Ein Raum für den Lütten: Was mir beim Babyzimmer wichtig war

Genau genommen braucht kein Neugeborenes ein eigenes Zimmer. Einen Platz, an dem in Ruhe gewickelt werden kann – das braucht man. Und eine Wiege oder ein Babybay. That´s it! Aber irgendwann kommt ohnehin der Moment, vielleicht nach einem Jahr, in dem der Nachwuchs lernen soll, allein zu schlafen, in dem er einiges an Spielzeug angesammelt hat und immer mehr zu einer eigenständigen Persönlichkeit heranwächst – tja, und dann kann es stressig werden. Zwischen Schlaflosigkeit, Gedanken an den beruflichen Wiedereinstieg, Abstillen und der Suche nach einer Betreuung noch in Möbelhäuser düsen? Stundenlang bei DaWanda nach einem Poster in der gewünschten Farbe suchen? Am Wochenende mit dem Mann noch Wände tapezieren? Geht natürlich – stelle ich mir aber wahnsinnig anstrengend vor.

Und das ist einer der wesentlichen Gründe, warum auf unseren Lütten bereits ein kleines Zimmer wartet, obwohl er noch gar nicht bei uns eingezogen ist: Die Ruhe vor dem Windelsturm eignet sich einfach gut, um mit Muße alles herbeizuschaffen, was man benötigt. Und die Muße habe ich echt gebraucht. Ich habe mir erst einmal einen Überblick verschafft, was man in der Regel anschafft, habe mich dann ein bißchen in Sachen Farbgebung und Stil bei Pinterest inspirieren lassen und habe dann nach und nach die Dinge besorgt – erst die wichtigsten Möbel und dann peu à peu die kleineren Dinge wie Mülleimer, Bilder etc. Und weil ich sehr dankbar über viele Blogbeiträge zu fertigen Babyzimmern war, gibt es heute von mir auch einen Einblick in das Ergebnis. Die zahlreichen Kommentare unter einem Instagram-Bild hatten mir außerdem gezeigt, wie groß das Interesse und wie zahlreich die Fragen zum Thema sind. Vielleicht hilft dem ein oder anderen von Euch mein Beispiel weiter.

Die Wände im Babyzimmer

Wortkonfetti-Blog-Babyzimmer-tuerkis-pastell-ikea-7

Das kleine Zimmer war bis vor Kurzem mein Arbeitszimmer. Und schon in der Zeit war die Wand, auf die man beim Hereintreten schaut, in dem Blau-Türkis von „Schöner Wohnen“ gestrichen, das ihr auf dem Foto seht. Alle anderen Wände waren und blieben weiß. Ich persönlich bin ein großer Fan davon, nur eine Ecke oder eine Wand eines Zimmers farbig zu streichen und den Rest hell zu lassen – hat sich beim Einrichten eigentlich immer gut bewährt. Tja, und weil mir der Blau-Farbton nach wie vor gut gefällt und meiner Ansicht nach auch hervorragend für das Zimmer eines Knirps geeignet ist, habe ich die Wände einfach gelassen wie sie waren.

Vor den blauen Wand steht in gutem Kontrast ein weißes Bett von IKEA, über dem – quasi als Nachtlicht – zwei Sterne von der Decke baumeln, die es ebenfalls beim Schweden gab. Eigentlich waren die im Weihnachtssortiment, aber ich fand sie für diesen Zweck noch viel besser. Sie funktionieren mit Batterie und werfen ein klein bißchen Licht um sich – genug, um nicht ganz im Dunkeln zu sein, aber nicht so viel, dass keine schläfrige Stimmung aufkommt. An der farbigen Wand selbst sind ansonsten nur zwei Bilder angebracht: das schöne Print-Weihnachtsgeschenk von Fräulein K sagt ja und eine Stadtmusikanten-Illustration, die gleichzeitig ein Messposter ist. Irgendwann kann der Lütte also davorstehen und herausfinden, wie groß er schon ist.

