Einen Regentag verbringt man am besten im „Stadtgeflüster“ | Sylt-Konfetti #6

Da saß ich also! Sonntagmittag, im Westerländer Strandkorb, mit schmerzendem Fuß. Wie es dazu kam, habt ihr ja in meinem letzten Sylt-Konfetti-Beitrag lesen können. Und dann fing es plötzlich auch zu tröpfeln an. Was tun, wenn sich der Himmel über Sylt nicht nur grau zuzieht, sondern es mehr und mehr zu regnen anfängt? Man in gut fünf Stunden wieder den Flieger nach Bremen nehmen wird und mangels Auto bis dahin nur fußläufig unterwegs sein kann? Richtig, man sucht sich einen gemütlichen Platz im Zentrum von Westerland, wo tröstende Pasta, freundliche junge Servicekräfte und ein frisches Interieur über die dicken Wolken und den dicken Knöchel hinwegtrösten. Und wo niemand nach zwei Stunden grimmig guckt, weil man den Tisch nicht schon längst wieder freigegeben hat, sondern immer noch mit Buch und Tee dem Schlechtwetter trotzt.

Kurz gesagt: Man geht ins „Stadtgeflüster„.

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Die helle, skandinavisch anmutende Gastronomie ist kein Geheimtipp mehr, denn inzwischen gibt es sie schon seit gut eineinhalb Jahren (schaut mal bei Isabelle von applewoodhouse). Aber an ihr zeigt sich mal wieder das typische Touristenverhalten: Was nicht direkt an der Flaniermeile liegt, wird nicht so schnell wahrgenommen. Dabei findet man das Stadtgeflüster in der Boysenstraße, gleich um die Ecke vom kleinen Gosch in der Friedrichstraße. Zentraler geht kaum. Aber während sich die regenflüchtende Meute bei Gosch, im Café Orth oder im Extrablatt  zusammenquetschte, war das Stadtgeflüster, das sich bereits auf das WM-Finale am Abend vorbereitete, erfreulich ruhig und leer. Immer wieder kamen und gingen Menschen – ich selbst saß den ganzen Tag in der Ecke am Fenster und genoss das Ambiente, während ich darauf wartete, dass es draußen wieder trocken würde.  Wartezeit kann man kaum besser als dort verbringe. So erntete ich auch keine „Ach herrje, was sollen wir bitte?“-Blicke, als ich zaghaft danach fragte, ob ich einen Eisbeutel für meinen Fuß bekommen könnte. Im Gegenteil. Im Verlauf des Nachmittags wurde sich vielmehr nach dem Befinden des geplagten Gelenkes erkundigt und ein zweiter Eisbeutel angeboten.

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Die Speisekarte ist klein und fein. Hier wird mit Bedacht gekocht und Wert auf Details gelegt, das merkt man sofort. Ich entschied mich für die vegetarische Variante von Spaghetti Bolognese, die hervorragend schmeckte. Frische Zutaten sind eben das A und O. Anschließend gab´s – na klar – eine ordentliche Menge Tee. Den Kuchen verkniff ich mir, aber am Nebentisch sah er verlockend aus.

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So darf ein Sonntag sein. Wen interessiert da das schlechte Wetter? Mit dem Team vor Ort habe ich dann noch fleißig WM-Tipps ausgetauscht und am Ende bekam ich sogar einen Regenschirm als Dauerleihgabe. Der Regen hatte sich nämlich bis zum Nachmittag noch immer nicht verzogen. Aber ich musste dann ja los – ein Flieger wartet in der Regel nicht. Und so schnappte ich mir ein Taxi und saß pünktlich um 18.40 Uhr wieder in der kleinen Propeller-Maschine nach Bremen. Großes Hallo inklusive, denn die Crew war die gleiche wie beim Hinflug. Das war fast schon familiär.

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Pünktlich um 21 Uhr, zum Anpfiff, lümmelte ich dann im Sessel bei Freunden und fieberte dem Titel entgegen.

Pünktlich um Mitternacht fiel ich dann weltmeisterlich und mit Erinnerungen an ein wunderbares Wochenende auf meiner Lieblingsinsel ins Bett. #40minuteninsglück – das hat dank der neuen Flugroute von AIS echt bestens geklappt. Probiert es doch auch noch schnell aus – die nächsten drei Wochenenden ist es noch möglich. Ab 15. September müsst Ihr erst einmal wieder mit dem Auto auf die Insel. Drücken wir die Daumen, dass dieses Sommerangebot nach Sylt auch 2015 wieder auf dem Flugplan steht!

Stadtgeflüster | Boysenstr. 4 in Westerland | geöffnet 13 – 22 Uhr

Ihr habt die bisherigen Beiträge vom Sylt-Konfetti verpasst? Hier sind sie noch mal alle im Überblick:

Vorfreude

Erste Impressionen

#1 Sonnenuntergang bei Rantum

#2 Joggen auf dem Rantumer Becken mit Tom auf Sylt

#3 Radtour durch den Osten der Insel mit Restaurant-Tipp

#4 Ein Abend im BeachHouse „Seeblick“

#5 Was macht eigentlich ein Strandkorbwächter

 

About Sandra

Ich schreibe hier über drei Dinge, die mich jeden Tag aufs Neue beschäftigen: meine Heimatstadt Bremen, meine berufliche Selbständigkeit und mein Alltag als Mutter eines Kleinkindes. Was mir am Herzen liegt: Euch anzustiften! Zu Unternehmungen an der Weser, zu Mut im Berufsleben und zu einem humorvoll-offenen Herzen für Eure Kinder. Allen Herausforderungen zum Trotz. Dass es nicht immer einfach ist, Familie und Job zu vereinbaren, darum geht es hier nämlich auch ab und zu.

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