Hotels (super Frühstück, gemachte Betten, etc), die für eine wesentliche Entlastung sorgen. Doch natürlich ist ein tolles Frühstück im Beisein eines möglicherweise quengelnden Kindes nur für alle ein Genuss, wenn man nicht das Gefühl bekommt, das andere Gäste die Nase rümpfen. Es empfiehlt sich daher, eine Unterkunft auszuwählen, die für ihre Kinderfreundlichkeit bekannt ist. Ich finde das gar nicht so einfach, denn oft bedeutet das nur, dass im Speisesaal eine quietschbunte Kinderecke eingerichtet ist. Das allein reicht aber nicht! Das gesamte Haus und Team müssen auf die Ansprüche von Eltern mit kleinen Kindern eingestellt sein. Wir waren im Hoftel Föhr. Warum das ein wirklich guter Ort ist, um mit einem Baby Urlaub zu machen, berichte ich Euch im nächsten Föhr-Beitrag.

Sandra

Sandra

Seit 2008 blogge ich nordisch-frisch über meine Heimatstadt Bremen und alle Regionen, in denen eine steife Brise weht und man lieber in Strandkörben als auf Designermöbeln Platz nimmt. Für Nordseeinseln schlägt mein Herz dabei besonders laut. Noch lauter allerdings für den Lütten, der seit Februar 2016 mein Leben auf wunderbare Weise auf den Kopf stellt.

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