Wortkonfetti-Blog-Babyzimmer-tuerkis-pastell-ikea-14

Die weißen Wände brauchten natürlich einige kindgerechte Farbkleckse – und an der Wand der Wickelkommode gibt es die nun im wahrsten Sinne des Wortes: Ich habe steingraue und türkisfarbene münzgroße Punkte besorgt und einen Teil der Wand quasi mit Konfetti verziert. Das Ergebnis mag ich sehr. Vor allem, weil es ein bißchen vom Kabel der Wärmelampe ablenkt, die über der Wickelkommode hängt.

Wortkonfetti-Blog-Babyzimmer-wand-konfetti-11

An die anderen beiden Wände sind noch kleine Regalbretter für Bücher („Nur noch kurz die Ohren kraulen“ ist schon jetzt mein liebstes, weil es so wahnsinnig liebevoll als Einschlaf-Ritual genutzt werden kann) und Deko (unter anderem maritime Illustrationen Bine) sowie ein minimalistisches Hasen-Poster gewandert.

Wortkonfetti-Blog-Babyzimmer-tuerkis-pastell-ikea-13Wortkonfetti-Blog-Babyzimmer-tuerkis-pastell-ikea-6Wortkonfetti-Blog-Babyzimmer-tuerkis-pastell-ikea-5

Die WickelkommodeWortkonfetti-Blog-Babyzimmer-tuerkis-pastell-ikea-12

In Sachen Wickelkommode habe ich mir doch tatsächlich am längsten den Kopf zerbrochen. In einem war ich mir von Beginn an sicher: Ich wollte eine Kommode, die später noch ohne Wickelauflage weitergenutzt werden kann. Doch woher die passende Wickelauflage hernehmen? Ich hatte schon Bauanleitungen aus dem Internet heruntergeladen, als eine Freundin die erlösenden Worte sprach: „Du, ich glaube, die selbstgebaute von uns in Weiß müsste da passen. Die könntest Du dann haben.“ Und juhuuu, sie passt tatsächlich. Bombenfest angebracht ist sie mit riesigen Saugnäpfen, da verschiebt sich nichts. Ach, die Kommode ist, wie man unschwer erkennen kann, auch von IKEA.

Wortkonfetti-Blog-Babyzimmer-tuerkis-pastell-ikea-9

Rechts von der Auflage habe ich viel Platz gelassen, um eine Waschschüssel, die nächsten Kleidungsstücke und das Wickelzubehör dann ausbreiten zu können. Was noch fehlt ist eine kleine Leuchte, damit man nachts nicht immer Festbeleuchtung anstellen muss.

Links stehen Waschlappen, Windeln und Spucktücher in türkisfarbenen Ordnungshelfern parat. Diese Boxen habe ich übrigens auch in der Kommode zur Unterteilung genutzt: Die Schubladen sind nach Größen bzw. Themen aufgeteilt und die Boxen selbst habe ich auch beschriftet (Bodies 56/ Pullover 56 …), weil ich mich derzeit echt noch schwer damit tue, den Überblick zu behalten. Die Klamotten sind fast alle second hand – dank Freundinnen mit Kindern, meiner Mutter und dem schönen Laden „Kinderzimmer“ in der Bremer Neustadt.

Wortkonfetti-Blog-Babyzimmer-tuerkis-pastell-ikea-10

Bei einer anderen Sache habe ich auch echt lange nach der passenden Variante gesucht: beim „Windeleimer“. Grundsätzlich ist es so, dass der Weg zum großen Restmülleimer (denkt unbedingt daran, Euch einen größeren zu bestellen!) vorm Haus nicht weit ist, aber ich halte es dennoch für unrealistisch, dass man jedes Mal und bei Wind und Wetter kurz vor die Tür tritt nach dem Wickeln. Daher wollte ich einen cleanen weißen Eimer, der Gerüche gut bei sich behält, per Fuß zu bedienen ist und sich langsam schließt. Nichts finde ich nerviger, als wenn so ein Eimer mit einem blechernen Knall zufällt. Fündig geworden bin ich bei Brabantia. Kein Schnäppchen, aber den kann man ja auch später noch prima weiterverwenden. Außerdem haben die eine schöne Farbpalette für jeden Geschmack und sind von wirklich guter Qualität. Der Eimer steht jetzt sichtgeschützt links von der Kommode.

Wortkonfetti-Blog-Babyzimmer-tuerkis-pastell-ikea-8

Um die Schmutzwäsche handlich sammeln zu können und nicht jedes Mal ins Schlafzimmer rüberbringen zu müssen, habe ich an der rechten Seite zwei schöne Haken, die ich vor Jahren mal von einer Freundin geschenkt bekommen habe, angebracht, an denen jetzt ein faltbarer Wäschesack hängt. Finde es ganz gut, dass der in der Luft baumelt und nicht auf dem Boden steht – spart Platz und ist besser beim Saugen und Wischen.

Parat steht auch schon die Wickeltasche von Liebeskind, die ich mit großem Jubel unterm Weihnachtsbaum ausgepackt habe. Derzeit befinden sich allerdings einige Dinge darin, die zusammen mit der offiziellen Kliniktasche mit mir ins Krankenhaus fahren werden 😉

Wortkonfetti-Blog-Babyzimmer-tuerkis-pastell-ikea-16

Die Stillecke

Wortkonfetti-Blog-Babyzimmer-tuerkis-pastell-ikea-2

Ich hoffe, dass es mit dem Stillen klappen wird. Weiß man ja leider nie ganz genau, aber ich bin zuversichtlich! Und grundsätzlich möchte ich auch möglichst überall stillen können und nicht zu den Frauen gehören, die sich dafür immer separieren müssen. Aber es gibt trotzdem Situationen, in denen man sich dazu (oder vielleicht einfach nur so) zurückziehen möchte mit Baby auf dem Arm. Daher gibt es eine kleine Still-und Leseecke. Den Sessel habe ich schon seit über zehn Jahren und irgendwann second hand über ebay besorgt. Links davon sammelt eine alte Weinkiste meine überschaubare Literatur zum Thema „Schwangerschaft und Geburt“. Ich bin ja der Meinung, hier ist weniger mehr. Ich habe mich auf zwei, drei Standardwerke, die ich meist geschenkt bekommen habe, beschränkt. Nicht auf dem Bild: „Babyjahre“ vom Remo Jargo , das sehr gute nachvollziehbare Einblicke in die Entwicklung der ersten Jahre gibt, ohne das Ganze mit festgelegten Zeiträumen zu versehen. Kann ich Euch ans Herz legen.

Wortkonfetti-Blog-Babyzimmer-tuerkis-pastell-ikea-4

Schon jetzt sitze ich manchmal in dieser Ecke und versuche, mich auf das Kommende zu konzentrieren und zu freuen. Und Atemübungen zu trainieren. Ja, ich bin aufgeregt, der Countdown läuft. Aber es ist schön zu wissen, dass wir den Lütten mit einem eigenen Zimmer willkommen heißen können – auch wenn er es erstmal nicht braucht. Irgendwann ändert sich das.

Und dann bin ich gespannt, ob er sich wohl darin fühlt, wie lange es zu den ersten Kritzeleien an der Wand dauert und mit welchem Lieblingsspielzeug er irgendwann am liebsten auf dem Boden sitzt.

Was für ein Abenteuer!

Wortkonfetti-Blog-Babyzimmer-tuerkis-pastell-ikea-15

So, das als kleiner informativer Einblick, wie wir das Ganze angegangen sind. Freue mich über Euer Feedback, ob ich etwas Wesentliches vergessen habe, Ihr noch tolle Inspiration habt oder oder oder. Falls Ihr selbst ein Babyzimmer auf Eurem Blog vorstellt, postet gern einen Link in die Kommentare. Alle Mamas in spe werden sich freuen!

About Sandra

Ich schreibe hier über drei Dinge, die mich jeden Tag aufs Neue beschäftigen: meine Heimatstadt Bremen, meine berufliche Selbständigkeit und mein Alltag als Mutter eines Kleinkindes. Was mir am Herzen liegt: Euch anzustiften! Zu Unternehmungen an der Weser, zu Mut im Berufsleben und zu einem humorvoll-offenen Herzen für Eure Kinder. Allen Herausforderungen zum Trotz. Dass es nicht immer einfach ist, Familie und Job zu vereinbaren, darum geht es hier nämlich auch ab und zu.

17 thoughts on “Ein Raum für den Lütten: Was mir beim Babyzimmer wichtig war

  1. Wunderschön, man sieht mit wie viel Liebe Du das Kinderzimmer eingerichtet hast! Besonders gefallen mir neben den aufgeklebten Punkten über der Wickelkommode die sehr hübsche Wandfarbe! Alles alles Gute für die Geburt! 🙂

  2. Liebe Sandra, wie schön ist dieses Zimmer! Ich bin ganz besonders begeistert von der blauen und der Koonfettiwand – total klasse! 🙂

  3. Hallo Du Liebe…wow…ich finde es wirklich super schön und schließe mich Maraike an. Die Farbauswahl ist klasse. Danke für den Treteimertipp, da denke ich genauso wie Du…ehrlich, immer raus, bei jedem Wetter – nööö 😉 Ich wünsche Dir alles Gute für die Geburt und freue mich hier bald vom Lütten zu lesen….Grüße aus der Heide – Sarah

  4. Na, du scheinst ja bestens vorbeitet und relaxt zu sein. Dann wünsche ich dir eine schöne Geburt und eine tolle erste Zeit. Ich drück dir die Daumen!
    Liebe grüße
    Claudia

  5. hach wie schön ! Ich habe das Kinderzimmer auch schon fertig gehabt bevor der Kleine kam – nur ein hübsches Bett fehlt noch. aber wie du sagst, erstmal sind die kleinen ja eh bei Mama und Papa im Zimmer – bzw. sollten sie sein, die brauchen nämlich nix mehr als LIEBE.
    Wir hatten den Wickelplatz auch im Kinderzimmer – schön an einem hellen Platz – aber wir haben festgestellt, dass es viel sinnvoller und einfach ist, wenn der Platz im Bad ist. wir baden zb sehr gerne – also der kleine und dann ist es im Bad einfach am wärmsten und man kann ihn direkt dort auf den Wickelplatz legen, massieren, anziehen, spaß machen usw. Und wir halten ab ( also wenn der kleine muss, dann halten wir ihn übers wachbecken 😉 ( die sch**** is ja noch sehr flüssig – also da verstopft nix 😉 – und deshalb is es natürlich noch praktischer die wickelecke im Bad zu haben. =) so – aber schluss mit uns.
    Euer Kleiner kann sich auf ein wunderschönes Zimmer freuen – und ich warte jeden tag gespannt. manchmal denke ich“ wenn die Sandra während nem snap wehen bekommt…dass wärs ;)“
    ach und hey, das mit dem Stillen wird klappen! Immer positiv denken und wenn es nicht von anfang an sofort klappt dann hab geduld – dass könnt ihr gemeinsam lernen. das wird! denk an dich ! kussi
    Dani

  6. Hallo Sandra,

    für mich als werdende Septembermami ist dein Artikel Gold wert. Er liest sich toll und die Photos sind super. Vielen Dank für die tollen Tips. Hab schon die Spuktücher und Waschlappen bestellt:) Mich würde noch interessieren, wo du die Boxen für die Babysachen herhast.

    Alles Gute weiterhin.

  7. Euer Babyzimmer ist wirklich schön geworden. Benutzt ihr das Zimmer denn wirklich? Wir hatten uns auch ein schönes Zimmer eingerichtet, aber nun schläft unser Sohn ehr bei uns im Bett und gespielt wird im Wohnzimmer.

    1. Wir benutzen es tagein tagaus: Dort wird gewickelt, gestillt, gespielt, gesungen, gekuschelt. Und bald auch geschlafen.

  8. Hallo,
    ein wunderschönes Babyzimmer finde ich. Die Wände gefallen mir besonders gut- ich selbst war jetzt gerade bei Grau, aber nun hat mich meine eigentliche Lieblingsfarbe- blau- doch wieder überzeugt. Sag mal, verrätst du mir, wo du die Konfettipunkte gefunden hast? LG

    1. Danke Dir!

      Die Punkte habe ich bei Etsy gefunden. Eine Grafiker-Freundin sagte mir aber, es sei viel günstiger, die Punkte selbst schnell als Vorlage zu erstellen und online als Aufkleber drucken zu lassen. Ist also auch eine Option.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.